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Mal wieder Neuanfang - Jetzt geht´s los. Bäähhh. Ich mag es nicht. Und doch zieht es sich durch mein "Läuferleben". Laufen aus Genuss, Laufen mit vermeintlichen Ambitionen, Laufen mit Frust, Nichtmehrlaufen.

Ich bin eine Weile nicht gelaufen. Erst aus Unlust. Dann aus Respekt vorm ersten Lauf, der mir meine "Schlamperei" deutlich macht. Irgendwann aus "Sch... egal - auf den heutigen Tag kommt es auch nicht an. Morgen halt, oder so..."

Heute war "Morgen halt, oder so...". Und fast wäre es auch wieder "Morgen halt, oder so..." geworden. Lust auf Laufen hatte ich nämlich null. Wird ja eh blöd - viel Keuch und Gehpausen, nix Tempo und Ambition, pah - Freizeitfreude geht anders. Ich könnte einkaufen gehen! Oder , öhm, tanken! Oder beides!!! Oder - ach Mist. Zeitfenster ist da, Kühlschrank und Tank voll, Familie bespaßt, Wäsche gewaschen, Bügeln schon lange abgeschafft, ... Nagut. Wenn nicht jetzt, dann "Morgen halt, oder so...". Einziger Lichtblick: Winterzeit - es ist dunkel und keiner siehts (gemäß dem Motto: ich halt mir die Augen zu und niemand sieht meine Peinlichkeit :D)

Also mühsam in die Laufklamotten gequetscht - Blick vorm Spiegel: Presswurst! Du bist nicht nur langsam, sondern siehst auch noch bemitleidenswert nach "Die hat's nötig!!!" aus. Garmin angeschmissen - der hat nicht mal mehr Satellitenkontakt herstellen wollen vor lauter Faulheit. "Haben Sie sich seit dem letzten Mal um viele hundert Kilometer entfernt?" Nö!!! "Waren Sie also so faul, dass Sie Ihren treuen Laufbegleiter gekillt haben?" Öhmm...

Lustigerweise haben sich die ersten Schritte wunderbar angefühlt. Es dunkelte, die Luft war angefüllt mit ganz viel Nebel-Wasser-Tröpfchen bei angenehmen 10°C. So "lief" ich weiter - immer schön langsam, seichtes Traben, Puls drosseln. Und es blieb auch wirklich wunderbar. Angenehm einsam, entspannt, nur ich und mein Lauf.

Bis mich zwei locker schwatzende Läufer in atemberaubendem Tempo überholten. So. Da zog es. Es. Ich weiß nicht was. Mein seichtes und entspanntes "Gezuckel" wurde zum "noch 500 Meter bis zum Sauerstoff-Zelt". Und da ist mein Problem. Mal wieder. Und wieder. Ich brauch entweder mehr "Ohhmmm - alles ist entspannt" oder mehr einsam... wo keine Konkurrenz, da keine Begehrlichkeit! Sonst führt das nur wieder zu unrealistischen Ambitionen. Und Frust. Und Nichtlaufen.

Und das ist es nicht wert, dafür war es heute viiiiel zu schöööön. *Seufz*

5
Gesamtwertung: 5 (2 Wertungen)

Sehr schön geschrieben!!!! :-

Hey!
Bei dem Humor, den du hast, schaffst du es bestimmt, den lustigen Rennern nachzulächeln!
Ich als Anfängerin habe es vielleicht einfacher, drüber zu stehen? Wenn ich die Schritte hinter mir höre warte ich immer auf den Zeitpunkt des Überholens und was ich dann zu sehen bekomme.
Dann freue ich mich für den, oder ich bedauere ihn....
Schaue auf meine Pulsuhr und trabe weiter.
Darüber bin ich WIRKLICH froh und wünsche Dir diese Einstellung von Herzen und VIEL Spaß beim Laufen!
Darum gehts doch, oder? :-)

Ach... mein Beginn...
Mein Handball-spielender Sohn hatte mir versprochen mich auf meinen ersten "Lauf" zu begleiten. Mein "ewig-nicht-gelaufen"-Mann war der andere Begleiter meines Laufes. Der bestand aus gefühlten 5 m Laufen und 10 gehen.
Glaube mir, wer diese momente der bedauernden Familienblicke überwindet, den schmeißt so schnell nix mehr um.
In diesem Sinne: Lächelnd weitertraben und gerne auch im Hellen! :-)
Michaela

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