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Ziele, ich brauch Ziele! Der Gedanke durchzuckte meinen Kopf - und im nächsten Moment wurde mir klar, dass ich ihn laut ausgesprochen hatte. So laut, dass er an das Ohr von Samson gedrungen war. "Schön für dich", sagte er, "aber was geht mich das an?"
Natürlich ahnte er, dass er beim Ziele haben eine wichtige Rolle spielen würde. Mein befellter Motivator sozusagen, mein knurrender Ansporn, mein wuscheliger Mitläufer. Denn er ahnte auch, dass Ziele setzen in diesem für ihn so grausamen Jahr nur bedeuten konnte: laufen.
"Im April den Halbmarathon, das weißt du ja. Aber das ist zu spät. Ich brauche Zwischenziele!"
"Oh nein", sagte Samson, mein Lieblingshund. Und schon verzog er sich unter den Esstisch, in der schon so oft enttäuschten Annahme, er könne mir entkommen.
Ich holte die Leine, während ich ihm erklärte, beim Zehn-km-Silvesterlauf in Forchheim zu starten, eine Woche später die 15 Kilometer von Rheinzabern anzustreben und mich einen weiteren Monat später ebendort womöglich und ganz vielleicht an die 20 Kilometerstrecke zu wagen. Mittels Winseln wollte Samson Mitleid erregen.
"Die gute Nachricht ist, du musst bei den Wettkämpfen nicht mitmachen", sagte ich.
"Und die schlechte? Nein, sag's nicht, ich will es nicht hören. Schweig!"
"Die schlechte ist: Du bist mein Trainingspartner."
Samson jaulte auf: "Du solltest doch schweigen!"
"Ich werde auch schweigen. Gleich. Wenn wir draußen sind und laufen."
Und so geschah es. Am Samstag 19 Kilometer, heute 12, Samson immer hintendrein. er hechelte, er japste, er versuchte sich mit der Vortäuschung wichtiger menschlicher (oder hundlicher?) Geschäfte unlautere Pausen zu verschaffen und zwischenzeitlich schob er sich sogar vor mich und galoppierte munter drauflos.
Mal sehen, ob ich mit seiner Hilfe den verkorksten Rheinzabernlauf von voriger Woche korrigieren kann. Wenn nicht, ist natürlich Samson schuld.
Aber ich werde ihm verzeihen!
Eine schöne Woche wünscht allen Jogmappern:
okta

5
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So sind sie die Wauzis

.. haben kein Verständnis für uns laufenden Zweibeiner.

So lange wir drinnen sind, starrt unsere immer ganz entnervt wenn ich mich solch nebensächlichen Dingen wie Haushalt widme.

Dann raus zum Training, da ziehe ich dann ab km 10 einen Hund hinter mir her. Nicht weil sie nicht mehr kann, sondern weil Maadame keine Lust mehr hat.

Wenn wir dann nach 2-3 Stunden wieder zu Hause sind ernte ich immer den "Wars das etwa schon"-Blick gemischt mit Tatendrang.

Aber ohne Hund laufen ist ja auch doof. Habe ich im letzten Sommer getestet. Es hatte zur Folge, dass sie so lange gejault hat, bis mein Mann sich auch in die Laufklamotten geworfen hat und eine Extrarunde nur für den Hund gedreht hat.

Gut, dass wir niemanden verwöhnen ;-)

Keep on running
Baskoline7

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