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Als ich seinerzeit über die Interviews nachdachte, hoffte ich, jeden Monat einen Spätstarter interviewen zu können. Aber nach dem ultimativen Interview mit „alterwalker“ brauchte ich eine schöpferische Pause, weil eigentlich es danach nichts mehr zu fragen oder zu erklären gab.
Nun habe ich mich von dem Inspirationsschock erholt und werde eine neue Folge meiner Interviewreihe abliefern. Diesmal habe ich mich mit SWaBS, das ist Silke aus Braunschweig, unterhalten. Den geneigten Lesern wird dieser Nickname ein Begriff sein, weil sie eine eifrige Bloggerin ist und hier von ihren diversen Aktivitäten berichtet.
BrunoHastig:
Silke, du bist meine erste Interviewpartnerin, die ich sozusagen von Angesicht zu Angesicht kennen gelernt habe. Wir trafen uns seinerzeit zur Pastaparty im „Tomasa“ vor dem Berliner Halbmarathon im April dieses Jahres. Den Salat mit den Hühnerfleischstreifen und dem Currydressing hast du hoffentlich gut verdaut. Nun haben wir einen warmen Frühling und einen verregneten Sommer hinter uns und zufällig hattest du auch noch vor wenigen Tagen Geburtstag. Ich hatte mir mal sagen lassen, dass man Frauen nicht nach ihrem Alter fragt. Das ist doch mal eine gute Gelegenheit, einen Blick zurück zu werfen.
Wenn ich mir deine Beiträge so ansehe, scheinst du zu den öffentlichen Laufveranstaltungen häufig verkleidet zu erscheinen. Ich denke dabei an dein neuestes Profilbild aber auch an den Lauf, den du ganz in rosa gemacht hast. Ist Laufen für dich eine Art Karnevalsveranstaltung?

SWaBS:
Nein, ganz und gar nicht. Aber ich sage immer, ich bin im falschen Bundesland geboren. Karnevalstechnisch bin ich fast eine Rheinländerin. Zur Freude meiner Kinder mach ich da ziemlich viel „Blödsinn“ mit. Verkleidet laufe ich aber nur sehr selten. Es muss einfach passen. Zum Beispiel beim Frauenlauf in Hamburg bin ich auf die Idee gekommen, weil das originellste Outfit gesucht wurde. So etwas muss ich nur einmal lesen und ich werde kreativ.

BrunoHastig:
Offensichtlich scheint es dir ja nicht so sehr um „gute“ Zeiten beim Laufen zu gehen; dein Laufmotto lautet: „Es kommt nicht so sehr auf die Zeit an, die ein Läufer läuft. Jeder, der das Ziel erreicht, ist ein Held“. Auf der anderen Seite können sich deine Zeiten doch durchaus sehen lassen. Wie steht es mit deinem Respekt gegenüber den „Halbgöttern“, die auf blitzenden und donnernden Wolken über die Wettkampfpiste schweben.

SWaBS:
Gaaaanz ehrlich……die bewundere ich!
Einen Halbmarathon unter 2 Stunden oder einen Marathon in 4:15 ist Mittelfeldniveau, aber für mich unerreichbar. Ich ziehe meinen Hut sowieso vor jedem, der sich aufrafft, aber diejenigen, die diese Zeiten und teilweise noch viel besser erreichen, da schaue ich schon ein bisschen „bewundernd“ nach oben.

BrunoHastig:
Nach deinen Blogbeiträgen bist du eine berufstätige Mutter und Ehefrau. Auch wenn das bzw. die Kinder vielleicht schon das Gröbste hinter sich haben könnten, brauchst du für deine vielen Aktivitäten eine Menge Zeit. Das ist ja nicht nur der Wettkampf, sondern (und vor allem) das Training, das Zusammentrommeln von Mitäufern, Besorgen und Ausdenken von Kostümen und und und....
Wie machst du das, wer unterstützt dich dabei?

SWaBS:
So viel Zeit investiere ich gar nicht ins Laufen. Ich trainiere nur drei Mal in der Woche, um ausreichend Regeneration zu haben. In der Marathonvorbereitung sind es zwar vielleicht 1-2 Wochenstunden mehr, aber trotzdem nur 3 Tage die Woche. Viele von euch sind in einem Sport- oder Laufverein, trainieren dort, treffen dort Leute oder fahren gar gemeinsam zu Veranstaltungen. So etwas habe ich nicht. Für mich ist Jogmap mein Verein. Hier kenne ich inzwischen viele Leute, ich werde so akzeptiert, wie ich bin und das freut mich. Somit ist mein Zutun für einen erfolgreichen „Sportverein“ mein Organisationskram. Irgendwo anrufen, um einen Raum für ein Treffen zu finden dauert keine 5 Minuten. Da ich äußerst flink die Tastatur bedienen kann, ist das Bekanntgeben bei Jogmap auch nicht sehr aufwendig. Viele Jogmapper, wie ja auch du, helfen mir bei dem ein oder anderen PC-Problemchen, wenn ich es erst mal geschnackelt habe, dann geht auch das schnell. Die Zeit nehme ich mir an meinen arbeitsfreien Vormittagen. Andere lesen vielleicht ein Buch, ich treibe mich bei Jogmap rum. Hilfe bekomme ich vorrangig von denen, die ich darum bitte, oder die sowieso wissen, dass mal wieder was anliegt, wie z.B. stachel und laufnad.

BrunoHastig:
Soviel Organisationstalent ist schon bewundernswert. Vielleicht werden wir die Frage, ob 3 Trainingstage in der Woche viel oder wenig sind, bei den Spätstartern demnächst einmal öffentlich diskutieren. Vielen Dank für dieses Interview.

Jo, so is sie, unsere SWaBS;-)

Immer darauf bedacht, die anderen ins rechte Licht zu rücken. Wenn es um ihre eigene Person geht, winkt sie lapidar ab und bleibt lieber außen vor.

Liebe Silke, Du bist viel zu bescheiden! Ich finde es großartig, wie Du all das meisterst! Nicht nur, dass Du die Läufe für uns organisierst, Du holst die Startnummern ab, reservierst im Restaurant, beschreibst allen den Weg zum Parkplatz und von dort zur Pastaparty, denkst an so Kleinigkeiten wie "wo Frau während des Maras mal schnell für kleine Mädchen kann", wo man seine Jacke am Startblock abgeben kann, wie man am besten von wo zum Start kommt und zurück, hälst das Ganze mit Deiner Kamera fest, kümmerst Dich während der Pasta-Party um jeden einzelnen, fühlst Dich wohl wenn alle sich wohl fühlen und freust Dich wenn alle Grund zur Freude haben, hast den ganzen Berliner U- und S-Plan auswendig gelernt, während wir anderen Dir nur noch folgen mussten. Du bist echt ein Hammer-Power-Organisationstalent und obendrein eine tolle Läuferin und ganz, ganz wunderbare Freundin! Danke!!!

Tame:-)

Die richtigen Worte

hat Tame schon gefunden...
Ja Silke, du bist wirklich viel zu bescheiden, mich hast du immerhin zu meiner HM-Traumzeit hasiert. Und was noch schöner und wichtiger ist du bist inzwischen eine gute Freundin geworden und das alles ist durch Jogmap zustande gekommen.
Ich freu mich schon jetzt auf unser nächstes persönliches Treffen....

leider

leider habe ich das Interview erst heute gelesen.
Es bestätigt meinen Eindruck von Dir, Silke. Immer
hilfsbereit und gut drauf.Ich hoffe, dass ich im
nächsten Jahr mal wieder die Gelegenheit habe, Dich
zu treffen.
@BrunoHastig - das ist mal wieder ein tolles Interview.

Pat

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