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Haste Scheiße am Fuß haste Scheiße am Fuß. Treffender als mit dem Zitat des Fussi-Weltmeisters von 1990, Andi Brehme, ist meine aktuelle Lage kaum zu beschreiben.

Nach zwei Wochen vorsätzlicher Totalabstinenz, heute morgen dann der erste Versuch zurück ins Läuferleben. Weil vor Wochen die Probleme immer so etwa nach 6 Kilometern massiv wurden, nehme ich mir erst mal nur 6 vor. Vier mit Schuhen und zwei barfuß auf Rasen.

Drei Grad, der Himmel bedeckt. Die Frisur sitzt, die neue Jacke auch. Das Okay vom Doc habe ich ja schon seit drei Wochen, inklusive einer Erneuerung von letzten Montag. Aber ich hab' trotzdem nix riskiert. Ärzte irren sich zwar so gut wie nie, aber ich vertraue lieber auf mein Körpergefühl.

Das verheißt auch heute nichts Gutes. Der Fuß schmerzt seit Tagen immer mal wieder dezent vor sich hin, manchmal fühlt er sich aber immerhin schon wieder einigermaßen brauchbar an. Ich laufe trotzdem los. Nach fünfhundert Metern eine Treppe. Wie auf Eiern schlingere ich runter. Im Fuß zieht's. Ist aber nicht die Ferse, sondern das Sprunggelenk. Komm' nicht verrückt machen lassen, sage ich mir. Schließlich hast du dir am Dienstag noch eine Sonderbehandlung bei einer Ultralaufkollegin abgeholt. Nin Shin-Jutsu, so was ähnliches wie Shiatsu. Und mir sagen lassen, ich solle auf die Selbstheilungskräfte meines Körpers vertrauen. Au weia, ausgerechnet ich, der König der Gebrechlichen, soll also auf meine Selbstheilungskräfte vertrauen?

Am Sportplatz angekommen, ziehe ich die Schuhe aus. Fünf Runden barfuß auf eiskaltem Rasen stehen an. Barfuß ging zuletzt immer ganz gut, und gekoppelt mit der schmerzkillenden Wirkung der Kälte sollte die Sache irgendwie zu schaffen sein. Nach knapp 1,4 Kilometern zogs dann deutlich in der Ferse. Also gut gehsse eben 'nen Stück, denk ich mir. Nach zwanzig Metern wieder langsam angetrabt, der Schmerz lässt nach.

Jetzt die Eisklötze wieder in die Schuhe zu bekommen ist eine Herkulesaufgabe. Hätte ich doch einen Schuhanzieher mitgenommen. Irgendwann bin ich drin. Ohne jedes Gefühl in den Mauken trabe ich zurück nach Hause. Unterwegs dann Nadelstiche unter den Fußsohlen. So langsam spüre ich die Füße wieder. Aber wo ist der Schmerz? Wann kommt er? Ich fühle immer tiefer in meine Ferse hinein und dann, plötzlich, stehe ich vor meiner Haustür. Geschafft. Wirklich befreiend war das Ganze noch nicht. Aber es ist ein klitzekleiner Hoffnungsschimmer am Horizont. Also morgen noch mal sechs.

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Manchmal haben auch Ärtzze mal recht

Moin klada,
ich scheiße, wennst scheiße im fuass hast.
Selbstheilungskräfte, gut und schön, manchmal mußte du durch den Schmerz, meist ist das schitte und machst alles nur schlimmer. Ich würd langsam und stetig wieder einsteigen und die Knochen nur mässig ärgern, sonst rächen die sich ganz fürchterlich. Glaub mir, ich hab´s bei mir erlebt, es war ganz fürchterlich und das comeback ist umso schwieriger.

Gruß Jürgen

Lass es knacken, aber lass es nicht die Knochen sein

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

In kleinen Schritten voran, anders geht es eben nicht. Du musst Geduld haben und wirst belohnt werden, glaub mir! Ich habe mich echt gefreut als ich sah, dass Du heute wieder gelaufen bist!

Weiterhin alles Gute
wünscht Dir Tame
BORN - denn sie wissen nicht was sie tun!

Dann hoffen wir mal,....

dass er hält!
Besser wärs, am Anfang nur jeden 2. Tag wieder zu laufen.
Ich drück Dir die Daumen!

Lieben Gruß Carla

Der in sich reinhört ...

... und ständig irgendwelche Fehlfunkwellen anderer für die eigenen hält.
Endlich bsit wieder 'n bissl on tour. Is ja kaum auszuhalten nix von dir zu lesen und wenn dann nur Schiete. Da is das schon besser.
Tut nixe weh? Nur bissl? Das Treppenruntereiern klingt aber verflucht nach übervorsichtig. Biste Prinzesschen auf Erbsen laufend?
Mach mal schön langsam wieder los, aber nicht mit überüberüber... übertreiben.
;-)

Prinzessin auf der Erbse ...

... trifft es ziemlich gut. Übervorsichtigt. Das geht mir schon deshalb auf den Zwickel, weil ich ein gutes Jahr intensiv und erfolgreich an Stabilität, Sensomotorik und nennen wir es "Fußvertrauen" gearbeitet habe. Jetzt habe ich das Gefühl, wieder bei Null anzufangen. Nicht konditionell sondern bewegungstechnisch.

Ja, es ist ein heikler Weg durch den Schmerz, aber ich riskiere möglichst wenig. Werde auch tatsächlich einen Pausentag einschieben und erst Montag wieder antraben. Und längere Einheiten als Kombi aus Radfahren und Laufen einplanen. Zwei Stunden auf dem MTB, danach eine Stunde Laufen - damit käme ich auch schon wieder ein Schrittchen vorwärts.

Danke für euer Mutmachen.

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

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