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Was macht man am 3. Advent bei einer Außentemperatur von 3°C morgens um 10 Uhr vor dem Vereinsheim der Aachener Turngemeinschaft? - Richtig, man hetzt zum Bus!

Ein Ticket braucht man nicht, denn die Fahrt ist im Startgeld mit drin. Noch im Bus fragt man sich, warum man sich das überhaupt antut, aber nun ist es zu spät und man muss da durch. Ziel der Reise ist ein Punkt in der Eifel, mitten auf einer Landstraße irgendwo im Nirgendwo. Keine Ahnung wer sich ausgerechnet diesen Ort als Startpunkt für den sogenannten Winterlauf ausgesucht hat, aber daran lässt sich wohl angesichts der Masse der 2500 Teilnehmer so kurz vor dem Start auch nichts mehr ändern.

Angesagt ist ein Landschaftslauf mit der Besonderheit, dass es mal kein Rundkurs ist, sondern dass zwischen besagtem Startpunkt und dem Ziel in Aachen ziemlich genau 18km liegen. Wer sich jetzt fragt, wie das denn bitteschön klamottentechnisch funktionieren soll - schließlich möchte man sich ja gerade im Winter bis kurz vor dem Start und möglichst bald nach dem Ziel schön warm verpackt sehen, während es auf der Strecke durchaus auch leichtere Bekleidung tut - dem sei gesagt: Das Stichwort heißt Gepäcktransport! Ja, die Aachener Turngemeinschaft hat tatsächlich einen Gepäcktransport eingerichtet, der die schweren Warmhalteklamotten zuverlässig vom Start ins Ziel bringt, während man mit sich selbst das gleiche tut.

Also gut, raus aus der dicken Jacke, rein mit ihr in die Tasche und rein mit der Tasche in den Bully, und auf geht's an die Startlinie.

Bei wunderbarem Wetter läuft es gut. Erst geht es flach, dann kommt die einzige wirklich längere Steigung, aber nach 3km freut man sich dass man das Schlimmste schon hinter sich hat. Es laufen ganz verschiedene Läufer mit. Da gibt es die austrainierten Profis die nach 1 Stunde schon im Ziel sind und Leute wie mich, die mehr als die doppelte Zeit brauchen. Einer erzählt, dass er noch im September einen leichten Schlaganfall hatte und nun nur gesund ins Ziel kommen möchte - sehr beeindruckend!

Unter dem Applaus und der Motivation durch viele viele Zuschauer geht es hinab, bei Kilometer 6 an der ersten Verpflegungsstation vorbei und nach etwa der hälfte der Strecke wieder ein kurzes Stück hinauf zur alten Bahntrasse die sich dann topfeben bis fast nach Aachen schlängelt.

Es geht irgendwie immer weiter, und was auffällt ist die Freundlichkeit der Zuschauer und der netten Helfer an den Verpflegungsständen, an denen es Wasser und warmen Tee zur Auswahl gibt. Die Strecke ist vom Veranstalter hervorragend ausgeschildert und abgesichert, und auch das Rote Kreuz lässt sich personell nicht lumpen.

Letzteres kommt dann auch zum Einsatz, als eine junge Frau sich kurz nach einem Verpflegungsstand dazu entschließt, spontan rechts anzuhalten und sich die Seele aus dem Leib zu erbrechen. Sie holt wirklich alles aus sich heraus. Zum Glück sind die netten Helfer vom Roten Kreuz auch hier nicht weit, und der Dame kann geholfen werden.

Ein paar Wellen sind schon noch drin auf den letzten 4 Kilometern, aber die packe ich gut und komme nach 1 Stunde und 57 Minuten unter tosendem Applaus ins Ziel.

Im Ziel reicht der Veranstalter warmen Tee, und man kann seine Startnummer gegen eine echte Aachener Printe und ein gutes Paar Laufhandschuhe tauschen. Und siehe da - auch meine dicke Jacke hat es mit dem Gepäckservice wohlbehalten ins Ziel geschafft. Das schafft sogar die Lufthansa nicht immer so gut!

Alles in allem für mich ein sehr schöner Lauf, und ich werde im nächsten Jahr wieder dabei sein!

Herzliche Grüße
Marc.

4.5
Gesamtwertung: 4.5 (4 Wertungen)

Guter Bericht über eine tolle Veranstaltung!

Und nächstes Jahr ist der 50. ATG Winterlauf. Das ist dann mein fünfter.
Vieleicht trinken wir dann den Tee vor dem Start zusammen?

Du sprichst mir aus der Seele,

der ATG-Winterlauf war wieder mal sehr gut organisiert. Super fand ich, dass diesmal vor dem Start "Zeitblöcke" benannt waren und es auch ein Startschild gab, so habe ich zum Erstenmal die Startlinie bewusst überquert. Die hat man sonst nie wahrnehmen können, zumindest wenn man weiter hinten gestartet ist. So konnte ich auch meine eigene Zeit entsprechend stoppen, denn bis man aus den hinteren Reihen ans Laufen kommt, dauert es ja doch immer ein wenig. Verpflegungsstände unterwegs und im Ziel waren auch wieder sehr gut organisiert und der Gepäcktransport ist einfach spitze. Man muss den ATG´lern ein tolles Lob aussprechen.
Ich hoffe im nächsten Jahr auch wieder dabei sein zu können.
Grüße
Monika

Die Zeitblöcke waren

Die Zeitblöcke waren wirklich prima, so konnte ich von beginn an 'mein' Tempo laufen, was dann auch in einer PB endete:-) (Sub 1:28:00).
Genial wäre es natürlich, wenn im kommenden Jahr - zum 50. ATG Winterlauf - auch eine Nettozeitmessung eingeführt würde. Das wäre dann wirklich das I-Tüpfelchen auf eine an sich schon perfekte Laufveranstaltung!

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