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Während andere schon ihr Fazit vom Januar ziehen, wird das hier ein sehr verspäteter Rückblick auf das Jahr 2011.
Außerdem ein kurzes Resümee von meinem letzten HM, den ich am 29.10.2011 gelaufen bin und über den ich hier noch gar nicht berichtet habe.
Fangen wir doch gleich damit an:

15. Sparkassen-Halbmarathon Ebershausen

Nachdem ich beim München Marathon die Qualifikation für New York knapp verpasst habe, schrieb ich ja hier, dass ich dann eben 2012 in Berlin laufe und nicht nochmal versuchen will, die Qualifikation etwa über einen HM zu schaffen. Dann haben mich aber zwei Kommentare zum Umdenken bewegt: Zunächst waren da die aufmunternden Worte von Schalk, der meinte ich könnte mir doch einfach einen schnellen HM ein paar Wochen nach dem Marathon versuchen. Hauptsächlich war es aber der Hinweis von Einohr, dass die Qualifikationszeiten für New York 2013 drastisch verschärft werden. Und zwar in meiner AK von unter 2:55 bzw. 1:23 für den HM, was ich mir mittelfristig sicher zutraue, auf unter 2:45 bzw. 1:19, was ich schon für eine sehr sehr schwere oder gar unmögliche Aufgabe für mich halte.
Da habe ich mir gedacht "Zu verlieren hab ich ja nichts" und mir einen einigermaßen schnellen HM in der Nähe gesucht. Da viel dann die Entscheidung mangels besserer Alternativen auf den HM in Ebershausen 3 Wochen nach dem Marathon. Ein Streckenrekord von 1:06:45 schien mir schnell genug.

Mein Ziel war klar: 1:29:59 oder schneller. 14 Sekunden schneller als in der Marathonvorbereitung schien machbar. Je nachdem ob es mir gelingt, meinen Körper nach den Strapazen des Marathons nochmal zu solchen Leistungen zu pushen.
Das Wetter am Wettkampf Tag spielte zumindest mit: Kurz vorm Start löste sich der Herbstnebel auf und es schien die Sonne bei 10 Grad Windstille. Laufstarke Konkurrenz war ebenfalls relativ zahlreich vorhanden, weil in diesem Jahr dort die schwäbischen HM-Meisterschaften ausgetragen wurden.

Leider kam mir das Streckenprofil, das ich zuerst vor Ort im Sportheim sah, doch etwas zu wellig vor. Im Vorfeld habe ich nur von "bestzeitentauglich" gelesen. Es waren zwei Runden zu laufen, nur Asphalt, größtenteils auf einer Wendestrecke, der Verbindungsstraße zweier Ortschaften.
Es ging aber praktisch immer leicht bergauf oder leicht bergab.

Beim München Marathon habe ich sehr davon profitiert, mich eine ganze Weile hinter einen starken Läufer hängen zu können. Deshalb wollte ich mir hier auch einen Läufer oder eine Gruppe suchen und glaubt sie nach den ersten Kilometern gefunden zu haben. Die 4-5 Leute gemischten Alters liefen zwar etwas schnellere Kilometer (3:52-3:53) als nötig (3:56), aber das schien mir besser als alleine zu laufen.

Das ging etwa eine Runde, bis km 11 ganz gut. Dort wurde die Gruppe dann deutlich langsamer. Als die Pace der nächsten beiden Kilometer mehr in Richtung 4:03 tendierte und immer noch langsamer wurde, entschloss ich mich weg zu ziehen und alleine vorbei zu ziehen. Mitgegangen ist das Tempo dann keiner.

So musste ich dann den Rest ganz alleine laufen. Ab KM 15 begann der Vorsprung von 200-300 Metern, den ich vor dem Virtual Partner auf meiner Uhr noch hatte, zu schmelzen. Und war bald bei +-0 Metern angekommen. Als ich hinter dem nächsten Anstieg das Ziel wählte, strengte ich mich nochmal richtig an und keuchte, wie ich noch nie bei einem Wettkampf gekeucht habe. So konnte ich die Zielzeit noch halten. Bis ich dann dann hinter dem Anstieg nicht das Ziel, sondern den nächsten Hügel sah. Ich wähnte mich gedanklich schon bei 21km, war aber erst bei 20. In meinem Delirium habe ich einfach die Reststrecke falsch eingeschätzt. Bei so vielen unbekannten Hügeln kann man aber auch leicht die Orientierung verlieren.

Jetzt brach meine Pace jedenfalls komplett zusammen und am tatsächlich letzten Anstieg vor dem Ziel schaffte es tatsächlich noch jemand aus der Gruppe von Runde 1 mich noch zu überholen. Ich lief dann nach 1:23:28 ins Ziel und er noch 14 Sekunden vor mir. Anschließend bedankte er sich noch bei mir, dass ich so eine gute Motivation gewesen sei. Er hätte mein Tempo in der Mitte des Rennens nicht mitgehen können, aber habe immer ein Ziel vor Augen gehabt, an dem er sich orientieren konnte. Leider hatte ich so etwas diesmal nicht. Mein Rennen gegen ihn war mir unwichtig, nur mein Rennen gegen die Zeit habe ich leider verloren.

Vermutlich war zu diesem Zeitpunkt und mit diesem Streckenprofil einfach nicht mehr drin und ich habe mich damit abgefunden. Wie anfangs gesagt: Ich hatte nichts zu verlieren und meine Freundin fährt sowieso lieber nach Berlin. Aber was ich mich immer noch frage:

Wann lohnt es sich, in einer Gruppe zu bleiben und wann sollte man lieber stur sein Tempo laufen?

Sollte man sich nach den Zielzeiten der anderen Läufer erkundigen? Nützt das überhaupt was? ODer sollte man erst ab einem bestimmten Punkt nach einer Gruppe suchen (wenn es bei kleineren Läufen möglicherweise schon zu spät ist...)? oder einfach immer seinen Stiefel runterlaufen?

Jahresstatistik 2011

Wie angedroht noch eine Jahrestatistik für 2011:
1.Hj + 2.Hj = Gesamt

Sporttage: 87 + 110 = 197
Laufen: 1200 + 1413 = 2613 km
Schwimmen: 10 + 5 = 15 km
Radfahren: 58 + 109 = 167 km
Bergsteigen: 30 + 56 = 86 km
Skifahren: 10 + 6 = 16 Tage
Wettkämpfe: 6 + 6 = 12
Gewicht: -0,1 + 2,5 = +2,4 kg*

* verfluchte Weihnachtsplätzchen ;-)

4
Gesamtwertung: 4 (2 Wertungen)

Du hast es gut.

Während Du Dich bei einem HM nach 1:23 am Ziel ausruhen kannst bin ich noch über 30 Minuten unterwegs. Das ist Ausdauer!

Viele Grüße

Harry

Das ist ...

... aber jammern auf extrem hohem Niveau :-) ich seh dich auf dem Profil über die Hügel fetzen ... boah !
- wobei natürlich die halbe Minute zuviel schon SEHR schade ist, aber da hätten die 14 Sekunden auch nicht gereicht und dich dann vielleicht noch mehr geärgert !?! Und ausserdem hätte dein Mitstreiter diese Zeit wohl auch nicht erreicht, wenn er sich nicht an dich hätte "dranhängen" können.

Trotzdem - Gratulation zu dieser Superzeit !!!

Viele Grüße
Uwe

Mutmachung

Aloa,

erstmal folgendes:
Du läufst also 2:55:31 auf Marathon, Du bist noch jung. Also sollte es Dir mit etwas Tempo-Training ein leichtes sein, die 1:19 auf HM zu knacken, von den 1.23 ganz zu schweigen.
Mir ist das damals jedenfalls bei fast identischer M-Zeit meist gelungen (2:55:33 -> 1:19.32, 2:55:19 -> 1:18:42) und da war ich schon sehr späte M20 (29J), also potenziell auf kurzen Distanzen langsamer.
Klar, Du hast recht, eine zu 2:55:31 äquivalente HM-Zeit ist etwa 1:23, das sagt sowohl Riegel als auch ich, bzw. mein Rechner.
Aber warum es Dir unmöglich sein sollte, da hin zu kommen, wüsste ich nicht, genügend Trainingseinheiten und Gesamt-Laufkilometer/Jahr hast Du meiner Ansicht nach ja. Vielleicht mit der Qualität (Quälität ;-) noch etwas anziehen?
Ich hatte damals eher weniger km/Jahr (meist ca. 2400) und habe keine anderen Sportarten gemacht - ich hoffe das Training der anderen Sportarten schwächt Dich nicht etwa? Vielleicht ist das Gesamtpaket etwas zu groß um bei der "Pimärdisziplin(?) Laufen", das Maximum des möglichen zu erreichen? Man weiß es nicht, vielleicht ist es ja sogar förderlich...
Andererseits dürften es ruhig mehr Wettkämpfe/Jahr sein - vor allem 10er. Wenn Dich die Stecke vielleicht auch nicht so interessiert, sowas ist der Tempohärte doch sehr förderlich und Deine Bestzeit (38:41?) könnte auch eine Verbesserung vertragen, wenn das mit den 1:23 odergar 1:19 klappen soll... ;-)

Also nur Mut - weder 1:23 noch 1:19 auf HM sind für Dich unüberwindliche Hürden, die 2:45 über Marathon dürften deutlich schwieriger werden und/oder ggf. länger dauern, bis sie erreicht sind.
Die mindestens sub1:20/HM sollte Dir bereits eine konsequente Frühjahrs-Tempo-Trainings-Periode bescheren.

Zu den Gruppen - meine Meinung:
Mitlaufen nur, wenn das Tempo ziemlich genau passt oder es, wegen Gegenwind, unvermeidlich ist - ansonsten Stiefel durchziehen, dann kommt die nächste Gruppe ganz von alleine - und Ziele ziehen ja ;-)
Keine Quatschereien mit den Mitläufern bei solch ambitioniertem Tun während des Laufes - konzentriere Dich auf Dich und Deinen Lauf.

Leeven Jrooß & keep on running

Don Carracho

DON'T PANIC!

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