Hallo zusammen,

hier mal wieder eine recht spezifische Anfrage:

obwohl ich den Sommer über ausschließlich auf kürzere Strecken (5-10 km) trainiert habe, habe ich mich zur Unterstützung eines Kollegen beim Tübinger Halbmarathon in 10 Tagen angemeldet. Der Kollege fällt nun aber aus, und plötzlich muss ich doch alleine laufen und mich entsprechend auch selbst zeitlich orientieren.
Zur ungefähren Einordnung: an Erfahrungen auf der HM-Distanz fehlt es nicht, nur waren die bisher immer eher schlecht. Während ich über die kürzeren Distanzen mittlerweile eine Pace von 3:55 bis 4:10 gehe, habe ich mich beim letzten HM im Juni kein Stück verbessert: wieder ca. 1:50h (d. h. also Pace ca. 5:10). Mein aktuelles Training war für längere Distanzen eher unzureichend, da es ja wie gesagt eigentlich ein Lauf als Begleiter werden sollte. Bis gestern lag meine Zeitvorstellung bei locker gelaufenen sub 2 Stunden.
Nun habe ich gestern aber eine Art Abschlusstraining gemacht und bin zum ersten Mal seit längerem mehr als 20 km gelaufen. Dass ich recht schnell war, habe ich schon währenddessen gemerkt - die am Ende errechnete Pace von 5:11 auf hügliger Strecke kam dann aber doch etwas überraschend. Ich könnte nicht einmal sagen dass ich mich besonders verausgabt hätte. Mir ist diese offensichtliche Leistungssteigerung ziemlich unerklärlich, weil ich wie gesagt wirklich nicht gut trainiert habe. Einzige Veränderung seit Juni: eine Einschränkung des Zigarettenkonsums von 3-4 am Tag auf 3-4 in der Woche. Darf ich also meine bisher vergleichsweise schlechten Leistungen auf längere Distanzen aufs Rauchen schieben und mich zukünftig auf Traumzeiten einstellen? Oder hatte ich einfach einen guten Tag? Bzw. konkret auf nächste Woche bezogen: was sollte ich mir für eine Zeit vornehmen? Ginge ich nur nach dem gestrigen Tag, würde ich sagen 1:45 - ich traue dem Braten aber nicht so ganz und bin mir nicht sicher ob ich das wagen darf!? Ich tendiere dazu, auf längeren Distanzen am Ende einzubrechen und kenne auch die Strecke nicht.

Würd ich einfach machen....

Wenn Du mit einer 04:40-04:50 losgehst, brichste vielleicht (nur vielleicht)irgendwo bei Km 15-17 ein, vielleicht auch nicht....ich würds riskieren.
Wenn Du dann noch Körner hast, kannste ja noch was drauflegen.
Der letzte KM wird einfach, weil Du Dich auf ne super Zielzeit freust!!!;o)

Hey, Du darfst alles!!
Wenn Du längere Läufe nicht trainierst und angehst, wie einen 10km-Sprint, brichst Du immer am Ende ein!!
Der Trick ist, langsamer anzufangen und gleichmäßig aerob zu laufen.

Viel Glück!:o)

Lieben Gruß Carla-Santana
P.S. weniger Zigaretten ist immer gut, besser gar keine! Wenn die längeren Läufe nicht so anstrengend sind für Dich, vielleicht wirst Du ja noch Langstreckenläufer?! Nen schnellen 10er find ich quälender!;o)

Nikotrope Energiegewinnung: Vorsicht!

Das Rauchen wird sicherlich Auswirkungen auf deine Leistungsfähigkeit haben. Gerade bei längeren Läufen greift der Körper zunehmend auf aerobe Energiegewinnung zurück. Die nikotrope Energiebereitstellung ist sehr aufwändig und führt unweigerlich zu Einbrüchen.

Wenn du kein besonderes HM-Training absolviert hast und außerdem die die Strecke nicht kennst, würde ich auf keinen Fall schneller als 5:15 beginnen und gucken, was am Ende noch geht.

Wenn du das Rauchen jetzt noch vollständig einstellst, kannst du es auch mit 5:14 versuchen. ;-)

Gruß

Sirius
... der rauchlos rennt.

Nikolauslauf

Kurz zur Info, die Strecke ist sehr profiliert (ca. 350 Höhenmeter). Hinzu kam letztes Jahr noch eine dicke Schneedecke, so dass die Strecke nicht einfach zu laufen war! Meine HM-Bestzeit liegt bei knapp 1:45, aber in TÜ waren es 2:03 h!

Noch scheint sich zwar kein Schnee anzukündigen, aber mindestens 10 min. Steigungsbonus solltest du zusätzlich einkalkulieren.

Hat dein Kollege schon einen "Ersatzmann" gefunden? Eine Bekannte von mir würde nämlich gerne dort starten, hatte aber keinen Startplatz mehr ergattern können. Kannst dich ja kurz per PN bei mir melden.

MC :-)

Nikolauslauf

Hallo,
da kann ich nur zustimmen also du musst für die Steigungen schon ein kräftiges Mehr an Zeit einplanen.

Die paar Hoehenmeter!

... laß dich mal von den Steigungsmemmen nicht kirre machen. Trotzdem ist langsam loslegen ganz gut, um nicht stark nachzulassen.
Bei mir ist die Differenz zwischen 10er-PB-Tempo und HM-PB-Tempo bei 12sec/km. Waren aber auch beides richtig schnelle Kurse.
4:45min/km los und kontinuierlich steigern klingt doch, oder?
;-)

Wäre ja schlimm, wenn es

Wäre ja schlimm, wenn es nicht am rauchen liegen würde...

Das mit dem Pace kann man ja auf der Strecke vergessen. Wer mit 5:30 anfängt, der ist definitiv zu langsam - geht ja bergab. Ab km 3 wird es dann steil...

Also durchaus flott anfangen, dann die Berge locker über die Bühne bringen um dann am Ende die Reserven auszunutzen... dann wird es was in 1:50:-)

___________________________________________________________________
Ich brauche keine Ziele, ich liebe es zu Laufen!

Schnelle Kurse?

Und warum biste dann den HM so langsam gelaufen???
***duckundganzganzschnellweg***
;-))

Also wenn schon, ...

... Dann eher die Frage wieso den 10er so langsam. Den HM find ich heute noch recht anspruchsvoll schnell, MC. Aber dieser Ultraschlappschritt setzt da offenbar auf den kurzen Sprintstrecken Grenzen.
Mehr ging am Sonntag wirklich nicht.
;-)

Hallo Zusammen und eine kurze Nachfrage

@ Hallo Sportkamerad Sirius,
Du sprichst hier über eine nikotrope Energiebereitstellung.
Leider kenn ich diesen Begriff nicht.
Könntest Du das etwas genauer erläutern, würde sehr gerne erfahren, was das sein soll.

Für Deine Bemühungen schon vielen Dank vorab.

Mit sportlichen Grüßen
Udo

Sorry!

Hallo Boxudo,
das ist eine eigene Wortschöpfung und soll den Stoffwechselprozess benennen, mit dem der Körper seine Energie aus dem Nikotin zieht. Wäre JonasB ein Trinker, wäre mir vielleicht "alkotrope Energiegewinnung" eingefallen.

Habe wohl das ;-) vergessen. Sorry. Ich hoffe, du hast nicht zu lange gegoogelt.

Gruß

Sirius
...der manchmal wirre Sachen faselnd rennt.

So hab ich das noch nicht betrachtet

HenryIIX, aber es wäre mal zu testen :). Bisher bin ich auf Sparflamme losgelaufen und hab dann ab km 15 mal vorsichtig einen Schritt mehr gewagt. Den letzten km geht dann immer noch viel mehr.

Habe aber von einigen gehört, die mit "Tunnelblick" laufen. Also nur noch das Band sehen, auf dem sie laufen und das auch nur verschwommen.

Bisher hab ich immer noch die Landschaft genossen und das ein oder andere Schwätzchen gehalten. Bin halt Genußläufer ;).

Vielen Dank für die vielen

Vielen Dank für die vielen Antworten erstmal. Die Vorfreude auf den Lauf steigt so langsam! Wie ich sehe scheint es ja recht unterschiedliche Ansichten zu geben, was die richtige Taktik beim Nikolauslauf angeht. 350 Höhenmeter hören sich schon recht heftig an, allerdings bin ich ein absolutes Leichtgewicht und habe bis zum Sommer hauptsächlich in Weinbergen trainiert - da bin ich also denkbar unempfindlich. Schnee fände ich persönlich da schon schlimmer. Eine allzu optimistische Zielzeit verkneife ich mir dann aber doch lieber. Wenn ich ein etwas höheres Tempo habe als im Training komme ich unter 1:50, das wäre im Grunde schon wunderbar! Werde das Gefälle am Anfang erstmal halbwegs entspannt laufen und dann nach den ersten 4, 5 km mal gucken wie schnell ich bis dahin war und was noch geht. So eine "Startrampe" ist da vielleicht ganz praktisch.

Ach so, wegen dem Startplatz habe ich meinen Kollegen angefragt. Der will sich nun trotz Kniebeschwerden womöglich doch durchbeißen. Gehe am Montag wieder mit dem Laufen, ich denke danach ist eine Entscheidung fällig. Gebe dann Bescheid.

Ein schöner Lauf war das

Ein schöner Lauf war das heute! Nette und vor allem entspannte Stimmung, unzählige Nikoläuse auf und neben der Strecke, eine abwechslungsreiche, wenn auch etwas hügelige Strecke: nächstes Jahr gerne wieder!

Was allerdings mein schönes Vorhaben mit der Zeit angeht, so kommen die Dinge eben doch manchmal ganz anders als man denkt: ich habe mich doch noch dafür entschieden, meinen auf den letzten Drücker wieder genesenen Kollegen zu begleiten - und es insofern für mich selbst entspannt anzugehen. Mit eigener Bestzeit war es also nix, dafür bin ich mit meinen Kollegen aber bei seinem ersten Halbmarathon trotz seiner (unverschuldet) absolut suboptimalen Vorbereitung auf saubere 2:02 gelaufen. Den Wasserträger und Motivator spielen kann auch sehr zufrieden machen. Wirklich eine rundum gelungene Sache heute!

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links