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Zusammenfassung:
Am 22.01.2012 bin ich beim Stadtlauf in Dinkelsbühl an den Start gegangen. Die neue Strecke, jetzt amtlich vermessener 5 Kilometer-Rundenkurs, verlief eigentlich ausschließlich auf Asphalt und war mit lediglich 40 Höhenmetern bestzeitentauglich.
Auch der Wettergott meinte es heute mit den Organisatoren und Teilnehmern gut, kein Regen und während des Laufes auch relativ wenig Wind (zumindest im Vergleich zum Rest des Tages).
Unter einer neuen Rekordteilnehmerzahl (steht noch nicht fest) schaffte ich, die erst am 06.01.2012 beim Dreikönigslauf in Schwäbisch Hall aufgestellte Zeit von 43:30 zu pulverisieren. Ich kam nach 42:38 Minuten als Gesamt und Altersklassen 8. ins Ziel. Somit war ich mit einer Pace von Durchschnittlich 4:15 Minuten/Kilometer unterwegs.
Bebildeter Bericht unter: www.Läufer-Blog.de

Ausführlicher Bericht:
Vorfeld:
Aufgrund dessen, dass ich erst vor 2 Wochen damit begonnen hatte nach meinem ersten richtigen Trainingsplan zu trainieren, konnte ich mich im Vorfeld nicht entscheiden, ob ich in Dinkelsbühl nur die 5 Kilometer oder die 10 Kilometer laufe. Also hatte ich mich online für beide Läufe angemeldet. Erst am Freitag hatte ich mich für den 10 Kilometerlauf entschieden, aber ein Abmelden des 5 Kilometerlaufes war Online nicht mehr möglich.

Anreise:
Da Dinkelsbühl nur 10 Minuten mit dem Auto entfernt ist, ist die Anreise nicht der Rede wert. Die Parkplätze vor der TSV-Turnhalle waren natürlich bereits alle belegt, aber die umliegenden Straßen boten genügend Parkplätze für alle Teilnehmer.

Direkt vor dem Lauf:
Kaum war ich in der TSV-Turnhalle angekommen, kam der Organisator Franz-Josef Heller auf mich zu und sagte mir: “Du musst dich entscheiden, ob du 5 oder 10 Kilometer laufen möchtest. Gibt an der Voranmeldung bescheid.” Ich war überrascht und es hat mir imponiert, dass er mich kannte, zumal ich ihn nur vom Sehen her kannte. Das wird wohl mit meinem Blog zusammenhängen, was mich natürlich sehr freut.

Wie es nicht anders zu erwarten war, war die Schlange an der Voranmeldung ewig, während die Damen an der Nachanmeldung Däumchen drehten – Verkehrte Welt. Aber das war kein Problem, zumal wir ohnehin eine Stunde vor Start dort waren und so noch etwas Wärme der Turnhalle tanken konnten.

Nach dem Bambinilauf begann ich mich warm zulaufen und traf und sah bereits einige bekannte Gesichter und unterhielt mich kurz mit Jörg Behrendt und Bernd Wolfschläger. Das Warmlaufen dauerte dieses Mal etwas länger, da mir aufgrund der niedrigen Temperaturen und des eisigen Windes einfach nicht warm wurde. Ich entschloss mich aber am Ende trotzdem dafür ohne Winterlaufjacke zu laufen und das war auch gut so.

Der Lauf:
Als ich mich in die Startaufstellung begab sah ich noch Paul Launer, der übrigens die Website www.Hobbylauf.de betreibt und begrüßte ihn kurz, während er bereits fleißig Bilder mit seiner Handykamera machte. Danach begrüßte mich ein Läufer in neongelben Shirt. Ich grüßte natürlich zurück, hatte aber keine Ahnung wer es war. Ich ließ mir nichts anmerken und fragte nach seiner Zielzeit. Er sagte 42:30, aber heute wird er da wohl aufgrund des Windes nicht hinkommen. Klasse, ein Pacemaker, falls meine Garmin Forerunner 305 ausfällt, die ich auf Pace 4:10 (Zielzeit 41:30). Wie aus dem Nichts fiel plötzlich der Startschuss und es ging zügig los.
Von einem Gedränge auf dem ersten Kilometer, wie beim Dreinkönigslauf in Schwäbisch Hall war nichts zu merken. Ich hatte mich heute sehr gut in die Startaufstellung eingeordnet. Ich wurde lediglich von 2 Läufern überholt und musste auch nur ca. 10 Läufer überholen. Das Adrenalin vom Startschuss noch in den Beinen lief ich den ersten Kilometer in 3:56 Minuten.

Ich lief immer schön hinter dem Läufer im neongelben Shirt. Erst bei Kilometer 2, als das Läuferfeld nicht mehr so eng war, lief ich neben ihm. Nun hielt ich es vor Neugierde nicht mehr aus und ich nahm die Pein auf mich und fragte nach, wer er denn sei bzw. woher wir uns kennen. Er lachte und sagte: Ich bin Andreas May, ich bin Nicoles Mann. Es dauerte kurz, denn beim Namen Nicole musste ich erst an meine Frau denken, doch dann hat es Klick gemacht. Nicole ist eine ehemalige Arbeitskollegin von mir und wir hatten uns nach dem Rothenburger Lichterlauf, den er auch gelaufen war, in einem Restaurant gesehen.

Wir unterhielten uns immer wieder während der nächsten 2 Kilometer kurz und liefen so Kilometer 2 mit einer Pace von 4:18 und Kilometer 3 mit 4:21.

Etwa bei Kilometer 4 als es dann leicht bergauf ging, setzte ich mich von ihm ab und erhöhte die Pace wieder auf 4:09. Bereits jetzt war die Müdigkeit der Oberschenkelmuskeln deutlich zu spüren.

Aufgrund des Wetters der vergangen Tage, musste auch ein paar leicht überspülte Straße zu passieren. Das machte mir aber nichts aus, denn durch die Wasserspritzer wurde meinen Wagen und Unterschenkel angenehm gekühlt.

Zurück in Richtung Dinkelsbühl, sah Joerg Behrendt etwa 150 Meter vor mir. Ich war etwas überrascht, da meines Wissens er die 5 Kilometer in etwa 19 Minuten packt.
Beim fünften und damit letzten Kilometer der ersten Runde musste zu einem Wendepunkt gelaufen werden. Hier sah man kurz die vorauslaufenden Läufer entgegen laufen. So konnte ich Reinhard Joas grüßen. Kurz kam der Gedanke auf, ob ich nicht einfach umdrehen soll und damit abzukürzen. Natürlich habe ich das nicht gemacht. Wieso auch, ich laufe ja hauptsächlich nur für eine persönliche Bestzeit und so würde ich mich ja nur selbst betrügen.

Ich hätte nicht gedacht, dass so ein Wendepunkt so schwierig zu passieren ist. Denn man läuft ja nur eine enge Kurve. Doch die hatte es in sich. Der Wendepunkt war eine so enge Kurve, dass man völlig aus dem Tempo kam.

Inzwischen habe ich auf Jörg Behrendt aufgeschlossen und frage ich kurz was los sei. Er sah nur kurz rüber und sagte nichts. Kein Problem, inzwischen weiß ich, dass viele Läufer nicht auf Unterhaltungen und merkwürdige Frage-Antwort-Spielchen während des Wettkampfes stehen oder ihnen einfach die Luft dazu fehlt.

Und versuchte ihn noch kurz zu motivieren, zog an Jörg vorbei und platzierte mich etwa 5 Meter vor ihm. 150 Meter vor dem Ziel bzw. dem Ende der ersten Runde setzte Jörg zum Endspurt an, rief mir zu „Hau rein“ und lief wieder an mir vorbei.
Ich lief den fünften Kilometer mit einer Pace von 4:17 und beendete die erste Runde mit einer Zwischenzeit von 21:01. Aufgrund dessen, dass die Strecke offiziell vermessen ist, nehme ich das auch als neue persönliche Bestzeit auf 5 Kilometer.

Die zweite Runde bzw. Kilometer 6 ging es erst einmal wieder leicht bergab und so viel es nicht schwer, dass Tempo auf eine Pace vom 3:58 zu erhöhen und sich gleichzeitig von den letzten 2 Kilometer, die hügelig waren, zu erholen.
Bei Kilometer 7 hatte ich dann einen Tiefpunkt. Ich bekam Bauchkrämpfe und ich wusste, dass die nächsten beiden Kilometer hart werden würden und lief nur eine Pace von 4:22.

Der achte Kilometer begann gleich mal mit Gegenwind, dafür hatte sich mein Bauch bzw. . Zum Glück nur ein kurzes Stück, denn ansonsten, wäre mein Ziel eine neue persönliche Bestzeit aufzustellen nicht drin gewesen. Obwohl es bei diesem Kilometer fast ausschließlich bergaufging, holte ich einige Läufer und Läuferinnen ein und schaffte eine Pace von 4:31.

Immer wieder blickte ich nach hinten um zu sehen, ob Andreas May noch hinter mir ist und mich vielleicht als Pacemaker missbraucht. Doch das war nicht der Fall, hinter mir klaffte eine große Lücke.

Bei Kilometer 9 versuchte ich auf die Läufergruppe vor mir endlich aufzuschließen bzw. ran zu kämpfen, dies gelang mir auch an einem kleinen Hügel. Mit einer Pace von 4:20 reichte es um 2 Läufer zu überholen.

Der letzte und damit zehnte Kilometer. Nochmals Zähne zusammen beißen, Oberschenkel, Wade, Bauch (seit Kilometer 9 wieder zu spüren), Lunge, ach was den ganzen Körper einfach ignorieren und Tempo erhöhen. Das gelang mir zwar, aber nicht so gut, wie beim Dreikönigslauf in Schwäbisch Hall. Es reichte zwar noch für einen Endspurt aber nur über die letzten 50 Meter. Hätte ich nur ein paar Meter vorher das Tempo erhöht bzw. zum Endspurt angesetzt, dann hätte ich den Läufer auf dem Bild eingeholt.

Fazit:
Der Lauf wieder Klasse. Es hat wirklich alles gepasst und obwohl, ich jetzt immer noch mit Darmkrämpfe zu kämpfen habe, hat es mir richtig Spaß gemacht. Natürlich liegt das hauptsächlich an den phänomenalen Endzeit von 42:38 Minuten.
Das Intervalltraining scheint sich wirklich zu lohnen und ich bin mir sicher, dass ich die Sub 40 Ende März, bei welchem Lauf auch immer (Sulzdorf klappt nicht, da ich auf eine Hochzeit “muss”). Das gilt natürlich nur, wenn meine Gesundheit mitspielt, denn die rechte Achillessehne, meldet sich in letzter Zeit verdächtig ist zu Wort.

Beim Blick auf die Zieleinlaufliste fällt auf, dass die ersten 3 Läufer außergewöhnlich schnell unterwegs waren. Unter den Teilnehmern wurde gemunkelt, dass sie versehentlich nicht ganz hinter zum Wendepunkt liefen und vorher die Wende nahmen. Eigentlich wären Sie damit disqualifiziert, aber ich hätte dies auch nicht gemacht, denn es war ja nicht deren Schuld und die Zieleinlauf-Reihenfolge hätte sich dadurch auch nicht geändert. Nur die Zeiten wären andere…

Da fällt mir noch ein, dass ich meinem ersten 10 Kilometer-Wettkampfbericht (Altstadtlauf in Feuchtwangen) mal erwähnt hatte, dass der erste nur 9 Minuten vor mir ins Ziel kam. Damals hatte ich mir Insgeheim Vorgenommen (in meiner Naivität) den damals Erstplatzierten (Thomas Czernicky) beim nächsten Altstadtlauf zu schlagen. Wie es der Zufall so will, hat auch Thomas am Stadtlauf teilgenommen und kam einige Minuten nach mir ins Ziel. Es ist mir egal, dass er den Wettkampf als Trainingslauf missbraucht hat, gewonnen ist gewonnen…

Hoffentlich purzeln die PB´s weiter so...

Sport frei!
Thomas
www.Läufer-Blog.de

2.5
Gesamtwertung: 2.5 (2 Wertungen)

Hui,

bei dem Mistwetter und dem scheinbar recht hügeligen Lauf eine tolle Zeit für Januar! Intervalle machen sich wohl wirklich bezahlt, also locker weiter machen und weitere PBs kassieren. Und dabei immer schön ehrlich und sportlich bleiben :grins:.

Hi Thomas, danke für den

Hi Thomas,

danke für den super geschriebenen Bericht. (Ich lese ihn immer auf deinem Blog wegen der Fotos)
Du legst eine PB nach der anderen hin, meinen Glückwunsch für den gelungenen Lauf. Wieviele Läufe finden denn bei Euch in der Umgebung statt? Monatlich mindestens einer, oder? Bin richtig neidisch

Achja, kannst du noch was zum Durchschnittspuls während der gesamten 10 km schreiben und wie hoch war dein Maximalpuls im Lauf. DANKE!

Grüße
RON

Allen Respekt !

... du haust das echt raus !!! Hut ab und weiter so !!!

Der Maximalpuls lag bei 179

Der Maximalpuls lag bei 179 und durchschnittlich bei 169 Schlägen pro Minute.

Ich schreibe deshalb nichts vom Puls in meinem Bericht, da mich der Puls derzeit wenig interessiert. Am Ende zählt ja nur die Zeit und mein Trainingsplan geht auch nur auf Grundlage von Pace pro Kilometer.
Des Weiteren weis ich immer noch nicht, wo mein absoluter Maximalpuls liegt. Ich habe inzwischen 3 angeblich EKG-genaue Pulsuhren. Aber die Maximalwerte reichen von 179 bis 190 BPM, das ist mir einfach zu ungenau für die Trainingsplanung und am Wettkampf sowieso, zumal ich ja jetzt ein GPS-Uhr mit Pace-Anzeige habe...

Sport frei!
Thomas

Läufer-blog.de

Gratulation

Vielen Dank für deinen Bericht! So was liest man gerne.

Schön dass du nach so langen Verletzungssorgen an WK teilnehmen kannst. Es muss sicher für dich eine große Genugtuung sein. Für mich war es "damals" auch eine ewig lange Geschichte bis ich einen normalen 10k-WK auf PB absolvieren konnte. Deswegen empfehle ich dir nicht so sehr an die Zeiten oder Plätze zu denken sondern einfach dich drüber zu freuen, dass du z.Zt. WK genießen kannst (es werden irgendwann neue Verletzungen kommen und es wird nicht immer möglich sein an WK teilzunehmen, das ist meine Erfahrung).

Ein Tipp von mir wäre sonst dass du mit 42:30 nicht eine sub40 Zeit anvisierst, sondern erst mal eine sub42 dann eine sub41 etc. Es ist realistischer und vor allem macht mehr Spaß und motiviert mehr Ziele zu erreichen als die zu verpassen. Man kann nicht immer ein paar Minuten schneller werden, sonst wurden wir alle irgendwann sub30 Zeiten laufen:)

Ich hätte sonst eine Bitte für zukünftige WK-berichte. Ich bin ein großer Freund von Laufberichten. Ich finde viel besser wenn das Ergebnis nicht gleich am Anfang steht, das nimmt die ganze Spannung beim Lesen weg. Es mag albern klingen, aber als Läufer fiebert man schon manchmal richtig beim Lesen von Laufberichten, zumindest ich:)

Viel Spaß und weiterhin gute Gesundheit!

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