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Vor Weihnachten habe ich mir ein neues Buch gekauft. „Besser Laufen durch Yoga“ von Kirsten Hüster. Inzwischen frage ich mich „Warum?“. Hat doch Christopher Mc Doughall in seinem „Born To Run“ schon seinen Trainer zitiert. „Die Yoga Jungs verletzten sich auch.“ Vielleicht einfach deswegen, weil Yoga für mich seit vielen Jahren eine hervorragende Ergänzung zum Laufen ist.

Inzwischen habe ich das Buch gelesen (bzw. angeschaut, denn mit mehr als 300 Übungsabbildungen ist das Buch nicht sehr textlastig). Irgendwie bin ich damit aber nicht ganz warm geworden. Es ist nicht Fisch nicht Fleisch. Weder Lauf- noch Yogabuch.

Man muss Yoga wirklich mögen, um es als Ergänzung zum Laufen richtig einsetzen zu können. Dann ist die Kombination aber besonders für Beweglichkeit, Koordination und Konzentration klasse. Ob das Buch es schafft, diesen Draht zum Yoga herzustellen, wage ich zu bezweifeln. Ohne einen Kurs wird es schwierig, ein Gefühl für Yoga zu bekommen.

Das ist das, was ich an dem Buch auch hauptsächlich vermisse. Bei 300 Übungsabbildungen - mit sehr sparsamen Übungsbeschreibungen - hätte man ruhig eine Filmkamera mitlaufen lassen und eine DVD beilegen können. Dann könnte man die Übungsausführung nachvollziehen. Ein paar Kommentare zur richtigen Atmung in den jeweiligen Übungsphasen und es wäre eine recht runde Sache geworden. So ist das Buch für Läufer ohne Yoga Vorkenntnisse höchstens ein Appetitanreger.

Gut finde ich die Passagen zu Atem- und Entspannungstechniken. Beide können dem Läufer neben den Körperübungen noch einen richtigen Mehrwert bieten. Und die Beschreibung ist für Einsteiger sehr gut gemacht. Da werde ich mir auch noch etwas herauspicken.

Ich denke, dass Yoga keine Geheimwaffe für jeden Läufer ist. Ich bin auch der Meinung, dass der Läufer von einer Umsetzung funktionalen Trainings als Laufergänzung mehr profitieren kann, dieses sogar als Yogi zusätzlich braucht. Wenn man aber ohnehin schon gerne Yoga praktiziert, kann man es auch sehr gut mit Laufen kombinieren. Und das Buch gibt einem einige Anregungen dazu, wie man das am Besten macht. Mehr aber auch nicht.

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Bei Mc Dougall war's sogar noch drastischer ...

... sein Trainer sagte: "Jeder Yoga praktizierende Läufer, den ich kenne, verletzt sich."

Es gibt ein paar Übungen, die ich mache, und die wohl auch ähnlich im Yoga gemacht werden. Aber das hält sich dann doch in Grenzen. Yogakurse würde ich jedenfalls nicht machen. Da schwingt mir zumeist zuviel Message mit.

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

Danke für die Korrektur...

... man sollte nicht aus dem Gedächtnis zitieren ;-)

Ich denke die Beobachtung des Trainers kommt daher, dass Yogis gerne ihre Übungen als das Allheilmittel verstehen. Und das sind sie nicht. Aus dem funktionalen Training gibt es speziell für Läufer so viele Kraft- und Koordinationsübungen, die nicht durch das eher statische Yoga abgedeckt werden. Auf die würde ich nicht mehr verzichten wollen. Die meisten Dehn- und Balanceübungen kann man sich als Yogi dagegen tatsächlich schenken. Wie meistens... die Mischung macht's.

Aber jetzt gilt es erst einmal die Füßlein wieder lauffit zu machen. Nach einem ernsthaften Rückschlag für meine A-Sehne zwischen den Jahren, war mein "Walk'n Run" gestern wieder etwas hoffnungsstiftend. Und die grosse Wiese im Strandbad juckt mich schon wieder für eine Barfußeinheit. Wenn jetzt nicht die Kaltfront anrollen würde.... Brrrr.

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