Benutzerbild von Tigerkätzle67

Trotz meiner leichten Erkältung habe ich beschlossen, den Frankfurt Marathon zu laufen. So stand ich um 6:30 Uhr auf, hatte einen Schädel zum abschießen, ging unter die Dusche und nahm etwas gegen die Gliederschmerzen. Beim Frühstück legte sich dies dann schon ziemlich schnell. Danach fuhr ich zum Bhf und brachte mein Gepäck ins Schließfach. Mit der U-Bahn fuhr ich dann zur Messe, gab meinen Kleiderbeutel ab und ging in meinen Startblock. Cosmin (auch Tiger Balm Team Fan) hatte es leicht, er war einer von den Schnelleren und konnte sich gleich vorne einreihen. Ich dagegen musste mich durch die Menschenmassen durchquälen und erreichte dann endlich 6 Min vor dem Start meine Startposition. Auch entdeckte ich 2 weitere Tiger Fans Dieter und Christiane, sie reihten sich auch in meinen Startblock ein, obwohl sie eigentlich weiter vorne gewesen wären. Ich freute mich darüber, das wir gemeinsam los laufen konnten. Endlich – der Startschuss fiel, die blauen Ballons wurden losgelassen und wir klatschten alle in die Hände. Anfangs ging es sehr zögernd, aber dann nach der Startlinie lief die Sache. Nach ca. 1 km wurden wir herzlich von Tigerin Jasmin (New York Ausschreibung Gewinnerin) angefeuert. Ein tolles Tiger Balm Schild hielt sie hoch, man konnte es nicht. Dieter blieb dort kurz stehen und machte ein Foto von Jasmin, ich dagegen war schon so schnell vorbei, das es lebensgefährlich gewesen wäre, wenn ich wieder gegen den Läuferstrom zurück gerannt wäre nur um ein Foto zu machen. Also lief ich mit Christiane weiter und Dieter holte uns schon recht schnell wieder ein. Es ging angenehm durch die Stadt Frankfurt. Irgendwie hatte ich das Gefühl, wir würden Runden laufen, denn wir sahen auch wieder die Läufer auf der anderen Seite zurück kommen. So kreisten während des Laufes meine Gedanken immer wieder um das Thema Runden Laufen und ob das in der Streckenbeschreibung gestanden hat und ich es nur mal wieder überflogen habe. Doch sehr bald lies ich von dem Gedanken ab uns spätestens dann als wir etwas raus aus der Innenstadt Frankfurt kamen, war ich beruhigt. Dieter lief fast im gleichen Schritt wie Christiane und ich mal schneller, mal wieder langsamer und so überholten wir uns immer wieder im Wechsel. Erst so bei KM 8 verloren wir uns dann und ich zog einfach weiter. Da kam ich irgendwie in mein Rhythmus rein und wollte dies auch beibehalten. Von meiner Erkältung war gerade nichts zu spüren, außer das die Nase ab und zu mal wieder lief. Als ich dann die 10 km Zeitmatte überquerte, sah ich schon auf der Zeituhr das unter 1 Stunde lag. Das war gut dachte ich mir und rechnete mir aus, wenn ich diesen Schritt halten könnte, dann würde es auf jeden Fall noch zu einer 4 std Zielzeit klappen. Ich kam mir nicht schnell vor und es ging mir auch noch recht gut. Die Getränkestationen nahm ich so gut es ging immer mit auf. Meine Gel-Chips nahm ich dann auch bei 12 km ein und trank dazu das Wasser. Das gab mir immer wieder den Schub und hatte wieder die Energie die ich brauchte. So lief ich KM für KiM voran. Meine Videobrille schaltete ich bei 10 km, 20 km, 30 km und 40 km ein, so hatte ich immer diese Abschnitte wenn ich die Zeitmatte überquerte. Und den Zieleinlauf wollte ich dieses Mal auf keinen Fall verpassen und auch auf Film haben. Bei Kilometer 25 angekommen fing ich schon irgendwie an die Kilometer zu zählen und sah für mich schon die 30 kommen. Ich hoffte nur, das die Tablette lange genug anhält und mich nicht vom Kurs abbringt. Endlich, die Kilometermatte bei 30 geschafft und irgendwie konnte ich noch lächeln. Ich sah nur noch die letzten 12 Kilometer vor mir und sagte mir „jetzt sind wir schon fast Zuhause“. Das sind immer so meiner Sprüche, wenn ich die meiste Strecke absolvierte und nur noch das letzte drittel vor mir habe. Auch da lag ich noch voll in meiner Zeit. Schlimm war es nur, wenn man an Läufer vorbei kommt die nur noch gehen, die einen dehnen sich, einer ging zur Seite und übergab sich und ich dachte mir nur hoffentlich nicht ich auch noch. So lief ich KM für KM bis ich bei Kilometer 34 ankam. Auf einmal passierte es. Man sollte meinen der Mann mit dem Hammer, aber den kenne ich ja schon und weiß auch wie er sich anfühlt. Der wäre mir sogar in diesem Moment willkommener gewesen, als das was ich in diesem Moment spürte. Die Bronchen machten zu, ich bekam kaum noch Luft, der Hals fing wieder an zu schmerzen und der Kopf fing an zu dröhnen. Ich spürte ein leichtes stechen in der Herzgegend und merkte das es mir zu schaffen machte und schon kam Vernunft Vroni hervor und rief mir zu – GEHE! – Ich tat es auch, nahm mein Tempo heraus, mir wurde es speiübel und sah wieder einen der sich auch gerade erleichterte. Nein, bloß das nicht dachte ich mir. Ich ging dann die Straße entlang, viele Läufer überholten mich, aber das war mir in diesem Moment egal. Ich sah nur noch die letzen 8 Kilometer und diese wollte ich einfach erreichen. Ich rechnete mir in diesem Moment eine Zieleinlaufzeit von 4:30 oder mehr aus, Hauptsache ins Ziel gelangen – das war alles was ich erreichen wollte. Ich kam auf die 35 Kilometer zu und nahm wieder leicht das Tempo auf, vor allem weil ich irgendwie eine Kamera sah. Endlich kam die Zeit-Matte und da wollte ich nicht drüber gehen sondern drüber laufen. „Geschafft“ dachte ich mir und behielt dieses leichte Tempo. Das ging leider nicht sehr lange, denn ich musste bei Kilometer 38 wieder etwas bremsen und ging so vor mich hin. Wieder rechnete ich mir die letzten 4 Kilometer aus. Damit es nicht ganz so auffiel machte ich mal hier und da ein Foto indem ich stehen blieb, mich umdrehte und knipste. Ein Zuschauer rief mir dann zu, ich soll nicht gehen sondern dann leicht traben. Ich dachte mir nur, oh Mann ich würde ja schon gern, aber …. Meine Gedanken verloren sich sehr schnell. Ich sah die Kilometer Marke 39 – also gut sagte ich mir, nun sind es nur noch die letzten 3 Kilometer, ein angenehmes leichtes Tempo anstreben und durchlaufen. Ich suchte mir einen Läufer oder Läufergruppe aus, die für mich ein angenehmes schönes langsames Tempo hatten und lief eine Weile hinter ihnen her. Irgendwann verlor ich sie, weil mein Schritt schon wieder schneller wurde und die Menschenmassen links und rechts einen anfeuerten. Das tat so gut. Da kam auch schon die Kilometer Matte 40 – und ich sah für mich das Ziel kommen. Ich versuchte ruhig zu atmen und irgendwie ging es auch wieder. Bei Kilometer 41 rief mir Tiger Jasmin von der Seite zu und ich – oh je, ich wollte auch ein Foto von ihr machen. Also drehte ich um, lief gegen den Strom, blieb stehen und knipste. Jasmin jubelte noch kurz zu bis sie mir dann mit Tiger-Anfeuerung zurief „Mädel lauf“. Das Foto wollte ich mir einfach nicht entgehen lassen. Ich lief also los, nur noch die letzten 1200 m – komisch das ich in diesem Moment nicht an Kilometer dachte, sondern mir die Kilometer in Meter vor Augen hielt. Ich lief und lief, sah von weitem das Metallmännle mit dem Hammer vor der Messe – „ja“ dachte ich, „das ist jetzt mein Mann mit dem Hammer“. Ich jubelte den Leuten zu, betrat die Festhalle auf dem roten Teppich und fühlte mich total glücklich ins Ziel angekommen zu sein. Mein Handy summte kurz und ich bekam von Mika Timing die SMS das ich eine Zieleinlaufzeit von 04:08:38 erreicht hätte. Danach ging der Läuferstrom immer vorwärts und ich ging einfach hinterher. Schon bekamen wir eine wunderschöne Medaille und ich dachte mir, diese habe ich mir heute wirklich erkämpft. Mit etwas heißer Suppe, Kuchen, Obst und Alkoholfreies stärkte ich mich dann und warf mir die Silberfolie über, das mich vor dem Auskühlen schützte. Ich war so froh es geschafft zu haben, denn mein Kollege - der ebenfalls in letzter Zeit gesundheitlich angeschlagen war, schaffte es nicht und musste leider bei KM 30 abbrechen.

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Frankfurt Marathon 2011

sydneamausi (roadrunner)

Hallo Tigerkätzle,
was für ein spannender Wettkampfbericht! Ja, auch ich war eine von den 15.000, die
gestern überglücklich über den roten Teppich die Ziellinie durchlaufen haben.
Da der Hammermann wohl bereits mit Dir beschäftigt war, konnte ich mich erfolgreich an ihm vorbeischleichen ..... Es war ein gigantisches Erlebnis, dieser
Marathon. Den Rucksack werde ich in schöner Erinnerung an diesen herrlichen
Tag mit Stolz mit mir tragen. Ich habe für die Strecke 04:42:26 gebraucht und war überglücklich, alles gut überstanden zu haben. Das Kopfsteinpflaster zum Schluss hat mich dann etwas gestört, für die Füsse war das nicht so angenehm. Aber wir
Läufer halten ja einiges aus. Allein einen blauen Zehnnagel habe ich momentan als
Erinnerung, aber das ist alles - was ich ertragen muss. Kein Muskelkater, dank Pferdesalbe und vorheriger Massage!!!
Meine hart erkämpften Marathonkilometer widme ich meinem Spendenlaufprojekt für "Ärzte ohne Grenzen". Sollte jemand aus der Jogmapcommunity Interesse verspüren, seine hart erkämpften Marathonmeilen zum Teil mit "Ärzte ohne Grenzen" zu teilen,
könnt Ihr gerne Kontakt mit mir unter "laufmaus@hotmail.de" aufnehmen. Dann gebe ich gerne weitere Auskunft, wie man das Spendenkonto "aufstocken" könnte.
Hierfür schon einmal herzlichen Dank.
Und vielen Dank auch an alle freiwilligen Helfer bei diesem tollen Marathon.
Ohne sie wären wir "aufgeschmissen", es ist ein toller Einsatz, der genauso
gewürdigt werden muss wie unsere Leistung als Läufer.

Allseits eine gesunde Regeneration wünsche ich uns allen, die gestern alles
gegeben haben.

Sportliche Grüße

Sydneymausi

es waren nur 14.999...

...denn ich durfte nicht starten, weil krank :-(
aber herzlichen glückwunsch, dass du dich so durchgekämpft hast!
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laufend grüßt: happy

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