Benutzerbild von Etu58

Endlich seit Freitag mal ein paar regenfreie Stunden. Schöne Gelegenheit für den heutigen Berglauf. Die Temperatur genau angenehm.
Regenjacke nehme ich aber trotzdem mit.

Was will ich heute eigentlich laufen. Keine Ahnung. Einfach mal los. Es ist gespenstig leer im Wald. Die Vögel zwitschern, als sei es Frühling.

Der Hochnebel hängt in meinem Berg, teilweise geht er bis zum Boden, die Silhouetten der grossen Bäume zeichnen sich darin ab.

Ich biege in meinen Sackgassen weg ein, den ich immer zum Höhenmetersammeln mitnehme und es ist schon ein wenig unheimlich dort. Mit einer Portion Gottvertrauen laufe ich dort meine Strecke ab, immer weiter nach oben. Zwischendurch nutzte ich die Gelegenheit, ein wenig frisches Bergquellwasser zu fassen. Zum Glück begegnet mir niemand, der mich erschrecken könnte.

Es läuft heute total rund und einfach, der Puls ist im GA1-Bereich. Langsam keimt der Gedanke auf, ich könne ja heute mal mindestens 25 km versuchen. Und da ist nochwas, mein Partner erzählt mir ständig davon, wie toll es ist, die Schleife zum Hasenberg noch zu machen und den steilen Aufstieg dort mit zu nehmen. Und dann würde ich ja zu gerne noch den neuen Mitbewohner meines Laufreviers kennen lernen, den Luchs. Ja, ich würde ihn gerne mal persönlich sehen. Angst habe ich vor ihm keine, warum auch. Vor so einem "Büsischreck" wie ich es bin, würde er sicher Reissaus nehmen. Kein Luchs in Sicht, na vllt. das nächste Mal?

Ich überlege und dann beschliesse ich für mich, dass ich den Hasenberg hoch möchte. Mittlerweile zeigt die Uhr beim romantischen Egelsee 16 km an, beim Erreichen des Hasenberges 17. Ich beginne den Berg hoch zu laufen und dann die grosse Enttäuschung: "Stopp, kein Durchgang, Holzfällarbeiten".

Verdammt noch mal, da laufe ich so weit und dann sowas. Also Rückweg antreten. Und jetzt? Abkürzen und nach Hause?

Nö, nö, alle machen Bergläufe mit vielen Höhenmetern, ich will jetzt auch! Tja, was haben wir denn für ein Ziel, Ute?
Dreiviertel-Marathon hört sich doch ganz nett an. Bisher waren 23,6 km das weiteste, was ich gelaufen bin.
Eigentlich sollte mal ein WK her, ich bin so gut vorbereitet, laufe wöchentlich zwischen 1500 und 2000 Höhenmetern.
Es juckt mich schon und die Option gehend einen Berg zu nehmen, käme da gar nicht erst in die Tüte.

Zurück zum Lauf.....
2,5 km vor Streckenende muss ich noch mal ordentlich hoch, nochmal 120 Höhenmeter in knapp 1,5 km. Dann geht es nur noch bergab.

Und am Ende bleibt der Stolz es geschafft zu haben. 4 Berge erlaufen, den Rüsler, denn Sennberg, den Heitersberg und den Hasenberg.

32,25 km, 1110 positive Höhenmeter, 77 % durchschn. Puls, 85 maxP

Jetzt gibt es heisse Wanne! Gerade ein alkoholfreies Weizen geschlürft.

4
Gesamtwertung: 4 (1 Bewertung)

Das ist es,

was einfach Spass macht. Loslaufen erstmal ohne Ziel und dann einfach irgendwo abbiegen, wo es grad Spass macht. Das Ganze noch bei dir in den Bergen- traumhaft.
Ich hab hier bei München nur Autobahnbrücken als höchste Erhebung. Aber nicht meckern, in 2Wochen Dresden abhandeln auf 2 Schnellen HM-Runden nach einem ordentlichen Greif-Plan und danach wieder lange einsame, sinnfreie Runden drehen.

Hmmm... ich weiß nicht, ich

Hmmm... ich weiß nicht, ich weiß nicht....

Kann es sein, dass sich da was ganz großes anbahnt? Vielleicht noch im Unterbewusstsein, aber es bricht sich langsam seinen Weg nach draussen durch?

Ein spontaner Berglauf mit Happy End deutet zumindest in diese Richtung.

Was auch immer kommen mag, ich wünsche Dir viel Spaß und natürlich auch Erfolg für Dein Vorhaben (von dem Du möglicherweise selber noch nichts ahnst) ;)

Viele Grüße aus dem großen Kanton
Vex

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VEX WÜTEND! ... MUSS ... BEZWINGEN ... IANBANKS!!!

@ vex

vermutlich weisst du mehr als ich :-D...

Keine Ahnung, aber es tut sich was, das ist sicher.

Keinesfalls werde ich aber einen WK mit suboptimaler Vorbereitung laufen, nur damit man mich unter "ferner liefen" in der Ergebnisliste findet.

Da muss ich noch viel trainieren, um meine Zeiten noch zu verbessern. Aber wichtig ist jetzt für mich, dass Achilles diesen Ausflug gestern schadlos überstanden hat. Freu :-)))))

Dir auch liebe Grüsse us dem Aargau

Ute

Laufen berührt die Sinne, verwöhnt unsere Seele und macht uns stark, das Leben in allen Situationen anzunehmen.

@ ibschinese

genau das Gefühl hatte ich gestern. Einfach noch ne Schleife dran und schauen, wo ich lande.

Wünsch dir bei deinen Autobahnbrücken viel Spass, vllt. verirrst du dich ja mal in unsere schönen Schweizer Berge !

lg Grüess us de Schwiiz

Laufen berührt die Sinne, verwöhnt unsere Seele und macht uns stark, das Leben in allen Situationen anzunehmen.

nicht viel Berge,

aber Biel war dies Jahr schon dran in 10:49h und nächstes Jahr denk ich auch.

Der Luchs ...

... ist ein scheuer Einzelgänger, der dem Menschen lieber aus dem Weg geht. Es besteht daher keine Gefahr für Leib und Leben!
(habe ich hier gefunden: www.nagati.de/raubtiere/mensch-luchs.html

Der Luchs lebt als Einzelgänger, der vor allem in der Dämmerung und nachts jagt. In der Regel ruhen Luchse während des Tages in ihren Verstecken (wikipedia). (Kommentar: Deswegen hast Du keinen gesehen!)

Die Jagd erfolgt nach Katzenart durch Auflauern oder Anschleichen mit abschließendem Anspringen, beziehungsweise einem Kurzspurt von meist unter 20 Meter Länge. Bei diesen Kurzsprints kann der Luchs eine Geschwindigkeit von fast 70 km/h erreichen. (Kommentar: Der Luchs ist keine ausgebildete Langstrecklerin wie Du! Der hätte Dich nie schnappen können!)

Führend in der Wiederansiedelung des Luchses war die Schweiz. (Kommentar: Die Deutschen hinken mal wieder hinter her!)

Am nämlichen Freitag Deines 3/4-Simulations-Marathons habe ich Dich an Kilometern zwar knapp übertroffen (33,57 gegen 32,25), war Dir bei den Höhenmetern dafür hoffnungslos unterlegen (+ 238 gegen + 1.110): mehr als ein Klassenunterschied! Alle Rheinbrücken zusammen in Köln ergeben zusammen nicht mmal einen einzigen Rüsler oder Hasenberg. Das muss ich neidlos anerkennen!

Und wann läufst Du jetzt den ersten kompletten Alpen-Marathon-WK?

Ich warte darauf!

LG Heiner

es wird der Tag kommen...

lieber Heiner, an dem mir datasport den passenden Wettkampf auf dem "E-Mail-Silbertablett" liefern wird, wo ich wohl nicht mehr widerstehen kann und mich anmelde.

Es gibt ja ausser den grossen, namhaften Läufen auch noch so viele wunderschöne Bergläufe, bei denen man nicht fürchten muss, eine Platzkarte für das Passieren einer Engstelle erwerben zu müssen :-)

Ob ich das allerdings dieses Jahr noch machen werde, weiss ich selbst noch nicht.

Danke für die Luchsaufklärung. Sicher werde ich nicht des nachts auf Pirsch nach dem Luchs gehen. Auf den Trailabschnitten ist das einfach zu riskant. Und auf ein Anspringen durch eine 25-kg Mieze kann ich auch gut verzichten.

So bleibt mir vorerst nur mein einsames Traben durch die Wälder.

Gruess us em Aargau, Luchsrevier

von der Flora Hessensis

Laufen berührt die Sinne, verwöhnt unsere Seele und macht uns stark, das Leben in allen Situationen anzunehmen.

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