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Vor 4 Tagen haben ich eigenverantwortlich mein Medikament gegen meine Nacken/Schulterschmerzen abgesetzt. Ich hatte festgestellt, dass dies zu einem erhöhten Puls und Engegefühl in der Herzgegend führt, das hatte mich beim Laufen beunruhigt.

Jetzt kann ich mich endlich wieder getrauen, mal ne längere Strecke in meinem Berg zu laufen. Bin dann heute Vormittag los mit 3/4 tights, Lauftop, Langarmshirt u. zur Sicherheit noch die Windweste um die Taille gebunden. Für den Nacken hab ich meinen Fleecebuff mitgenommen.

Aber es läuft nicht gut, Puls höher als normal, leichte Atemprobleme und Schwitzen. Nach 4 km kommt die Erleuchtung. Der Wetterbericht gestern hatte Föhn angekündigt. Ich war viel zu warm angezogen und legte jetzt erst mal das Langarmshirt ab und wickelte die Hose hoch. Schon nach gut 500 m beruhigte sich der Puls und es stelle sich ein angenehmes Laufgefühl ein.

Meinen gewohnten Weg in den Wald hoch. Ich sehe, dass die Waldarbeiter ganze Arbeit geleistet haben...... der Waldweg ist durch die schweren Maschinen wie gepflügt. Also aufpassen, wohin man die Füsse setzt.

Als ich den Höhenweg (Gratweg) erreiche, muss ich das Langarmshirt wieder anziehen. Eine kalte Bise weht mir entgegen. Kaum aus dem Wald heraus gekommen, leuchtet mir schon das typisch gelbliche Licht des Föhns am Horizont entgegen.

Der Blick, der sich mir jetzt auftut, ist einfach unbeschreiblich schön. Vor mir satte, grüne Hügel auf denen Schafen weiden, danach der Wald, der in den Farben des Indiansummers gefärbt ist. Dahinter der Üetliberg zum Greifen nah - eigentlich 20 km entfernt - und am Schluss bauen sich majestätisch die schneebedeckten Viertausender der Glarner Alpen auf. Es war einfach das prämierungsverdächtige Kalenderblatt für den Monat November und ich hatte leider keine Kamera dabei.

Es ist immer wieder faszinierend ,dieses Schauspiel der Natur zu sehen.

Ich verliess deshalb sogar meine übliche Laufstrecke um noch mehr von diesem Alpenpanorama in mich aufzusaugen.

Dabei komme ich an einem grossen Bauernhof vorbei. Dort muss ich einfach am Kälbergatter vorbei und streicheln, die sind einfach zu süss.

Da es heute ein langer, langsamer Lauf werden soll, beobachte ich meine Pulswerte. Nach der Umkleideaktion war alles im grünen Bereich.

Auf meinem Umweg habe ich einen ganz neuen, mir unbekannt Ort namens Bellikon entdeckt. Die Leute die dort wohnen sind einfach um ihre Aussicht zu beneiden.

Auf dem Rückweg kam ich dann an einem mir bekannten Wegkreuz mit Marienaltar vorbei. Dort stoppe ich immer und nehme einen Moment Einkehr und spreche ein paar Fürbitten für meine Lieben. Das Bild dort fesselt mich jedes Mal. Eine Frau hat den gekreuzigten Jesus auf ihrem Schoss und im Arm, ihr Blick fragend zum Himmel gerichtet. Die Menschen haben diesen Platze wunderschön hergerichtet mit Herbstschmuck und Kerzen.

Dann geht es weiter zum Ablauf. Da ich keine zeitlichen Ambitionen habe, nehme ich einfach den Gang raus und lasse es "rollen".

Nur gut zwei KM vor dem Ziel muss ich noch mal hoch. Jetzt geistert mir schon ein alkoholfreies Weizen im Kopf herum :-)

So wurden es heute 26 km

926 positive Höhenmeter

Laufzeit: 4:23:04

durchschn. Puls 71 % (die ersten 4 KM haben mir den Schnitt versägt)

max. Puls 81 %

13 Grad C

und leider kein alkoholfreies Weizen mehr im Schrank, dafür ein Hefeweizen-Grapefruitmix - geht auch.

5
Gesamtwertung: 5 (6 Wertungen)

hallo

toll dein bericht. da kann man sich richtig reinversetzen. hier geht es nur über flaches land....aber auch mit bunten wäldern ;-))
lg frank

Föhn ...

... haben wir am Rhein zwar nicht, aber Teil daran durch Deinen tollen Bericht!

Danke dafür!

LG Heiner

der goldene Oktober

bzw. November, entschädigt mich für den Sommer, der keiner war.
Mit Alpenpanorama wäre es natürlich perfekt, aber unsere Hügel sind auch schön :-)
Gute Besserung dem Nacken. Mir hilft schwimmen sehr. Seit ich kraulen kann, habe ich viele weniger Beschwerden bei langen Läufen. Bei mir allerdings auch keine 4 h und mehr, und auf 1000 Hhm komme ich auch nicht, wahnsinn!
LG und schönen Sonntag, KS

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