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Dies ist ein offener Brief an alle Winterdienstfirmen in Berlin. Hiermit
lege ich offen Beschwerde gegen die Nichtarbeit ein, die in meinem Kiez
geleistet wird, und die es verhindert, daß man bei Bewegung an frischer
Luft auch nur ein Quentchen Spaß empfindet.

Möglicherweise ist es den Verantwortungsträgern in den Zeiten des Klima-
wandels ja nicht mehr präsent, was es heißt Winterdienst zu leisten.
Als vor etwa zwei Wochen plötzlich der Schnee über Berlin hereinbrach,
wurden ganze Bataillone von Kehrmaschinen, Salzwerfern und Räumfahrzeugen
ausgesandt, dem todbringenden Element Schnee zu Leibe zu rücken. Keine
Stunde verging, in der man vor seinem Fenster nicht eines dieser Vehikel
vorbeirattern hörte oder in der einem als Autofahrer plötztlich unverhofft
ein Zentner Streusalz auf der Windschutzscheibe landete...

Und dann??? Frau Holle hatte keine Betten mehr, die sie über Berlin aus-
schütteln konnte. Das was da war blieb liegen und verpappte, vereiste oder
bildete mit Dreck und Salz unheilige Konglomerate. Die Winterdienstbataillone
blieben aber verschwunden und waren nicht mehr gesehen. Dafür trat die
Boulevardpresse auf den Plan und versorgte uns mit Meldungen über Blitzeis,
was - wie wir ja wissen - noch todbringender ist als Schnee.
Warum, frage ich mich dann, kommen die Winterdienstler nicht mehr aus ihren
Löchern und lassen Eis eben Eis sein???

Mein Vorhaben heute war es, gute 12 Kilometerchen zu laufen, am Ende waren es
gerade 8, noch dazu sehr frustrierte Kilometer. Auf dem ersten hätte es mich
drei Male fast hingehauen. Eine vorbei watschelnde Rentnerin schaute mich
mitleidig an, so etwa wie: "Junge, bei einem solchen Wetter bewegt man sich
doch nur in Zeitlupe..."
Eine langgestreckte Ausfahrt rutschte ich einfach so, brauchte die Beine gar
nicht bewegen, nur die Arme zum abrudern. Vor einem S-Bahnhof gab es eine
Haltestelle für den Bus, die war gestreut, nur die 150m Weg dorthin nicht.
Natürlich hätte ich auf dem gestreuten Teil auf den Bus warten können, der
mich bis zur nächsten gestreuten Haltestelle mitnimmt, von der ich dann aber
auch wieder nicht wegkomme, weil alle zuführenden Wege eh vereist sind.
Es folgten einige eisfreie Passagen, um unvermittelt einem Belag zu weichen,
wie er in Inzell nicht besser sein könnte! Ich schlidderte mit einer imagi-
nären Anni Friesinger um den Sieg über 100m Bürgersteig. Klar lag sie vor mir,
aber nur um plötzlich mit den Kufen im Bitumen stecken zu bleiben - manchmal
ist man auch auf Laufschuhen im Vorteil...
Aber ich hatte die Schnauze voll und drehte auf Heimatkurs, wo ich nach nicht
mal 30 Minuten verhackstücktem Lauf wieder eintraf. Doch wäre ich so wieder vor
meine Mädels getreten, ich wäre wahrscheinlich den restlichen Tag unaustehlich
gewesen. Also lief ich noch eine Runde ums Karree (immerhin 1km zusätzlich).
Ich war verblüfft, hier war gestreut, weitestgehend sogar eisfrei. Also noch
ne Runde. Und ... alle guten Dinge sind drei.
Es hätte so einfach sein können - 12 mal um den Block! Gut, dann hätte ich die
Spaziergänger nicht nur drei mal gesehen, vielleicht hätten sich einige auch
spontan angeschlossen. Und ich hätte ganz neue Eindrücke von meinem Wohn-
quartier erlangt. Ach nee, 12 mal - was würden da nur die Nachbarn denken???

Die größte winterliche Angst meiner seeligen Oma war es, daß
sich vor ihrem Grundstück ein Passant die Beine brechen könnte, weil es nicht
ordentlich gestreut ist. Also sah sie sich veranlaßt, schon früh um 5.30 Uhr auf-
zustehen und Schnee zu kehren und Sand, Heizungsasche und Salz zu streuen.
Keine Chance dem Schnee und Eis. Ich wünschte die Winterdienstler von heute
hätten meine Oma gekannt...

Jetzt ist es 22.40 Uhr, draußen regnet es seit 4 Stunden. Von Schnee und Eis
sieht man nur noch zaghafte Spuren, dafür stetig wachsende Pfützen. Mal sehen,
vielleicht treff ich morgen auf Britta Steffen. Bin gespannt, was sie über
100m Bürgersteig so drauf hat!

Und die Moral von der Geschicht: Nach 22.00 Uhr bloggt man nicht! ;-)

GUT LAUF und Heile Knochen wünscht
Scholle

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Als ich heute draussen war...

...kam mir die Idee eines Wettkampfes am 5. Dezember diesen Jahres. Gar nicht weit von uns weg findet der 8. Untertagemarathon statt. Laufen im Dezember, bei 25 Grad, in 700 Metern Tiefe. Machen wir eine Fahrgemeinschaft, dann hast Du auf keinen Fall das Problem mit dem Glatteis ;-)

glowi, bornierter Regenfetischist

Wo...

...zum Teufel gibt es in unserer Nähe einen Stollen, ne
Zeche oder ähnliches. Gehört nicht gerade zu Berlin /
Brandenburgischen Sehenswürdigkeiten.
Allerdings ist die Idee überlegenswert!!!

;-)

Na nicht gleich...

...um die Ecke, aber in Sondershausen. Das ist 2 Stunden mit dem Auto.

glowi, bornierter Regenfetischist

Salz?

oder was wurde (wird) da abgebaut?

Wohl...

eher nicht. Ich vermute Silbererz oder Schiefer oder
ähnliches Gedöns. Auf jeden Fall ist das Klima dort unter
Tage sehr zuträglich für die Bronchien - ein Marathon für
die Gesundheit!
Und was ich unlängst in einem Schaubergwerk gelernt habe:
"Unter Tage fährt man! Egal wie du dich bewegst, mit der
Grubenbahn oder zu Fuß - du fährts!"

Ich sehe dann schon meinen Blog vor mir:
"Liebe Jogmapler, heute bin ich einen Marathon gefahren..."

;-)
Scholle

Ich war mal...

... in nem Steinkohlebergwerk. Im Ruhrgebiet. Bei laufendem Betrieb. Nie wieder! Temperatur um die 35 °C, Luftfeuchtigkeit gegen unendlich und der Lärm.... als wir dann auf allen vieren in so einen seitlichen Gang reinkrabbeln sollten, da hab ich es aufgegeben, immer alles auch schaffen zu wollen, was die Männer schaffen... Da war für mich Schluss. Nix ging mehr.
Also, wenn ich meinen Fuß nochmal in sowas setze, dann nur in 'nen Salzstock (wegen der guten Luft).
Daher die Frage...

Sondershausen ist ein

Sondershausen ist ein Salzbergwerk, also gesunde Luft. Habe mir aber sagen lassen, dass der Untergrund extrem hart ist, also es ganz schön auf die Gelenke geht.
Achja, das habe ich gerade dazu gefunden:
"Temperaturen von 22-27 Grad C bei nur 30 % Luftfeuchtigkeit und eine stark profilierte Strecke"

bye
murphy

BSR - Bei Schnee ratlos ...

DAS weiss doch nun jedes Berliner Kindl.
Tröste dich, mir ging es heute nicht besser.
Habe schon um den Tiergarten einen Bogen gemacht,auf dem Fahrradweg des 17. Juni ging es gut, an der Spree rutschten ich und mindestens 30 andere Nervenkranke vorbei an kinderwagenschiebenden Pärchen und grienten uns gegenseitig mitleidvoll und wissend an.

Die Untätigkeit der BSR hat mir total die Pace versaut. Wir sollten eine Berliner Aktivistengruppe gründen und die BSR-Zentrale stürmen.

Marathon willst du laufen? - Also von mir hat sie das nicht.

Raus in die Natur

Geplant waren 25km Wuhletal (Mahlsdorf-Ahrensfelde und zurück). Geworden sind es dann 30km. Hab einen Wuhletalläufer getroffen und so kann es dann auch mal mehr werden. Raus in die Natur lautet das Motto! Die Frage für Euch ist nun vielleicht: wie da hin kommen?! Gruß Schalk
PS: Teilweise war's schon ganz schön glatt, aber da kann man ja auf die Wiese ausweichen, ging wirklich ganz gut!
PS2: Ein Kollege von mir ist in Sondershausen schon gelaufen (den 10er): Dagegen ist ein 30er bei 30°C zuckerschlecken. Luftfeuchte, Temperatur und das Auf und Ab sollen ein richtig schicker Mix sein!

Richtig @Schalk, ich bin 20

Richtig @Schalk, ich bin 20 km gelaufen, den Tag davor 10 km da wars noch schlimmer, 6er Pace und schneller.
Wer wirklich vorhat in Sondershausen zu laufen dem kann ich nur ans Herz legen sich von Anfang an ordentlich zu verpflegen, das Klima dort ist teuflisch, habe da mal nen MTB Wettkampf gefahren, es war bis dato mein schlimmstes Erlebniss.
Wer denkt daß ihn flaches Profil erwartet wird auch sehr schnell eines besseren belehrt.
Gibt sicher schönere Marathon Erlebnisse.

Der Tag geht zu Ende: Überdenke noch einmal, was er dir an Sorgen gebracht hat. Ein paar davon behalte, die anderen wirf weg! Calvin O. John

www.laufpark-stechlin.de

@runandbike1

Nur weil wir Flachländer sind, müssen wir uns nicht vor jedem Hügel verstecken. Deine Teufelsseerunde hat ja auch einige Höhenmeter drinnen. 1200 Höhenmeter sind zwar ein Stiefel, aber wir trainieren doch vorher, z.B. den Hermann. Ausserdem geht es mir im ersten Marathonjahr um Abenteuer und Ankommen, Bestzeiten stehen erst nächstes Jahr an.

glowi, bornierter Regenfetischist

Zum Thema Glatteis fällt mir ein...

»
Zwei Pinguine latschen durch
die Wüste: "Holla, das muss ja verdammt glatt sein hier!" "Wieso?" "Na schau mal, wie die hier gestreut haben." « ;o)

Gruß jole9201

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