Benutzerbild von egospezia

Als ich loslief bei angenehmen 10°C überlegte ich noch, ob ich mit Winterlaufshirt und warmer Sportunterwäsche nicht etwas zu warm bekleidet wäre, aber im Laufe des Laufs war ich gold richtig gekleidet. Dabei hatte ich außerdem nur den Schlüssel, ein paar Taschentücher und einen Fruchtriegel (falls mir kalt wird).

Nach einer halben Stunde begann es nieselnd, eine Vorhut. Innerhalb 30s steigerte sich das zu strömenden Regen. Ich überlegte, ob eine Schutzhütte oder offene Militärruine in der Nähe wäre, war nicht. Also wurde aus dem langen langsamen ein Regenlauf. Ich lief nicht weiter von daheim weg, sondern parallel noch ein Stückchen, dachte ich. Selbstbetrug, natürlich ist es egal, in welchem Winkel ich mich vom Ziel entferne. Meine Kleidung hielt mich warm, erst nach 20 Minuten an- und abflauender Wassermassen begann ich im Rumpfbereich auszukühlen. Und erst dann hörte ich auf, parallel wegzulaufen und machte mich auf den Heimweg. Dennoch genoss ich es, wie der Regen von leise zu Sturmfluten rauschte und dann wieder leiser und langsamer fiel. Im nächsten Augenblick rauschte es tosend. Bald futterte ich die Hälfte meines Fruchtriegels und wurde mit kurzzeitig Wärme belohnt. Die Sichtweiten verringerten sich z.T. auf unter 50 Meter, dann hatte ich wieder herrlichen Blick durch den tropfenden Wald. Irgendwie waren meine Beine zwischendurch abhanden gekommen und meldeten sich nun schmerzhaft zurück. Als ich nach unten blickte, war die Hose voller Schaum. Bin ich ein Pferd? *grübel*
Die zweite Hälfte vom Fruchtriegel brachte kurzzeitig noch einmal etwas Wärme, aber neben der Freude am Regen rückte das Leid immer stärker in den Vordergrund des Laufes. Aber ohne Geld mit nunmehr nur noch dem Schlüssel und ein paar pitschnassen Taschentüchern sowie einer leeren Fruchtriegelverpackung war mein Weg gezeichnet. Am schnellsten geht's laufend heim. Und so sehr die Beine auch ausgekühlt schmerzten, ich hatte zwischendurch immer wieder dieses Gefühl von "Es läuft von allein".

Und so tropfte und schäumte ich mich durch den strömenden Regen im rauschenden Wald. Zum Glück fiel mir rechtzeitig ein, dass ich auf den Feldern keinen Windschutz haben würde und so bog ich vorher in die Siedlung ab. Am Ende statt der geplanten 15 km 14 und das war reichlich unvernünftig. Aber jetzt ist das Erlebnis Regen aus der aufgewärmten Perspektive schon wieder mehr Freud als Leid. Und die Trailschuhsohlen sehen viel sauberer aus. Oben auf ist allerdings allerhand "an Land gespült" worden.

3.5
Gesamtwertung: 3.5 (2 Wertungen)

schaumig

ganz einfach : zu viel waschmittel
schon ein bissl die umwelt - und dich :)
gc

Das beobachte ich auch

Das beobachte ich auch häufiger, wie auf einmal einige Läufer nur noch gehen weil es regnet. Ich finde, der Regen wird dadurch nicht besser und auch nicht schlimmer wenn man das Tempo drosselt und nass wird man doch sowieso. Also: am besten durchlaufen und keinen Gedanken an den Regen verschwenden, um so schneller ist man auch wieder daheim. Ein warmes Wellness-Bad oder heiße Dusche danach ist Belohnung für die Kalt-Nasse Zeit.

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links