Das Wetter hätte nicht besser sein können: morgens um 8 bei der Anreise mit dem Auto musste ich bei 2 Grad erstmal die Scheiben von leichtem Frost befreien.
Mein Mitstreiter fuhr die Strecke zu mir ca. 12 km mit dem Mountainbike und hatte bereits um 8 Uhr das erste Mal Schüttelfrost.
Das sollte sich wiederholen.
Die Akkreditierung erinnerte mich eher an eine RTF als an einen Marathon. Es gab den einen oder anderen, der wohl mit der schlechten Wettervorhersage haderte und es sich bis zum
letzten Moment überlegte. Schnell wurde ein Zettel ausgefüllt und noch mal "eben" an einem Marathon teilgenommen.
Beim Start um 10 Uhr hatten wir ca. 8 - 10 Grad und über die komplette Strecke war es super sonnig. Ich hatte ja schon mit milderen Temperaturen und Dauerregen gerechnet.
Durch die klare Luft habe ich den kompletten Lauf über super Luft bekommen. Zu Verhältnissen wie zuletzt in Münster bzw. Köln wäre es bestimmt nicht so gut gelaufen.

Am Start konnten wir uns aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl von ca. 1000 direkt an der Startlinie einreihen. Dort wurden dann auch gleich vom Sprecher die Spitzensportler erkannt, namentlich plus Bestzeiten erwähnt. Einer lief in Köln einen Halbmarathon in 1h:06 Min. Ein anderer wollte die Zeitgleich ausgetragenen Westdeutschen Meisterschaften gewinnen und peilt seine Bestzeit von 2:37 an. Da war ich ja genau richtig;-) Genau ich nicht, aber mein Mitstreiter, wie sich später herausstellen sollte.

Also wie gesagt Wetter Bombe und ich gleich mit den Schnellen mit. Na, ja die ersten 500 Meter vielleicht. Aber dennoch, angespornt durch die anderen bin ich natürlich viel
zu schnell angegangen. Fühlte mich natürlich super;-)).
Der Baldeney-See ist zweimal zu umrunden, wobei in der ersten Runde eine Straße 4 km in Richtung Norden geht und man sie bei km 18 wieder zum See läuft.
In der Sonderschleife vom See weg kam der erste Schreck. Mein Mitstreiter kam mir entgegen und hatte somit bei KM 15 schon 15 Min Vorsprung auf mich.
Dann der zweite Schrecken, ich wurde von den zwei 3:14 Pacemakern eingeholt.
Vorher sagte ich mir noch, wenn die dich erst bei KM 30 holen, kannst Du evtl. unter 3:15 kommen. Man muss ja positiv denken;-)
So nun war ich also bei den 3:14 Pacemakern. Wie das so ist, dieses überhebliche Gefühl lässt dann spätestens bei KM 28 nach. Dann konnte ich das Tempo der beiden nicht mehr mitgehen.
Aber immerhin bis KM 28 bin ich auf 3:14 Kurs geblieben. Danach fiel ich von 4:30 auf ca. 5:10 je KM ab und habe die Sache mit Anstand und von leichten Oberschenklkrampfansätzen zu Ende bringen können.
Mein Mitstreiter lief eine Bombenzeit und beglückwünschte mich am ganzen Körper zitternd. Da war er wieder, der Schüttelfrost, diesmal eher aufgrund von Überanstrengung.

Ergebnis:
Zielzeit 03:24:27

Ein Kollege meinte zu mir, was ich wohl laufen würde, wenn ich mal Zeit zum Training hätte;-)
Hoffentlich unter 3:15 in 2012.
Dem Gesetz der Regelmäßigkeit folgend laufe ich nur einmal unterschiedliche Halbmarathon Zeiten (1.Marathon in Köln) und bei jedem folgenden Lauf ziehe ich die erste Halbmarathon Zeit
bis zum Ende durch. Somit kann für mich im kommenden Jahr in Münster 2012 nur das Ziel lauten die 3:15 zu knacken.

Mein Mitstreiter fragte sich am Ende auch, wass wohl möglich sei, wenn mal Zeit zum richtigen Training wäre.
Tja bei seiner Zeit wirklich eine sehr interessante Frage...

Mit ganz viel Respekt (Mein Mitstreiter):
Zielzeit knapp über 02:50:00

Mit sportlichem Gruß

jholle

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Gratuliere!

Ja, die schnellen Läufer haben wir alle auf der Schleife uns entgegenkommend gesehen und da haben einige noch grinsen können, aber die meisten waren ganz schön am arbeiten. Fand ich mal ganz interessant, das so zu beobachten.
Trotzdem grandiose Zeit auch von Dir.

Hm, ja, richtiges Training, was ist das und wo geht das hin?!
Wissen will man es ja gern, was möglich ist, aber Profi sein oder so trainieren "müssen", ne, da lass ich mich lieber nach Lust, Zeit und Laune überraschen, was geht oder passt.:o)

Lieben Gruß Carla-Santana

Macht das noch Spaß?

Hallo Waxl,

ich empfand das Tempo 4:30 auf den KM als sportlich ambitioniert.
Nach 28 KM bin ich dann wieder nicht ganz unfreiwillig, da ich im Eimer war, in mein normales Trainingstempo übergegangen (um die 5Min pro KM). Das empfand ich dann als eher ruhiges Lauftempo. Der Marathon kommt einem dann auch nicht mehr so lang vor. Wovon man im Endeffekt kaputt ist, ist doch egal. Läuft man schnell, ist man erschöpft vom hohen Tempo mit einer guten Zeit. Läuft man langsam, ist man erschöpft aufgrund der Dauer und schließlich mit einer schlechteren Zeit.

jholle

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