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Mein Mitläufer Frank, der seit dem ersten VP in meiner Nähe lief zog die Schuhe aus. Ich nicht, weil die Dinger werden eh heut noch naß…
Kaum aus dem Bach raus ging es auf der anderen Böschung wieder hoch. Nur wie? Hier gab es kein Seil. Zahlreiche Schmierseif-Stellen zeugten von den Versuchen meiner Vorläufer. Irgendwie packte ich es nach ca. 5 Minuten, doch ich glaube, da wächst auf absehbare Zeit nix mehr…
Egal weiter, it´s a long way to run.
Zwischen VP 2 und VP3 passierte etwas Merkwürdiges. Wie gesagt, ich hatte eigentlich nicht trainiert, vor allem keine Läufe über 20 km. Also kamen die übblichen Zipperlein, Schmerzen in der Pobacke, Zwicken am Oberschenkel recht. Aber es wurde mit der Zeit erstaunlicherweise nicht schlimmer, sondern eher besser. Eine gewisse Zufiedenheit machte sich breit. Ich trank zwar immer noch wie ein Kamel – ca. 1,5 Liter zwischen den VP´s- aber das war nicht wirklich ein Problem.
Bei VP 3 passiert mir dann der Fehler, daß ich bei der Bestellung meiner Auffüllration für die Trinkflaschen einfach nur Wasser, nicht reines Stilles Wasser bestellt. Prombt erhielt ich Wasser mit Kohlensäure in die Flaschen, was ansich kein Problem ist, außer daß meine Flaschen dann immer so schön sprudeln. Also habe ich außer Sichtweite des VP – die haben es ja gut gemeint, war mein Fehler – das oberste Drittel abgoß. Dies sollte sich auf der nun folgenden Etappe rächen.
Frank war immer noch bei mir, auf geraden Stücken und übersichtlichen trails liefen wir, an steileren stücken sind wir gegangen. Hier machte sich zunehmend unser Größenunterschied bemerkbar. Er war ca. 30 cm größer als ich, Schrittlänge mindestens doppelt so lang. D.h. wenn er im Stechschritt einen Schritt machte mußte ich zwei machen. Das ging auf Dauer nicht gut.
Bei jedem Marschierstück war er in kürzester Zeit weg, sobald ich klaufen konnte kämpfte ich mich wieder an ihn ran. Ich fraget mich oft, ob ich ihn vielleicht bremse und ermutigte ihn mich abzuhängen, was er jedoch jedesmal dankend ablehnte.
Bei dem Weg zu VP 4 (39,5) litt ich doch sehr. Es war schülwarm, ich hatte nichts zu Trinken mehr, Frank zog in seinem Stechschritt von dannen. Rettung kam in Form von Mountainbikern. Ich stellte mich Ihnen in Weg, bat um Wasser und nach erstem erstaunen wurde meine Flasche gefüllt. Jungs, vielen Dank, ihr habt wahrscheinlich mein Leben gerettet…
Ich schloß wieder zu Frank auf, wie erreichten VP 4, 39,5 Meilen, erster Drop-bag Punkt. Dort hatte ein Bekannter Dienst, den ich bat, die Klamotten zu VP 8 mitzunehmen, dort war er nämlich in der Nacht nochmals eingeteilt.

Danke Gerhard für den Super-Service

4.5
Gesamtwertung: 4.5 (2 Wertungen)

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