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Man sagt, zur Weihnachtszeit solle der Mensch innehalten, die Seele baumeln lassen und das fast vergangene Jahr Revue passieren lassen. Ich finde, das ist auch richtig so - auch schon einen Tag vor Heiligabend.

Für mich war 2011 ein außergewöhnliches Jahr. Ein Jahr mit verdammt viel Bewegung an der frischen Luft. So viel wie in 2011 ich in meinem ganzen Leben noch nicht gerannt. Nicht ansatzweise. Bisher fast 2400 km. Und darin enthalten diese eine Strecke von 42.195 km am Stück. Absolviert mit vielen anderen Mit-Läufern, mit Startnummer, mit Zeitnahme, ein richtiger Wettkampf also. Der erste sportliche Wettkampf in meinem Leben - ohne Bestandteil einer Mannschaft zu sein.

Wie gut Laufen generell tut brauche ich hier sicher keinem zu erzählen. Wie gut mir speziell der Marathon bekommen ist, darüber möchte ich berichten.
Vorausschicken muss, dass ich – der ich in meinem Leben schon einige Prüfungen absolviert habe – noch niemals Prüfungsangst verspürte. Ich war eigentlich immer gut vorbereitet und das habe ich auch immer gewusst. Wovor sollte ich also Angst haben? Ich wusste, ich kann mich auf meinen Kopf und meine Vorbereitung verlassen.
Den Marathon in Köln habe ich auch als Prüfung angesehen. Vorbereitet war ich ja mit damals gut 1800 km seit Anfang Januar auch nicht schlecht. Die langen Läufe in der Vorbereitung haben gut geklappt, die Schuhe waren eingelaufen, ich hatte einen Plan, mentale Betreuung und, und, und… alles bestens! Trotzdem war‘s etwas anderes als bei allen anderen Prüfungen vorher. Wohl deshalb, weil ich mich zum ersten Mal auf die Leistungsfähigkeit meines Körpers verlassen musste. Nicht dass der Kopf beim Marathon keine Rolle spielte, laufen tun aber letztendlich doch die Beine. Die große Frage lautete also: Kann ich meinem Körper trauen? Auf diese Frage gab’s vor Köln (noch) keine Antwort.

JETZT weiß ich, ich kann! Vertrauen! Das ist saugut zu wissen! Bringt irgendwie ein richtig geiles Körpergefühl. Klar, die ganze Rennerei beschert einem ja sowieso eine andere Körperlichkeit, man hört mehr in seinen Körper rein, man versteht ihn. Ich kann da noch eins draufsetzen - seit dem Marathon liebe ich meinen Körper. Nicht dass ich ihn vorher hasste. Nein er war mit nur mehr egal. Jetzt ist das alles sehr bewusst.

Eben noch hat mich dieser geliebte Körper entspannte 15 km weit in relaxtem Tempo getragen. Die erste Belohnung in Form von Fruchtsaft und Bananen sowie einer heißen Dusche hat er erhalten. Nun kommt noch ein Supplement in Form von ein, na ja eher zwei oder drei guten Gläsern Wein hinzu……. Was kann das Leben schön sein.

Weihnachten kann kommen.

In diesem genussfreudigem Sinne euch allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest, Gesundheit und Glück.

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