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Ich weiss immer noch nicht ob ich mich freuen soll oder nicht – wahrscheinlich beides.

Am 03.12.2011 ist der Geburtstag von meinem Bruder und dieses Jahr war der Untertagemarathon in Sondershausen, eine ganz besondere Veranstaltung wie ich gehört und gelesen habe. Zwei Freunde sind dort schon einmal gestartet und ich hatte es noch auf meiner Liste um „gleich“ zu ziehen – und hauptsächlich weil ich diesen Lauf machen wollte.

Die Vorbereitung war eher so lala, 6 Tage vor dem Marathon habe ich noch einmal einen langen Lauf (22,5 km) mit ca. 550 HM gemacht. Ich glaube, dass war ein Fehler. Der Lauf war 5 Wochen nach dem FFM Marathon, das war, glaube ich, kein Problem.

Was ich von Sondershausen gesehen habe, es scheint eine ganz tolle Stadt, mit vielen Sehenswürdigkeiten zu sein, sah schön aus. Leider bin ich Freitag im Dunkeln angekommen und habe somit nicht viel von Sondershausen gesehen. Samstag, bin ich gleich nach dem Lauf gefahren, zurück zur Familie.

Aber zum Lauf, seit zwei Jahren wurde der Marathon geändert, statt 4 Runden je ca. 10,5 km läuft man heute 8 Runden je 5,27 km. Der Eindruck beim/nach dem Einfahren in den Schacht war schon dolle. Eine grosse „Höhle“ Autos fahren hier und ein sehr grosser Start-/Zielbereich.

Der Lauf startete pünktlich, die legendäre Kapelle fehlte… die ersten 1 – 2 km waren, trotz der nur 450 Starter, wie immer relativ voll aber dann kam die Steigung.
Eine Runde war für mich wie folgt einzuteilen.
Start – kurze Steigung – lange Steigung (gefühlt 1 km lang) – dann noch ein paar kurze gemeine Steigungen – „Halbzeit“ und Verpflegungsstelle und dann mässig bergab mit noch ein zwei „Wellen“ und schon war man wieder im Start/Ziel Bereich mit der zweiten Verpflegungsstelle.
Was ich lustig fand, es war dort sehr sandig z. T. Laufen wie am Strand. Der Boden war z. T. spiegelglatt, was eine Kombination aus den Salzkristallen war woraus der Boden bestand – das war für sich schon glatt – und dann noch feiner Sand auf dem Boden. Gerade auf der langen Steigung musste man ganz rechts, ganz links oder in der Mitte laufen/gehen, sonst rutschte man bei jeden Schritt weg.

Die Erste Runde lief auch noch gut. Ich dachte ja immer, dass man Marathon läuft und, dass man „Geher“ einfach raus nehmen sollte. Die Einstellung hatte ich auch in Runde 1 – und bin tatsächlich die ganze Runde gelaufen – und die Beine taten schön mächtig weh, wahrscheinlich auch auf Grund der doofen langen Einheit 6 Tage zuvor.
In Runde zwei revidierte ich meine Meinung – bzw. wäre vor Demut am liebsten ausgestiegen – ich bin die Hälfte der langen Steigung gegangen.
Nach der ersten Hälfte einer Runde, also kurz vor Verpflegung 1, lief man um eine „Ecke“ und man lief in einen üblen muffigen Geruch der ein paar Hundert Meter anhielt… aber nie wirklich schlimm war.

Das Schlimme war eigentlich, dass die „Gehpausen“ immer länger wurden und so zog sich Runde um Runde hin. Den Halbmarathon bin ich dann in 2:02:37 gelaufen, es tat mächtig weh aber mir war klar, dass ich jetzt weiter laufe/gehe. So ging/lief es dann Runde 5 und bis 6,5 vor sich hin und der Spass, die Lust, die Kraft schwanden und die Langeweile und der Ärger über mich selbst stiegen. In Rd. 6 fasste ich den Plan die letzte Rd. also Nr. 8 ganz zu gehen, Beine taten weh und ach, ich wusste auch nicht was los war – und dann passierte es kurz nach Verpflegung 1 in Runde 6 – ich sprach Cindy an. Ach, dass ist ja meine Welt, es bringt viel mehr Spass wenn man sich mit jemandem unterhält, man kann so viel um sich herum vergessen. Cindy war langsamer aber mir fehlte zu dem Zeitpunkt jegliche Lust schneller (was zu dem Zeitpunkt auch immer schnell bedeutete) zu laufen. Also bin ich ganz gemütlich mit Cindy gelaufen, wir haben uns ausgetauscht, Sie war eine Runde „zurück“ und musste noch 2,5 Rd. laufen wobei ich nur noch 1,5 Rd. vor mir hatte. Ach was war der Lauf ab diesem Zeitpunkt schön :)

So lief es dann bis Runde 7,5, wieder kurz nach dem Verpflegungspunkt 1. An V1 trank Sie etwas, nahm einige Salzkügelchen und wir liefen weiter. Meine Begleitung hielt kurz nach V1 plötzlich inne, Krämpfe – Beine dachte ich – Cindy sagte, dass ich ruhig weiter laufen soll, ich „Alles i. O.“, Sie „ja, dauert jetzt einen Moment“, ich „o.k. ich kann warten“, Sie „nee lauf mal – Übergeben“ – Arg, Sie meinte es ist i.O. braucht eine kurze Pause. Es kamen noch Läufer, die Helfer von V1 waren da falls etwas passiert wäre also bin ich weiter gelaufen, in Gedanken bei Cindy.

Die letzte halbe Runde – also ab Rd. 7,5 bin ich geflogen. Es war plötzlich so ein befreites Laufen und die Runde mit Cindy hat mir/uns so viel Spass gemacht, dass es plötzlich wie von selbst ging. Gut die 2. Hälfte der Runde war eh einfacher – wenn man hier von einfach reden kann – und plötzlich war es vorbei – ich war im Ziel.

Im Ziel habe ich natürlich noch gewartet, Cindy kam nach einiger Zeit guten Mutes und mit einem Lächeln durch’s Ziel und ging auf die letzte Runde – zum Schluss hat Sie ihre Altersklasse gewonnen, schön :)

Ich war mit 4:30:25 Std. irgendwo mittendrinnen – fand den Lauf im grossen und ganzen nett aber irgendwie ist das für mich unbefriedigend bei einem Lauf zu gehen...

Unter "Sonstiges" fällt aus meiner Sicht folgendes:
Die Luft – ich fand es im grossen und ganzen o.k. Im Start/Zielbereich war der Aufzug, so dass es hier etwas kühler war und man das Gefühl hatte, dass die Luft ganz gut ist. Auf der Strecke z. T. etwas muffig aber immer o.k.

Die Luftfeuchtigkeit – auch das war für mich o.k. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei nur ca. 30 %. Ich habe das nicht als störend wahrgenommen. Der grosse Vorteil ist, dass der Schweiss gleich zu verdunsten scheint. Ich hatte jedenfalls nicht das Gefühl, dass mir der Schweiß irgendwo runter gelaufen ist.

Die Temperatur – im Start-/Zielbereich fast kühl, auf der Strecke und im „hinteren Bereich“ des Aufenthaltbereichs war es warm. Ich bin in Uschisocken, kurze Hose und Leibchen gelaufen und habe nicht gefroren ;)

Die Atmosphäre:
Genial, es ist relativ weitläufig, alles gross, es fahren dort Autos rum, eine Kegelbahn ist dort eingebaut, ein Festsaal (in den man leider nicht rein konnte), eine art Kantine/Bistro.
Die Läufer dort, total nett, total viele. Ich fand, dass viele Triathleten da waren und diverse Ultraläufer, den Eindruck hatte ich jedenfalls an den ganzen T-Shirts.
Auf dem Lauf hatte jeder mal ein paar aufmunternde Worte.
Die Helfer, alle total nett, ganz wieder meiner Natur habe ich bei den VP irgendwann kurze Pausen gemacht und es waren wirklich nette Gespräche mit den Helfern. Die waren alle total nett und engagiert.
Während des Laufes habe ich auch oft nachgedacht warum man diesen Lauf ein zweites mal macht.
Meine Erkenntnis – wegen der Helfer – so hilfsbereit und nett wie die alle waren, da muss man noch einmal hin. Natürlich will ich auch noch einmal da hin und 8 Runden durchlaufen um ein richtiges „Läuferfeeling“ zu bekommen.

Ein Mann, keine Ahnung wahrscheinlich etwas älter als ich, maulte Cindy und mich an, wohl weil wir uns nett unterhalten haben als wir auf Rd. 7 den langen Berg hochgegangen sind. Er überholte uns – auch gehend – und meinte nur, dass wir bestimmt 10 Min. schneller sein könnten wenn wir nicht reden würden – wir wechselten noch einige bissige Worte und Cindy meinte de-eskalierend – ich habe für 6 Std. bezahlt also kann ich die wohl ausnutzen – sehr witzig :)

Umkleiden – in den „Umkleiden“ der Berleute. Wirklich lustig, es werden die Klamotten an Haken gehangen und dann unter die Decke gezogen. Dort können die Sachen trocknen und auslüften – wirklich clever.

Fazit
Eine harter Lauf in wirklich schönem Ambiente, uneingeschränkt sehenswert. Empfehlen kann ich das Sportler die mal was anderes erleben möchten.

Schön war auch noch, dass ich einen Norddeutschen getroffen habe den ich auch bei FB wieder gefunden habe.

Die ersten Bilder von der Veranstaltung:
Bilder Untertagemarathon

4
Gesamtwertung: 4 (1 Bewertung)

700m unter der Erde, nein,

700m unter der Erde, nein, da würden mich keine 10 Pferde hinziehen können. Wie gruselig!

Dennoch, trotz des Tiefpunktes in der Mitte, scheinst Du Spaß gehabt zu haben und das ist doch das Wichtigste überhaupt. Tolle Bilder - danke!
Übrigens empfinde ich es nicht als Schande, mal gehen zu müssen. Am Ende der 50km-Strecke von Bokel musste ich auch gehen, ein anderer Läufer bezeichnete es als Taktik (ging ich, überholte er mich, lief ich, war es wieder andersherum).

Gute Erholung wünsche ich Dir und immer eine Cindy, wenn Du sie brauchst.


Jogmap-Schleswig-Holstein - de neongelen Löper ut´n Norden

helm ?

hi mark
hab ich das richtig gesehen, ihr mußtet mit helm laufen ?
oder war das freiwillig ?
irgendwie ja schon ne interessante location, aber mit sicherheit
nix für mich - bin frischluftfanatiker :)

gc

Danke...

...Schokorose, ja evtl. wurde mir Cindy geschickt ;) aber eigentlich heisst meine Cindy, wenn ich sie mal brauche, Tina =:o)
Nein, es ist ja auch keine Schande zu gehen... aber das will/wollte nicht in meinen Kopf.

Ja, danke, Beine sind heute oben, morgen geht es wieder los ;)

Nur im Duden kommt Erfolg vor Fleiß =;o)

Hallo Christine...

...ja der Helm ist Pflicht. Du musst beim Einfahren schon einen aufsetzen, sonst lassen Sie dich nicht runter.
Auf der Laufstrecke brauchst du einen Helm sonst darfst du nicht starten bzw. wirst disqualifiziert.
Mich hat der Helm nicht einmal gestört...
Noch ein paar schöne Bilder unter:
http://www.foto-team-mueller.de/
Untertagemarathon - Start-Nr. 407, Cindy hat 201 und wir sind auch zusammen auf ein zwei Bildern ;)

An dem Tag hätte ich es bevorzugt nicht zu laufen oder unter Tage... ich glaube ich habe die bessere Wahl getroffen.

Danke =:o)

Nur im Duden kommt Erfolg vor Fleiß =;o)

Unterirdische Glückwünsche!

Supertolle Leistung. Von Bekannten weiß ich, dass die meisten Starter dort 30 bis 45 Minuten länger laufen als gewöhnlich.

Nächstes Jahr schaff ich es bestimmt auch mal dort zu laufen. *neid*

Haderlomp

Chamm,

es wussten nur ganz wenig Leute, dass ich laufe.

Wenn es 5 waren sind es viel.

Ich kann dir nur sagen, du hast was verpasst. Ein tolles Event mit Wiederholungscharakter (für mich).
Ich kann gerade kaum glauben, dass ich das schreibe, während des Laufes war ich mir noch sicher, dass ich hier nicht wieder hin fahre aber inzwischen ist das Ziel - durchzulaufen.

Also dann sehen wir uns wahrscheinlich näxtes Jahr, ich freue mich =:o)

Nur im Duden kommt Erfolg vor Fleiß =;o)

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