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Das muss besser werden, ganz klar. Wenn ich die 123 Kilometer beim Transgrancanaria finishen will, muss das besser werden. Dann muss aus dem Orthopäden_schlagen_die_Hände_über_dem_Kopf_zusammen_wenn_sie_meine_Füße_sehen _klada ein Läufer werden, dessen Mauken so trainiert sind, dass sie Unebenheiten so selbstverständlich schlucken wie jogmap-Ultrarenner Paletten von Schalkolade.

Seit Beginn des Jahres 2011 habe ich Ernst gemacht mit meinem Vorhaben, stabiler auf meinen operationsgeschädigten Füßen unterwegs zu sein. Okay, barfuß habe ich in diesem Jahr erst knapp 90 Kilometer zuwege gebracht und in Fivefingers bin ich 110 km unterwegs gewesen, aber das sind immerhin 200 km quasi barfuß zur Opimierung des Laufstils. Dazu zwei Mal in der Woche Wackelbrett sowie weitere Übungen für Stabilität und Koordinationsfähigkeit. Und natürlich jede Menge Kilometer im Gelände. So weit, so gut.

Nur für den Transgrancanaria 2012 wird das nicht reichen. Aufgrund meiner Erfahrungen aus diesem Jahr auf der Marathonstrecke, die den letzten 42 Kilometern der 123er Langdistanz entsprechen, muss ich dieser Tatsache ins Auge sehen. Insbesondere diese tückische Barranca-Passsage, diese endlos scheinenden flachen fünf Kilometer auf einem Wackelbrett aus kindskopfgroßen losen Steinen malträtiert mein Hirn. Das muss ich üben. Nur gibt es im ganzen Ruhrgebiet keine Barrancas. Aber immerhin, es gibt Bahngleise.

Nach wochenlangem Suchen entdecke ich dann endlich eine Bahngleispassage, die für mein Vorhaben geeignet scheint. 250 Meter lang, reichlich besteint und von zuhause aus mit dem Auto in der Mittagspause recht schnell zu erreichen. Als ich ankomme, ist alles gut: das Wetter, der Verkehr (Signalanlage steht auf Rot) und der Betrieb auf der Strecke (außer mir ist keiner da). Dann also mal los mit meinen flundrigen inov-8 x-talon 190. Erster Eindruck: Stabilität ist da, aber diese beweglichen Steine fügen meinen jämmerlichen Lenorfüßchen doch arge Schmerzen zu. Verflucht tut das weh. Kann man die verdammten Schuhe nicht auf Schwebemodus umstellen?

Aber wenn man sich erstmal an die Schmerzen gewöhnt hat, geht's. Ich laufe hin und her und werde mutiger. Diese Schräge zu den Gleisen hoch, muss doch eigentlich auch laufbar sein, denke ich. Gedacht, getan. Aber verdammt, ich habe zuletzt gar nicht mehr auf die Signalanlage geachtet, wenn die in der Zwischenzeit vielleicht doch umgesprungen ist ... . Zu spät. Im nächsten Moment werde ich böse erwischt. Der Moment Ablenkung reicht, um an der Schräge erst wegzurutschen und dann heftig mit dem linken Fuß umzuknicken.

Ich bleibe stehen und erinnere mich an die oberste Devise bei heftigem Umknicken: Lauf sofort beenden und so schnell wie möglich für Kühlung und Kompression sorgen. Nicht noch einmal eine Sprunggelenksoperation mit anschließenden sechs Wochen an Krücken wie 2009. Also ab ins Auto und nach Hause.

Zuhause sehe ich mir den Fuß genauer an. Etwas angeschwollen, etwas Rot und Blau, aber wirklich böse sieht das nicht aus. Sofort kühlen und kompressionieren, dann weitersehen. Am Abend ist schließlich noch Lauftreff. Will ich nicht unbedingt ausfallen lassen.

Um 17.30 Uhr Verband ab. Fühlt sich wieder ganz gut an. Sicherheitshalber Sprunggelenksbandage umlegen und dann ab zum Lauftreff. Man kann da ja auch mal 'ne ruhige Runde machen. Punkt 18 Uhr geht's los. Ich laufe mit Thomas, unserem Ironman. Der macht noch Regeneration, das passt. Und so lassen wir die anderen rennen. Aber ganz langsam geht mit Thomas auch nicht. Der läuft den Marathon immerhin noch solide unter 3:00. Also in 5:28er Pace wellig durchs Gelände. Langsam ist anders. Zuhaue tut der Fuß ein bisschen weh. Eis drauf, Kompression und weitersehen.

Zwei Tage später. Schmerz geht. Zwar nicht weg, aber geht. Warum nicht mal Ddembo probieren? Ich hab' Lust auf Ddembo. Also alte Bahntrasse rauf (ohne Gleis und Steine) durchs Holz jagen und wieder zurück. 101 Höhenmeter rauf und wieder runter. Beim Einlaufen tut's noch weh, aber beim Fahrt aufnehmen merk' ich nix. Außer meine Lunge. Erste Hälfe nur rauf ist doof. 4:30er Pace, und ich fühle mich wie kurz vor dem Sterbebett. Egal, muss jetzt. Bis Wendepunkt am Forsthaus halten und dann runter rollen lassen.

Ich bin echt nix Ddembo mehr gewohnt, beschimpfe mich wegen meiner lausigen Form und laufe. 4:30 bis zur Hälfte gehalten, immerhin. Jetzt kann ich's rollen lassen. Ich pflanze mich hinter einen restrüstigen Weißbart auf dem Fahrrad und mache mehr Druck. Der Weißbart dreht sich um und erschrickt so, dass er beinahe in den Graben fährt. Mannoman, das habe ich beinahe gar nicht so gewollt. Die Pace pendelt sich bei 4:15 ein, fühlt sich nicht mehr so scheiße an wie auf dem Hinweg. Am Ende 43:57 für die 10 Kilometer. Durchschnittspuls allerdings bei 86% vom Maxpuls. Na ja, vielleicht doch ein bisschen hoch für einen Tempodauerlauf.

Zuhause zieht der Fuß wieder ein bisschen, aber es geht. Kühlen, kompressionieren. Wird schon. Samstag dann 26 Kilometer Trail durchs Sauerland. Mit 747 Höhenmetern im Aufstieg. Man, bin ich platt. Und meine Füße erst mal. Die Stelle am Sprunggelenk sieht am Ende des Tages allerdings nicht besser aus als am Tag des Umknickens. Aber immerhin auch nicht schlechter. Heute aber, 21 km und zwei weitere Läufe später ist der Fuß wieder dicker geworden und schmerzt. Nix gut. Doch jetzt nur nicht aus der Ruhe bringen lassen. Was man sich durchs Laufen zuzieht, geht auch durchs Laufen wieder weg.

3.75
Gesamtwertung: 3.8 (4 Wertungen)

Du spinnst...

Klasse Blog, aber irgendwie spinnst Du ;-)
Pass auf Dich auf und mach Dir die Füße nicht kaputt. Die wollen doch im Frühjahr sicher wieder freigelassen werden...

Gleisbereich sollte tabu sein

Hab ich das richtig verstanden, dass du auf einem Gleisabschnitt Lauftraining machst, wo noch Züge fahren?!?

Die Argumente "Da war rot", "da fahren nur 2 Züge (sinngemäß) am Tag" o.ä. ziehen hier mal nicht.

Ich empfehle dir, NICHT auf Bahngleisen zu trainieren - außer es ist ne stillgelegte Strecke (was ich mir im Ruhrgebiet nicht vorstellen kann).

Anscheinend ist dir nicht bewusst in welche Gefahr du dich da begibst.

Ich will hier nicht den Moralapostel spielen, aber ich bin Lokführer - und wegen Menschen wie dir bleibt mir öfter mal fast das Herz stehen, weil mein Zug nicht sofort stehen bleibt wenn ich anfange zu bremsen - 100km/h - 100 Tonnen Gewicht - Bremsweg bei Sonnenschein und trockener Schiene ca. 400m - bei ungünstigen Verhältnissen auch gut und gerne mal 1500 Meter.

Ansonsten drück ich dir mal die Daumen, dass du die Beschwerden in den Griff kriegst - ich kenn das, wenn man laufen will und jedes Mal tut wieder was weh was einen zu ner Pause oder Trainingsreduzierung zwingt.

Grüße,
Lukas

Ein wenig Gaga

aber alles andere hätte mich gewundert. Viel Spass dabei und Pass auf das du nicht an meine Ärzte gerätst. die sind von mir schon genervt genug.

Gruß Jürgen

Ich weisz, ...

... Deer Transgrancanaria ist deutlich vor dem Rennsteig, aber du mußt deswegen trotzdem keine Panik schieben.
Wenn der Fuß schmerzt, mach mal ein paar Tage Pause! Und dann steigst du wieder ganz normal ein in den Plan und dann paßt das schon. Nein, mit Schmerzen läuft man nicht und wenn man weiß wo es her kommt und damit auch weiß, wie es weg geht (in dem Fall Eis und Ruhe) gleich gar nicht.
Zu den Gleisen sag ich jetzt mal nix. Besorg dir nen schmalen Wurzelpfad in der Nähe. Das reicht.
Im Zweifel kannst du auch einen Singelwurzeltrail nehmen.
;-)
Fast vergessen: Gute Besserung! - für Gemüt und Beine. ;-))

Und die Moral von der Geschicht:

Und die Moral von der Geschicht:
Man rennt auf Gleisanlagen nicht!

Mann! Bist Du des Wahnsinns? Sei froh, dass Du nur umgeknickt bist nicht untern Zug gekommen.
Dennoch: Danke für Deinen Blog, denn eben hab ich mich noch tierisch drüber aufgeregt, dass WWTochter (10) "mal eben" Stiefel für 60 Euro gekauft hat ohne uns vorher zu fragen. Pillepalle gegen Deinen Blödsinn.

Gute Besserung! Also hier im Wald gibt durchaus Wege mit grobem, losem Schotter - da sollte doch in Deinem Laufrevier auch was (nicht lebensgefährliches) zu finden sein. Aber erstmal 's Füßchen heilen lassen!

Ich hoffe ja immer noch auf einen Scherz!?

Aber heute ist der 1.11. und nicht der 1. 4......AUF DEN BAHNGLEISEN??? JA BIST DU DENN DES WAHNSINNS FETTE BEUTE??? Tztztztz....es gibt nichts, wo Du nicht laufen tätst, oder??? Es scheint auf jogmap noch eine Steigerung zu "bekloppt" zu geben;-))) Aber BITTE!!! Immer her mit den Laufgeschichten, *freu*!

Gute Besserung dem Fuß!
Tame:-)
BORN - denn sie wissen nicht was sie tun!

Hab ich eigentlich schon erwähnt, ...

... dass in den wenigen Zeilen so viel Blödsinn steht, wie ich es nicht mal denken kann.
Macht der auch noch Dembo mit zerschossenem Fuß.
Hast du eigentlich irgend nen Fettnapf ausgelassen?
;-)

Also gut ...

... die Sache mit den Bahngleisen war nur bedingt gefährlich. Lediglich an zwei Tagen wird dort gefahren – mit historischen Dampfloks oder mit dem Schienenbus aus dem berühmten Eisensbahnmuseum in Bochum-Dahlhausen, das fast direkt vor meiner Haustür liegt. Natürlich bin ich an einem der dampfzugfreien Tag auf den Gleisen gewesen, gleichwohl bleibt ein gewisses Restrisiko, zumal, wenn man so bescheuert ist und die Schrägen rauf und runter läuft. Wie blöd muss man sein ... . Tja, und natürlich hat Schalk recht, dass es vollkommen bescheuert ist, mit einem lädierten Flunken Ddembo zu machen. Aber ich hatte ausgerechnet an diesem Tag Lust drauf. Schon merkwürdig, wo ich ansonsten Ddembo doch geradezu verabscheue.

Mal sehen, wo das alles hinführt.

"Das wichtigste Argument für den Breitensport ist aber, dass die Menschen davon schön müde werden. Wer des Abends müde ist, geht zu Bett und treibt keinen Unfug." (Max Goldt)

Grandios geschrieben - aber Du musst...

...noch ein bisschen ruhiger werden ;-)

Du wirst den TGC meistern - offensichtlich bist Du der einzige, der sich da noch Sorgen macht. Klar, Du bist derjenige, der dort einen Fuß vor den anderen setzen muss.

Du hast die nötige Lauferfahrung, Du trainierst fleißig, bereitest Dich mental vor - habe Vertrauen! Letztlich ist 'nur' ein Lauf - sicherlich alles andere als ein Kindergeburtstag (Teile der Insel habe ich erwandert, so dass ich eine grobe Vorstellung habe).

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der weiteren Vorbereitung und bin sehr gespannt, was Dir als Training noch so alles einfällt,
Holger



06.11. Bottrop
-- Winterpause --

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