Eine sehr persönliche Betrachtung des Laufens:

Heute habe ich mal wieder die Schuhe geschnürt und nach 12 Tagen ein Ründchen gedreht. Es fiel mir wie erwartet recht schwer durch zu atmen und nach 1,5km war ich mir fast sicher, dass ich den Rückweg nicht laufend werde bestreiten können.
Ich hatte das Gefühl ich renne gegen ein Gummiband an, das mir jemand im Rücken festgemacht hat." So, wenig Spaß hatte ich doch früher beim Laufen nicht!" denke ich noch. "Also was ist hier eigentlich passiert, was hat sich für mich geändert?"
Während ich so entspannt wie eben möglich einen Fuß vor den anderen HIEFE, geht das Gedankenkarusell los.
Als ich anfing zu laufen, vor 6 Jahren, wollte ich unbedingt beweisen, wie viel ich doch in möglichst wenig Zeit leisten kann. Wollte unbedingt mit meinem marathonlaufenden Chef mithalten. Ohne Rücksicht auf meinen Körper lief ich mich kaputt. Als ich dann so richtig in der Sch.... saß, lief auch der Rest meines Lebens aus dem Ruder.
Kurz: mein Leben war mir nichts mehr wert! Niemand konnte mich aufhalten. Nur der Zufall ließ mich bleiben.
Den Kampf meines und um mein Leben begann.
Ein harter Weg, den ich meinem ärgsten Feind nicht wünsche. 2 Jahre Kampf um jedes Lächeln und Freude am und im Leben.
Irgendwann lief ich wieder. Warum weiß ich gar nicht mehr. Einfach so. Nur für mich. Irgendwie, irgendwo, irgendwann. Ohne Uhr, ohne Druck, ohne Ziel.
Es war MEINE persönlich BESTE Medizin. Es fiel mir immer leichter. Die Strecken wurden länger. Mein Körpergefühl und auch mein Lebensgefühl wurden immer sonniger.
Ich begriff, dass ich hier niemandem irgendeinen Beweis schuldig bin; dass ich gut bin, so wie ich bin und dass ich zu recht stolz auf mich sein kann, unabhängig davon wie gut andere in der selben *Disziplin* sind. Mein ganzes Leben war ich darauf bedacht, es allen recht zu machen und immer eine der Besten zu sein. Egal, ob mir etwas Spaß machte oder nicht. Irgendwann geht man unter diesem Dauerstreß kaputt, logisch.
Tja, und dann entdeckte ich nach 2 HM jogmap. Zunächst war es einfach nur schön zu sehen, dass es noch andere Bekloppte gibt, die gerne durch den Regen rennen.
Alle Läufe, die ich lief waren immer noch nur für mich.
Aber ich verfiel in den alten Trott und meinte wieder, ich müsste in der Oberliga der jogmapper mitlaufen, damit ich *gut* bin. Also immer schneller, härter, besser. Spaß- WEG! Körper- AUSGELAUGT!
Das alles wurde mich heute morgen beim Laufen klar.
ABER ich bin ich. Ich bin keine Weltklasseläuferin. Werde ich auch nie! Will ich auch garnicht mehr. Ich will einfach nur für mich laufen und mit einem Lächeln nach Hause kommen und mich freuen, dass es ein schöner Lauf ohne Gummiband im Rücken und vielen schönen Eindrücken war.
Also verwerfe ich hiermit mein Ziel, diese Jahr einen HM unter 120min zu laufen und denke wieder, dass alles in Massen immer besser ist als permanent bis an seine Grenzen zu gehen.
Tja, ich hoffe, ich verfalle so bald nicht wieder in den alten Trott.
Die zweite Hälfte nach meiner Erkenntnis lief sich der Rückweg schon sehr viel angenehmer und ich freue mich auf meine nächste Runde ohne Druck.

Ein streßfreies WE Sabine

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hell Yeah!

Auch wenn diese Site die Möglichkeit bietet, sich mit anderen Menschen zu messen und zu vergleichen, ist es aber immer noch so, dass jeder von uns hier sein eigenes Rennen läuft.
Sei es ein Rennen gegen Langeweile, für ein besseres Körpergefühl oder das Laufen als Genussmittel oder ein Rennen zum Stressabbau.
Wettkampf wegen des Wettkampfs willen führt wahrlich nur zu Druck und Frust.
Wünsche Dir ein weiterhin schönes Rennen in Laufsachen, aber auch in "zivil".

marcus

Laufen in Leipzig (z.B. beim 13. Leipziger Winterlauf am 31. Jan 10 Uhr)

Glückwunsch


zu Deiner Entscheidung!!!
Laufe nur für Dich. Nun ja, die Versuchung ist groß: immer besser, immer schneller.Ich rede aus Erfahrung. Nun ist es bei mir noch ein bißchen anders, weil ich ja schon sehr alt bin und ich keine Rekorde mehr erreichen werde.
Aber Du bist noch jung und mußt gut auf Dich und Deine Gesundheit aufpassen.
Ich wünsche Dir von Herzen, daß Du Deine neue Einstellung durchhälst.
Alles Liebe
Gisela

Liebe Sabine...

...es ist schon erstaunlich, wieviele von uns solche Täler durchschreiten. Wichtig ist, irgendwann auch mal wieder rauszukommen.
Hier, bei jogmap, vergleichen Leute ihre Laufleistung. Der Wert eines Menschen bemisst sich aber keineswegs an den Wochenkilometern.
Du bist 'ne Powerfrau! Aber Du vernachlässigst wohl Deine eigenen Ressourcenpflege. Aber auch mit dieser Eigenschaft bist Du hier keineswegs allein.
Und wenn Du sichergehen willst, die Entspannung beim HM nicht zu verlieren, dann überleg mal, ob Du Ende März mit im Königsforst laufen willst. Wenn Du da immer schön bei mir bleibst, garantiere ich Dir eine Zeit nicht unter 2:20! Versprochen!
Ganz liebe Grüße, Conny (die auch dazu neigt, auf Verschleiß zu fahren)
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"Geschwindigkeit wird total überbewertet, schließlich betreiben wir einen Ausdauersport!" marcuskrueger

Warum Laufe ich!?

Warum laufe ich?

Weil ich für mich entdeckt habe, dass Laufen MEIN Sport ist

Weil Laufen Balsam für Körper, Seele und Geist ist

Weil Laufen in der Natur alle meine Sinne weckt

Weil Laufen mich fit, gesund und jung hält

Weil Laufen meinen Kreislauf in Bewegung bringt

Weil Laufen mich stressfrei macht

Weil mir beim Laufen die besten Ideen kommen

Weil ich beim Laufen die Natur entdecken kann

Weil ich beim Laufen viele nette Menschen kennengelernt habe

Weil Laufen mich das Kämpfen und Durchhalten lehrte

Weil ich beim Laufen meine Grenzen erlebe

Weil ich beim Laufen immer wieder die Strecke besiege

Weil Laufen mich stark macht für den Alltag

Weil ich beim Laufen Regen, Wind, Sonne, Schnee auf der Haut spüren kann

Klar will ich mich auch mal mit anderen messen, das Ergebnis meiner Entwicklung vergleichen, um festzustellen das Es bestimmt nicht falsch war, mit dem Laufen anzufangen!

"Der richtige Sport fängt erst da an, wo er längst aufgehört hat, gesund zu sein."

Irgendwann wirst du gefragt

Irgendwann wirst du gefragt was Deine Bestzeit auf dieser oder jener Strecke war..
Ich für mich habe mich entschieden eine für mich respektable Bestzeit zu laufen...
Irgendwann ist man für Bestzeiten zu alt, deshalb will ich es auf der einen oder anderen Strecke nochmal wissen und mir nicht später vorwerfen müssen ich hätte was versäumt.

Denn Qualität kommt von Qual und no Pain no Gain.

Kann man auch so sehen....

Es allen recht machen wollen...

.... und der daraus resultierende Dauerstress kommt mir sehr bekannt vor! Zugemüllt mit lauter Verpflichtungen, die man natürlich auch perfekt erfüllen musste/wollte, war ich gereizt, nichts machte mehr Freude! Ich hatte einfach nur funktioniert, was sich auch noch heute nicht immer ganz vermeiden lässt! Sicherlich gibt's Situationen, die einen hohen Einsatz erfordern, bzw. auf absehbare Zeit kann man durchaus auch ganz zurückstehen, doch auf Dauer ist das nicht zu schaffen, ohne selbst auf der Strecke zu bleiben!

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen war mein Motto, doch ich erkannte, dass wenn ich mich daran halten wollte, keine Zeit mehr für's Vergnügen übrig bleibt! Irgendwann dachte ich "stop, das kann's nicht sein!", bzw. ich erkannte, dass ich meine Aufgaben nur dann gut erfüllen kann, wenn ich auch einen Ausgleich haben kann, wenn ich auch mal das machen kann, was mir Spaß macht! Vor allem mit Kawitzki stimme ich voll überein!

Im Laufe der Jahre habe ich mir meine ursprüngliche Lebensfreude wieder zurückerobert und setzte heute Prioritäten. Das Recht-machen-wollen wird mittlerweise dosierter eingesetzt, bzw. kann ich es nun auch aushalten, mal anzuecken. Grundsätzlich versuche ich mein Bestes zu geben, doch wem mein Bestes nicht reicht - sein Problem! Es ist nur einer perfekt und das ist Nobody!

Ich bin sicherlich ehrgeizig und habe Ziele, doch die sind für mich gesetzt, bzw. ich versuche ein für mich gutes Ergebnis zu erreichen, denn es wird immer jemanden geben, der besser ist als ich!

LG

MC

laufend fit und gut drauf!

Das Gruppenduell Ruhr vs. Born

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