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Achtung, Joachim treibt heute sein Unwesen! Mit dicken Backen bläst er durch die Wälder,durch die Auen... Laufen gehen? ok, im Wald purzeln die Äste durch die Luft, soviel Schutzhelm gibts gar nicht. Auf den weiten Auen mit Blick ins dunkelpechrabenschwarz-bewölkte Land hilft auch noch so inniges Festkrallen am Laufpartner nicht, man driftet unweigerlich in Richtung ungepfügtes Feld. Da wir hier im Siebengebirge auch noch über einen, mittlerweile wieder ganz gut gefüllten, Fluß (für IMIs: den Rhein!) verfügen, bietet sich bei windigen Gelegenheiten diese Piste für ein Läufchen an.

Gesagt, getan, heute zum Rheinuferlauf verabredet, dreifach-Klamotten an, Buff über die Ohren, Kappe gegen Wassertropfen auf der Brille an und los. Wenn denn das nur so einfach wäre. Schon auf den ersten Metern bläst der Sturm so stark, daß meine (eigentlich auf Schongang betriebene) Laufmaschine mächtig zu schaffen hat. Trotzdem ist kaum ein Vorankommen möglich, wir reden uns ein, daß wir bei Windstille eine Mords-pace haben müssten, so liegt sie bei ca. 7. Kurz finden wir in Beuel an der Rheinlust etwas Schutz, klettern dann auf der endlich fertiggestellten Treppe auf die Kennedybrücke und wähnen uns unvermittelt auf einem Himalaya-Trip. Sturmböen peitschen uns entgegen,wir kämpfen uns den minimalen Anstieg (den vom Bonn-Marathon)auf die Brücke, eine Hand hält krampfhaft die Mütze fest, wir bewegen uns mit deutlicher Vorwärtslage und können kaum die wenigen entgegenkommenden Passanten ausmachen. Dafür haben wir einen grandiosen Ausblick auf das Siebengebirge, das wunderbar gruselig von schwarzen Kummulanten gerahmt ist und sind froh, dort jetzt nicht laufen zu müssen.
An der Oper auf der bonner Rheinseite klettern wir wieder auf Rheinuferniveau hinab und befinden uns nun wie wundersam in einer lauschigen, milden Luft wieder. Leichtfüßig (oder was ich dafür halte) traben wir bei fast Windstille wie die Zugvögel immer Richtung Süden bis zur Rampe der Südbrücke. Hier packt uns unvermittelt erneut der Sausewind von vorne und lässt uns richtig arbeiten. Da diese Bonner Autobahnbrücke ein Einfallstor in die Stadt ist, fahren hier auch unzählige Menschen mit ihren Autos vorbei, die einen irgendwie kennen. Also geht hier mattes Geschluffe gar nicht, es muß Haltung gezeigt werden. Nach einer Viertelstunde ist auch diese Rheinüberquerung geschafft und es geht wieder "north- to Alaska...". Mittlerweile haben wir uns schon an das kräftige Gebläse gewöhnt, die Kondition läst aber bei mir allmählich nach, erinnert mich doch dieser Lauf an frühere Zeiten, als ich in Staatsdiensten mit Bleiweste laufen musste... Die letzten hundert Meter bis zum Parkplatz gehen wir dann eben immer wieder mal, als wir ins Blickfeld des Fitness-centers, von wo aus man auf die Rheinuferstrecke sehen kann,kommen wird noch eine letzte Laufeinlage dargestellt, dann hat und das warme Auto wieder. Immerhin: Kein Tropfen Regen hat uns den Spaß genommen und die Temperaturen waren perfekt! Gut, bei so einem Grusel-Wetter auf der Piste gewesen zu sein...

living is running in the wind...

Hofpoet

5
Gesamtwertung: 5 (2 Wertungen)

sehr schön

beschrieben, eine Freude deinen Blog zu lesen. Und - jawoll - auch und gerade bei dem Wetter macht das Laufen Spaß, komme auch gerade von draußen. Schönwetter laufen kann jede(r) ;-))

Grüßle
Vasalisa

Ihr macht mir Mut!

Ich überlege, morgen über Mittag laufen zu gehen. Aber seit heute Nacht fliegt der Regen hier waagerecht und mittlerweile ist er auch noch gefroren. Naja, ich schaue morgen aus dem Fenster und entscheide dann...

Gruß Nicole

Ihr seid von Hagen ja gar

Ihr seid von Hagen ja gar nicht soweit weg, aber bei uns wars echt harmlos. Von wegen Orkantief - das bisschen Wind hat man fast nicht gespürt. Lediglich der Dauerregen nervte zum Schluss etwas, weil die Oberschenkel in den Tights kalt wurden. Aus geplanten 10 km wurden 13 km, wurden 15 km, wurden 18 km, wurden schlußendlich 23,5 km, soviel Spaß hat es heute gemacht. Und: kein Walker weit und breit;-)

war das Wetter echt soo

war das Wetter echt soo schlecht bei euch?? Ich bin Donnerstag Nachmittag in Sturm und Regen gelaufen und konnte das Siebengebirge sehen (ehrlich, es gint eine Stelle bei uns auf dem Feld, da kann man die sieben Berge sehen!!)und da war es hell, deutlich heller als bei uns!! Toller Bericht, toller Lauf!
Und schön, das es dir wieder so gut geht!!

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

toll

liest sich prima, pöt,
und ich wunder mich auch, saß ja im büro etwas nördlicher (wahnheide) und hattenicht das gefühl daß da außergewöhnliches passierte, ok, ein bischen wind aber keinefalls sturm . . .
schön daß es so gut läuft und spaß macht (sowieso, klar)

The goal of science is to build better mousetraps, the goal of nature is to build better mice!

doch,doch...

als wir liefen,zog gerade ein schmales Wolkenwirbelband über Bonn hinweg,auf der Rückseite baute sich dann der heftige Sturm auf. Wahrscheinlich haben wir den hinteren Rand von "Joachim" mitbekommen...

Hofpoet

vielleicht mal reinsehen: Siebengebirgsrun.de meine Laufseite

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