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So, hat diesesmal länger gedauert als erwartet, ist dafür auch ein ausführlicher Bericht geworden.

Den Bericht gibt es bebildert auf meinem Blog http://www.laeufer-blog.de

Zusammenfassung:
Entsprechend der Ankündigung haben mein Bruder und ich am 29.10.2011 am Crosslauf in Flachslanden teilgenommen. Es war ein schöner unter familiärer Atmossphäre stattgefundener Lauf mit stark profilierte Strecke. Ich kenne zwar nicht die exakten Höhenmeter, es dürften aber um die 450 Meter insgesamt gewesen sein. Es war ein Rundkurs mit einer länge von 1,1km pro Runde.

Das Teilnehmerfeld war stark mit lokalen Größen besetzt, sodass am Ende für mich ein guter 13 Platz (AK Platz 3) mit 36:30 Min (Pace 4:37) heraussprang. Mein Bruder wurde am Ende 21 (AK Platz 2) mit 41:01 (Pace 5:26) von insgesamt 27 vorwigend ältern Läufern.

Ausführlicher Bericht:
Anreise:

Einen Tag vor dem Lauf habe ich mich mit meinem Bruder unterhalten, der aufgrund von Halsschmerzen den geplanten gemeinsamen Lauf absagte. Er wollte keine Erkältung durch den Lauf provozieren, zumal er nächste Woche Urlaub hat. Er wollte aber dann als Zuschauer mitgehen. Ich war zwar enttäuscht, aber konnte ihn schon verstehen.

Am Wettkampftag fuhren wir erst zu meinem Bruder nach Leutershausen das eh auf dem Weg lag, um ihn abzuholen. Der sagte, zu meiner Frau, dass die Halsschmerzen verschwunden wären. Dauraufhin meinte ich, dass er dann ja doch mitlaufen könnte. Er stimmte zu und suchte schnell geeignete Kleidung. Ich empfahl in lange Kleidung, was sich später als viel zu warm heraustellen sollte. So dauerte der geplante Zwischenstopp bei meinem Bruder etwas länger als geplant.

Zu dem bereits knappen Zeitplan kam hinzu, dass als wir am Wettkampfort „Sportanlagen“ in Flachslanden um 13:15 niemanden fanden. Wir waren offensichtlich am falschen Ort. Gleich kamen Gedanken, ist der Lauf wohl abgesagt worden oder wo sollte er sonst stattfinden. Wir beschlossen ein Pärchen in einem parkendem Auto zu fragen. Von diesen wurden wir ans andere Ende der Ortschaft geschickt um dort unser Glück zu versuchen. Auf dem Weg dort hin fragten wir sicherheitshalber auch noch einen Passanten, welcher uns erklärte wir sollten zum Friedhof fahren. Ein Lauf am Friedhof – komischer Wettkampfort, aber jetzt das ich in 10 Minuten auch egal, das es inzwischen 13:20 Uhr war. Meldeschluss für Nachmelder wäre um 13:30 Uhr. Ich wurde immer nervöser. Wir fuhren also der Beschilderung Friedhof nach und landeten an einer weiteren Sportanlage mit vielen Autos und sportlich gekleideten Menschen. Hier sind wir wohl richtig – es ist die SCHULSPORTANLAGE. Sicherheitshalber, habe ich das Fenster herruntergelassen um nochmals nachzufragen. Ja wir waren richtig. Es ist jetzt 13:25 Uhr. Schnell noch einen Parkplatz gesucht und während meine Frau und mein Bruder unsere Kinder „auspackten“, ging ich schnell zum Nachmelden.

Am Eingang der Schulsportanlage konnte ich im vorbeigehen ein Gespräch zwischen Zwei Läufern belauschen, in welchem der Eine fragte: „Wo kann man denn hier sich für den langen Lauf anmelden?“ Daraufhin der Andere: Ja, des ist hier gut versteckt. Du warst schon richtig da drin. Du musst da rein und auf der rechten Seite führt noch ein Gang hinter. Da ist es.“ Als ich in den überfüllten Eingangsbereich trete, denke ich: „Da hinten soll noch ein Gässchen sein?!? – Während ich mir den Weg vorbei an den gerade prämierten Kindern bahne: „Das hätte ich nie gefunden“…

Die Nachmeldungen für meinen Bruder und mich haben zusammen 7.- € gekostet und 8 Sicherheitsnadeln, die wir übrigens vergessen hatten waren zum Glück auch noch dabei. Echt günstig für einen Lauf, was meine Stimmung wieder etwas anhebte. Vor der Tür fing ich meine Frau und meinen Bruder ab, die schon nach mir suchten und teilte Ihnen mit, dass ich die Nachmeldung schon erledigt habe und: „Sicherheitsnadeln habe ich auch noch welche“.

Vor dem Start:
Wir gingen gleich mal den Wettkampfstrecke aufzusuchen, der nur 200m rechts an der Schulsportanlage vorbei in Richtung Wald lag. Dort angekommen, sahen wir einige Läufer sich bereits auf der Strecke warmlaufen. Wir beschlossen gleich die Strecke, die ja nur 1,1km lang sein sollte, samt Kinderwagen abzulaufen.

Das Wetter war super – 13° C und Sonnenschein. Ein echter schöner Hersttag. Mein Bruder meinte gleich: „Ich glaube ich brauch die 2 T-Shirts doch nicht“. Daraufhin ich: „Wahrscheinlich nicht. Aber ich hab nur die langen Sachen dabei… Nur mit dem langärmigen Funktionsunterhemd sieht ja komisch aus.“ Naja wir liefen die Strecke weiter auf ein kurzen Stück leicht berad in Richtung Wald.

Kurz vor dem Wald kam an uns ein weiterer sich warmlaufender Läufer vorbei, den ich gleich nach näheren Daten zur Strecke fragte, denn im Internet waren die letzten Läufe als 9,1km und nicht als 7 Runden á 1,1km = 7,7km ausgeschrieben. Er sagte uns, das es eine neue Strecke sei und so wie er hörte, dass sie 1,1km lang sei. Er erklärte uns auch gleich noch wie der Streckeverlauf sei und gab uns Tipps wie wir unsere Kräfte am besten einteilen könnten.

Im Wald angekommen, ging es ziemlich steil auf einem schmalen verwurzelten Weg nach oben. Ich löste meine Frau gleich mal am Kinderwagen meines Bruders ab und schob ihn nach oben. Oben angekommen sagte ich zu meinem Bruder: „Also mit Kinderwagen, möchte ich da nicht 7x rauf“. Es ging rechts weiter ein kleines Stückchen eben, bevor es wieder relativ steil berab ging. Wir waren wieder aus dem Wald und gingen die Strecke weiter und sahen dann, dass einen Hügel. Mein Bruder gleich: „Hoffentlich müssen wir da nicht rauf“. Doch er sollte wohl so sein, die Streckenmarkierung lotste in Richtung Hügel. Wir mussten noch einen Graben, die durch mit Europaletten überbrückt war überqueren und da standen wir am Fuß des Hügels. Bevor ich schob den, Zwischenzeitlich an meine Frau abgegebenen, Kinderwagen hinauf schob, zog ich meine Winterlaufjacke aus, denn ich schwitze bereits und das Warmlaufen wollten wir erst kurz vor dem Start machen, der erst in 40 Minuten wäre. Als ich oben auf dem ca. 30 Meter hohen, echt steilen Hügel angekommen war, zeigte mein Pulser 150 Schläge an. Ich scherzte: „So kann man sich auch warm laufen“. Als mein Bruder sein zweites T-Shirt auszog, entschloss ich mein Funktionsunterhemd auch auszuziehen.

Es ging den Grashügel wieder runter, auf einen Schotterweg in Richtung Start/Ziel. Nach 200 Metern nochmals rechts 150 Meter auf einen Wiesenweg und schon waren wir wieder im Start/Zielbereich.
Wir gingen zurück an unser Auto um meine Schwiegermutter und unseren Sohn abzuholen, der seinen Mittagsschlaf, wieder einmal im Auto machen musste.

Bis wir wieder im Start-Bereich waren dauert es – mir zu lange. Ich wurde wieder nervöser und das durften die Anderen auch spüren. Mein Bruder musste dann auch noch auf dem Weg zum Startbereich nochmals umkehren, da er die Digitalkamera vergass. Da kam es mir entgegen, dass mein Sohn in Richtung Startbereich rannte – naja so schnell ein 2-jähriger halt rennen kann.

Wir liefen beschlossen uns eine Runde entgegengesetzt der Streckenführung warm zu laufen und verliesen im kurzen Waldstück kurz die Strecke, um für „kleine Läufer“ zu gehen. Wir waren aber nicht die einzigen, denn auf dem Weg zum Startbereich zurück, kamen wir einigen entgegen, die eine passende Stelle für „kleine Läufer“ suchten und fanden…

Ich traf einen Bekannten Läufer, den ich über meine Arbeit kannte – Reinhardt Joas. Es kam zu meinem ersten richtigen Läufergespräch, dass echt interessant war und wirklich bis zum Startschuss dauerte. Es waren doch inzwischen 27 Läufer, von ursprünglich 8 vorangemeldeten Läufern, geworden.

Der Lauf:
Das Tempo direkt nach dem Startschuss war moderat schnell, also nicht so schnell, wie bei den anderen Wettkämpfen. Ich konnte mich gut im vorderen Drittel einordnen, bevor es in die erste Engstelle am Waldeingang ging. Es ging wie bereits vorher erwähnt bergauf. Ich überholte durch mein 3 Läufer, welche mich gleich als es wieder bergab ging wieder zurück überholten. Am Waldrand entlang auf ebener Wiesen Strecke hielt ich das Tempo und blickte auf meinen Pulser – 170. „Oh, das ist aber höher als du dir eigenltich vorgenommen hattest“, dachte ich, lief aber das Tempo so weiter, da ich mich gut fühlte. Ich wurde noch von zwei Läufern überholt und ordenete mich hinter einem Läufer mittleren Alters mit einem schwarzen Baumwollshirt mit der Aufschrifft „Jahrtausend Marathon“ ein. Dieses T-Shirt schürte weiter meine Befürchtung, dass ich zu schnell unterwegs bin. „Kannst du schon mit einem Marathonläufer mithalten?“, dachte ich und lief weiter in Richtung Europalettenbrücke. Das Teilnehmerfeld hatte sich schon weit auseinander gezogen, so dass nach dem Läufer nach mir, sich schon ein kleine Lücke auftat.

Nach der Europalettenbrücke gings zum ersten Mal den steilen Hügel hinauf. „Puh, ist der steil“. Mein Puls ging kurzzeit bis auf 180 Schläge hinauf und ich lief berab und auf dem Schotterweg ein wenig aus. Die erste Runde ist nach dem wir ein kleines Stück auf dem Wiesenweg rechts vom Schotterweg liefen bereits geschafft. Der Puls war mit 175 Schlägen sehr hoch, doch ich war der Meinung, ich kann das Tempo halten.

Die 2. Runde ging es erst wieder leicht berab, mein Puls erholte ich – 171 Schläge, bevor es wieder im Wald berauf ging. Ich stellte meine Lauftechnik, immer wenn es beraufging auf den Vorfuß um, was meiner Meinung nach leichter ging. Die Reihenfolge hat sich nicht mehr geändert. Der Läufer hinter mir, versucht mit mir mitzuhalten und ich mit dem Marathonläufer vor mir. Weiter vorne gab es inzwischen auch einige Lücken und die Führung hat Bernd Wolfschläger übernommen. Auf dem Hügel hat sich der Jörg Behrendt platziert um Bilder zu machen.

Es ging in die 3. Runde. Der Abstand zum „Marathonläufer“ vergrößerte sich auf etwa 30 Meter ich hatte erste Zweifel, ob ich das Tempo so hoch halten kann. Die erste Steigung in der Runde im Waldstück war ja auch nicht ohne und kostete schon kraft. Ich blickte zurück, wie der Abstand zu meinem Verfolger ist. Der schwangte innerhalb der Runde etwas, war aber am Ende ziemlich gleich bei 20-30 Metern.

Zum Beginn der 4. Runde blickte suchte meinen Bruder, der diesesmal gleich vom Start weg sein eigenes Tempo lief. Er war gerade auf dem Hügel als in die nächste Runde lief. Die Steigungen haben es echt in sich, so das ich mir den Jubel für das 4. Mal den „Hügelbezwingen“ nicht vergneifen kann.

In der 5. Runde wurde näherte sich im Waldbereich schnell ein Läufer. Für den Endspurt war es wohl zu früh, aber sicherheitshalber fragte ich in spärlichem „Läuferisch“: „Erster?“, darauf er: „Ja“ und ich: „OK“. So ließ ich ihn praktisch an mir vorbei fliegen… Dabei fällt mir auf, dass ich den Marathonläufer vor mir habe auch schon länge nicht mehr gesehen habe. So sehe ich mich nach hinten um und merkte, dass der Abstand nur noch 15 Meter beträgt…

Am Hügel, ach was sag ich, am Berg angekommen, merke ich das, dass mir langsam die Kraft dafür ausgeht. Der Bergablauf danach wird auch immer gefährlicher, da ich keine Spannung mehr in den Füßen und Beinen habe.

Ich überhole den „Letzten“, während ich mich versuche auf dem Schotterweg zu erholen.

In den letzten Beiden Runde gibt es vom Berg keine Bilder, da sich Jörg Behrendt (der die meisten Bilder hier machte), sich auf den Weg in Ziel machte um das Zieleinlaufsfoto vom Sieger, der mich bereits überrundet hatte, nicht zu verpassen.

Zum Beginn der 6. Runde konnte ich feststellen, dass der Abstand zum Marathonläufer geschrumpft ist. Nur noch 25 Meter vor mir. Der Abstand reduzierte sich immer weiter. Der Berg bekam von mir dem Namen „Rückzieher“, den es fühlte sich an, als ziehe jemand nach hinten, wenn man ihn rauf läuft. „Zum Glück macht Jörg keine Bilder vom Berg mehr“ denke ich und überrunde am Berg und danach weitere 3 Läufer und eine Läuferin.

Der Abstand zum „Marathonläufer“ war nur noch 20 Meter am Ende der 6. Runde.

Am Anfang der 7. und letzten Runde, denke ich, was ich vorher für unmöglich hielt: „Zieh das Tempo an, dann kannst du ihn packen“. Gesagt getan, ich verschärfe bereits zu Beginn der Runde das Tempo und reduziere bis zur Europaletten Brücke den Abstand bis auf 10 Meter.

Am Fuß des Berges entscheide ich mich, den Berg mit großen Schritten hinauf zu sprinten, um den Marathonläufer einzuschüchtern. Ich ziehe an und fliege praktisch an ihm vorbei. Oben angekommen, stelle ich etwas entsetzt fest, dass es viel leichter war den Berg mit großen kräftigen Sprüngen hinauf zu „fliegen“, wie mit meinen bisher kleinen Schritten.
Den Bergabweg und Schotterweg laufe ich etwas aus, um noch Kraft für den Entspurt zu haben. Ich blicke einmal nach hinten und merke, dass ich bereits 25 Meter Abstand zum Marathonläufer erlaufen konnte. Ich überrunde nochmals 2 Läufer und stelle im letzten Drittel des Schotterweges fest, dass direkt vor mir noch ein Läufer in Schlagweite ist und ziehe das Tempo etwas an. So konnte ich den Abstand von 15Meter auf 5 Meter mit einigem Kraftaufwand reduzieren. Auf dem ca. 150 Meter langen Wiesenweg, der die Schlussgerade darstellt, setzte ich zum Schlusssprint an. Der Läufer vor mir ahnt nicht, dass ich von hinten komme. Als ich an ihm vorbei ziehe, merke ich, dass ihm die Kraft für einen Endspurt fehlt und selbst am Ende meiner Kräfte mit einem Abstand von 10 Meter als 13 Läufer (AK Platz 3 von 3) von 27 Läufern mit einer für die profilierte Strecke hervorragenden Zeit von 36:30 Min ins Ziel ein.

Mein Bruder konnte sich einen, für das starke Teilnehmerfeld, guten 21 Platz (Alterklassenplatz 2 von 2) mit einer Zeit von 41:01 Min sichern.

Nach dem Wettkampf:
Nach zwei Gläschen warmen Tee ich vorbildlich wiederverwendbaren Plastikbechern gings ab zum Kuchen essen und Sieger ehren. Leider hatte ich zwar Ersatzklamotten dabei und auch Schampo, Haargel, Deo und Parfum dabei, allerdings hatte ich ein Handtuch total vergessen, sodass ich ohne mich zu duschen umzog und meine 2 Stück Mamorkuchen als Belohnung genoß. Auch hier waren die Preise sehr moderat. 0,70 € der Kunden und 1.- € Kaffee und Sprudel.

Fazit:
Ich habe mich in Flachslanden trotz der Anfahrtsschwierigkeiten sehr wohl gefühlt und konnte die familiäre Stimmung, sicherlich auch aufgrund des überschaubaren Teilnehmerfeldes genießen. Aber auch meiner Frau, Schwiegermutter und nicht zu vergessen meinem Sohn haben es auch gut gefallen. Wir werden sicherlich nächstes Jahr wieder kommen um den Berg dann vielleicht sogar mit meiner Frau zu bezwingen.

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Ute

Laufen berührt die Sinne, verwöhnt unsere Seele und macht uns stark, das Leben in allen Situationen anzunehmen.

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