Trotz einer nicht ganz optimalen Vorbereitung war die Entscheidung für einen Versuch unter 3h gefallen. Am Samstag noch ein kurzes Entspannungsläufchen zur Einstimmung. Alles fühlte sich relativ locker an, Puls und Tempo passten sehr gut zusammen. Und immerhin hatte ich noch einen Tag zur Regeneration und die wachsende Hoffnung auf den Punkt in Form zu sein.

Nach dem Mittagessen wurde ganz in Ruhe das Auto beladen und die knapp 4stündige Anreise nach Magdeburg gestartet. Gegen 18 Uhr Ankunft auf dem Messegelände. Kurz die Startunterlagen eingesammelt, noch über die Marathonmesse gebummelt und zwei ganz nützliche Laufutensilien (dünne Mütze und Handschuhe) erstanden. Dann ging es direkt ins Hotel, kurz einchecken und im Anschluss zur Nahrungsaufnahme zu einem super Asia-Restaurant. Dank meiner Begleitung brauchte ich mich um nichts kümmern, immer war alles schon erledigt bzw. schon organisiert. Mit so einer tollen Unterstützung kann überhaupt kein Stress aufkommen. Ähnlich routiniert verlief auch der nächste Morgen. In Ruhe gefrühstückt und dann kurz an die frische Luft zum Klimacheck. Es war ganz schön frostig, was auch an den Autoscheiben zu sehen war. Die Klamottenwahl viel daher auf unten kurz und oben lang, ergänzt durch die nützlichen Laufutensilien von der Marathonmesse. Das Auto wurde wieder beladen und in Richtung Startbereich manövriert.
Die Strecke, die Örtlichkeiten und der Ablauf am Start waren mir noch aus dem letzten Jahr gut in Erinnerung geblieben. Auch in diesem Jahr konnte ich bei der Organisation meinerseits keine Mängel entdecken. Die Einrichtung von Startblöcken habe ich als zusätzliches Plus und Verbesserung vermerkt. Nach dem obligatorischen Warmlaufen mit anschließendem Toilettengang wurde der richtige Startblock aufgesucht. Die Verabschiedung von meiner Freundin sollte nur von kurzer Dauer sein, da sie mich ab Kilometer 12 mit dem Fahrrad begleiten wollte. Kurz nach 10 Uhr erfolgte der Startschuss. Die ersten Kilometer hieß es Tempofinden. Kilometer 1 war natürlich etwas zu schnell, aber ab Kilometer 2 lag ich voll im Soll und es lief einfach. Die Zwischenzeit bei km5 – 20:35min. Die nächsten zwei 5er-Abschnitte waren nach 20:47min und 20:55min erledigt. Die ersten 15km waren also nach knapp 01:02h vorbei und der Puls lag immer noch unter 160. Das fühlte sich Alles echt klasse an. Mittlerweile hatte ich auch meine Freundin auf der Strecke eingesammelt. Natürlich in entsprechendem Abstand, damit sich gegenüber den anderen Teilnehmern kein direkter Vorteil daraus ergab. Aber es ist schon ein sehr gutes Gefühl jemand so Vertrautes in der Nähe zu haben. Für die nächsten 15km benötigte ich 01:01h. Der Puls lag nach 30km zwischen 165 und 170. Alles Bestens. Das Wasserstraßenkreuz war passiert und damit der Rückweg nach Magdeburg angetreten. Es gab zwar jetzt an einigen Stellen Gegenwind, aber bei weitem nicht vergleichbar mit den Sturmböen vom letzten Jahr. Heute war das kein Problem, das Tempo pendelte sich wieder im Bereich von 04:08min/km ein. Ich musste jetzt zwar paar Sekunden abgeben, aber den Wind konnte ich in diesem Tempo ganz gut wegdrücken. Irgendwo bei km 32/33 rief mir dann eine Zuschauerin Platz 11 zu und die nächsten Läufer waren noch in Sicht- bzw. Reichweite. Ab jetzt ging es nicht nur um die Zeit, sondern um einen Platz unter den top10. Bis km 37/38 hatte ich bei gleichmäßigem Tempo schon wieder zwei Läufer eingesammelt. Alles lief jetzt wie im Zeitraffer. Kilometer 39 und 40 gingen vorbei und meine Freundin teilte mir vehement mit, dass das noch ganz locker aussah. Auf den letzten zwei Kilometern sollte dann auch nichts mehr schief gehen. Noch einen Läufer eingesammelt und das Tempo bis ins Ziel durchgezogen. Der Zieleinlauf ist im Gegensatz zum restlichen Marathon dann wie in Zeitlupe abgelaufen. Ein ganz intensiver Moment nach 02:54:xx. Mit der Zeit und Platz 8 in der Gesamtwertung hätte ich vorher nie gerechnet, der Absolute Hammer…

Schon mit dem Zieleinlauf wusste ich, an diesem Tag hat einfach alles gepasst. Das Wetter, die Form, die Organisation, die Motivation, die Renneinteilung, alles lief für mein Empfinden einfach perfekt. Auch in der Nachbetrachtung und Auswertung der Daten vom Garmin war das ein sehr gleichmäßiges und kontrolliertes Rennen mit einer super Balance in der Belastung. Ich war nie wirklich im roten Bereich und hatte immer noch Reserven. Wer jetzt glaubt es wäre noch mehr drin gewesen, der erzählt das bitte meinem Muskelkater. Langsam glaub ich wirklich, Marathon kann und muss man erst lernen…

Viele Grüße von einem überglücklichen und rundum zufriedenen Micha

5
Gesamtwertung: 5 (6 Wertungen)

Wow!

Der perfekte Lauf!
Es gibt ihn!
Selten, aber wahr!
Herzlichen Glückwunsch zu dieser top Zeit.
Den Kater pflege mal schön und ich wünsch Dir glückliche entspannte Regeneration.

Sich tief verbeugend grüß Carla-Santana

Alle Achtung!!

Sehr gut!
Scheinbar wird so eine Vorbereitung voellig ueberbewertet.....
;-)

cour-i-euse

Ich glaub Dir alles:

Glücklich sein,
Muskelkater,
Perfektes Rennen,
aber was willst Du noch lernen, wie man 02:40 läuft?

Tolles Ergebnis Zeit und Platz!
Gratulation und Respekt.

Herzlichen Glückwunsch zum

Herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Lauf und zum Sub-3-Stunden-Marathon!
Ich ziehe meinen imaginären Hut. Chapeau!

Gruß
Kai

Herzlichen

Herzlichen Glückwunsch!
Deine Geschichte liest sich wie ein Märchen, fast zu schön um wahr zu sein.

habe jetzt auch schon 3x am MD-Marathon teilgenommen, allerdings immer nur auf der 13 km Strecke. 2012 habe ich mir auf jeden Fall mehr vorgenommen. Dein Beitrag motiviert mich sehr.

Herzlichen Glueckwunsch...

... zu dieser super Zeit. Die muß man erst mal Laufen! Den Muskelkater haste dir wirklich redlich verdient. ;-)
Dein Bericht macht echt wieder Lust auf einen schnellen Marathon.
;-)

Wow!

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Meilenstein. Du hast bei Deiner Marathonzeit die 2 vorne. Toll.

Und das auf der nicht leichten Marathonstrecke in Magdeburg mit Kanalbrücke und einsamen Zurücklaufen über die Elbwiesen.
Bonuspunkte in der Fair Play Wertung dafür, dass Deine Freundin HINTER Dir fuhr.

Gute Erholung.

marcus

Vielen Dank…

…für die Blumen! Ganz unabhängig vom Ergebnis war das bisher mein schönster Marathon. Aus meinen 3 Marathonläufen vorher habe ich sehr viel gelernt und genau das habe ich am letzten Sonntag in Magdeburg beherzigt und umgesetzt. Jetzt freue ich mich auf die Zeit wo nur nach Lust und Laune gelaufen wird, aber von Motivationsloch keine Spur, ganz im Gegenteil… Ab Dezember werden dann fleißig viele ruhige Kilometer gesammelt, um ab Februar wieder in eine neue Marathonvorbereitung zu starten. In der Zwischenzeit wird am Veranstaltungsplan für 2012 gebastelt, vielleicht steht dann auch Magdeburg wieder im Programm.

Wünsche für alle ausstehenden Läufe (z.B. in Frankfurt) gutes Gelingen und gute Beine.

ähem

ich kann Dir da wirklich den 3. Wintermarathon in Leipzig empfehlen. Ein ruhiger lockerer Marathon zum Kilometer sammeln am 21. Januar 2012.

3. Wintermarathon

mk

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