Benutzerbild von Tigerkätzle67

Ich kam 45 Minuten vor der Startzeit in Kempten am Start an. Ich nutzte die Gelegenheit ein paar Bilder vor dem Start zu machen. Ich wusste nicht wie mir an diesen Tag geschehen mag.
Endlich – 9:00 Uhr – es ging los. Das Tempo war sehr angenehm und kaum kamen wir um die erste Kurve ging es auch schon Berg auf. Die Anstiege sind eigentlich nicht wild, aber auf die Dauer und wenn man es nicht gewöhnt ist, kann es schon da recht heftig für einen werden. Ich selbst bin so viele Bergläufe in diesem Jahr gelaufen, so das ich schon wusste wie ich es einteilen muss. Ich unterhielt mich mit ein paar anderen Läufern und machte auch mal Fotos. Schließlich habe ich mir diesen Lauf als einen Trainingslauf vorgenommen.
Kilometer für Kilometer kamen wir gut voran und ich selbst war erstaunt das ich recht gut damit zurecht kam.
Die erste Wasserversorgungsstelle kam dann auch schon nach 5 km – sogleich machte ich auch von dort noch schnell ein paar Bilder.
Nach einem kräftigen Schluck Wasser lief ich auch gleich wieder weiter und es ging wieder über Wiesen und Wälder. Die meisten Läufer gingen dort nur noch zügig, denn ein Laufen war da nicht wirklich drin. Läufer und Trippler waren gleich schnell, die Frage war da nur was ist hier Kraftsparender? Ich bevorzugte ebenfalls lieber das zügige hinauf gehen, denn da konnte ich meine Schritte auch besser koordinieren.
Bei flacheren Abschnitte versuchte ich wieder in ein Tempo zu kommen das angenehmer war. Immer wieder sagte ich mir selbst vorsichtig zu sein, ein ausrutschen könnte verheerende Folgen mit sich ziehen. Als wir dann endlich aus dem Waldstück heraus kamen und der Weg etwas flacher wurde, bekamen wir eine herrliche Aussicht über das Allgäuer Land. Die Berge ragten in den Himmel empor und die Sonne tat das nötigste noch dazu. Ein gigantischer Panorama Blick.
Ich lief weiter und die erste Zeitmess-Kontrolle kam auch schon – bei KM 10. Auch ein Fotograf stand da und machte fleißig Fotos von uns. Das selbige tat ich dann auch nachdem ich die Kontrolle passierte. Ich drehte mich um und machte von dort auch ein Bild wie die Läufer nach und nach hinter her kamen. Auch der Fotograf bewunderte mein Tun und meinte nur „ genau richtig, soviel Zeit muss sein“. Ich lief dann weiter, kam an zwei nette Johanniter vorbei und genoss den Blick über die Alpen. Dann ging es Berg ab und eine kleine Unaufmerksamkeit von mir und ich rutschte mit dem Fuß weg, knickte mit dem Gelenk um und plumps lag ich da. Ein Schmerz durchfuhr mir bis in die Achillessehne und ich dachte nur warum jetzt. Einige Läufer hinter mir sahen dies gleich und fragten ob sie die Helfer holen sollen. Ich verneinte natürlich, stand auf und sagte mir nur noch das ich weiter laufen muss. Das klappte auch und ich spürte schon bald nichts mehr. Das ging dann weitere 3 KM gut, bis ich wieder in einem Waldstück Richtung Schwarzer Grad / Blender auf ein Holzstück trat. Dieses sprang unglücklich auf und schlug mir in die Stelle die ich mir beim Sturz schon etwas weh getan hatte. Der Schmerz war wieder da und ich hätte schreien können, doch ich verkniff dieses, merkte aber schon das ich jetzt an eine Grenze des Schmerzes ankam, die mir alle nur erdenkliche Fluchworte in den Mund legen lassen wollte. Ich humpelte so erst einmal einige Meter vor mich hin, passte auf jeden Schritt auf bis eben der Schmerz nachließ.
Ich dachte nur noch an meine bevorstehenden Läufe, die ich ja noch absolvieren will – Schwäbische Alb Rechberglauf und Frankfurt Marathon und hoffte nur das nun nichts mehr derartiges passiert. Endlich erreichen wir die Abzweigung bei KM 15,5 , an der wir 30 Km Läufer abbiegen durften. Ab da ging es dann erst einmal Berg ab. Ich freute mich drauf, denn endlich konnte ich es laufen lassen.
Aber diese Freude sollte nicht lange währen. Die Wege waren teils mit Schotter, teils mit Wiesen belegt und nicht immer eben. Eigentlich dennoch gut zu laufen, doch immer wieder fuhr mir ein Stich in die Achillessehne, so das ich immer wieder aufschreien musste. Zwar lief ich weiter, aber schränkte meinen Schritt immer wieder ein. Ich überholte dann wieder einige Läuferinnen. Ich machte das dann bis Kilometer 20 mit, danach verlor ich schon die Lust weiter zu laufen. Ich ließ dann die mir im Nacken laufenden Läuferinnen an mir vorbei, so das ich erst einmal einen ruhigeren Schritt antreten konnte. So kam ich einen See vorbei, der so schön ruhig gelegen war und nichts konnte mich daran hindern ein Bild zu machen.

Wir passierten dann wieder eine kleine wurzelige Waldpassage, an der ich mich vorsichtiger heran tastete. Das ging dann mal schmerzfreier zu. Endlich – Kilometer 23 – gleich machte ich ein Foto, denn es ging wieder besser zu laufen.
Ich lief dann einen gleichmäßigen Schritt und dachte nur noch daran aufzupassen wie ich auftrete. Keinen Schmerz mehr, sagte ich mir und das ging dann Kilometer für Kilometer gut, bis die Waden auf einmal krampfen wollte. Ich dachte nur noch, das gibt’s doch nicht, ich habe bisher noch nie Krämpfe bei meinen Marathons, Bergläufe usw. bekommen und heute – wo ich doch eh schon angeschlagen bin, muss das auch noch kommen. Aber damit war ich wohl nicht alleine. Ich holte wieder einige Läufer ein, die anscheinend schon den Krampf in den Muskeln hatten, bei mir wollte es nur krampfen, hatte aber eine Technik drauf, die das noch etwas aufhielt. Ich erreichte dann die Abzweigung wo drauf stand „Marienberg“ – und ich wusste was jetzt noch mal kommt. So ging ich nur noch, denn da wollte ich nichts mehr riskieren. Einige Läufer überholten mich und sagten zu mir „ wir haben es gleich geschafft – nur noch 2 Kilometer. Ja, nur noch 2 Kilometer dachte ich mir, aber mit einem angeschlagenen Knöchel und aufkommende Krämpfe – da können 2 Km ewig sein. Es wurde steiler und wuzeliger und endlich oben angekommen ging es genauso wieder runter. Obwohl ich aufpasste und Schritt für Schritt koordinierte, knickte ich in einem Moment wieder mit dem selben Fuß um und ich hätte mich am liebsten vor Wut gegen den Baum geprellt, denn nun hatte ich echt genug. Ich fluchte vor mich hin – wahrscheinlich in einer Lautstärke, die jeder mitbekommen hätte, wenn jemand hinter mir gewesen wäre. War zum Glück niemand, aber dennoch hatte ich eine Wut in mir die war unbeschreiblich. Ich weiß nicht was mich so wütend machte – der Schmerz der mich ab und zu durchfuhr oder der falsche Ehrgeiz weiter zu laufen. Jeder normale Mensch hätte schon beim dritten Mal Schmerzattacke aufgegeben, aber ich wollte einfach ins Ziel. Außerdem sagte ich mir, das es ja nicht die ganze Zeit schmerzte, sondern nur wenn ich falsch auftrat.
Endlich ging es raus, ein kleines Wiesenstück kam und ein Fotograf – oh je, dachte ich – jetzt einfach ein smile aufsetzen. Das klappte dann auch und schon war ich an ihm vorbei. Nur noch um die Ecke und dann das Ziel vor Augen. Yeah, dachte ich – nahm meine Kamera noch einmal hoch und knippste meinen Zieleinlauf. Vom Veranstalter wurde ich dann beglückwünscht und das war so toll. Ich habe es geschafft, trotz einigen Hindernissen, die ich jetzt bis zum nächsten Event auskurieren lassen will. Meine Zielzeit betrug 3:18:05 für 30 Kilometer und 900 Höhenmeter.

Ich bereue diesen Lauf nicht, denn ich war in besten Händen. Es gab genug Helfer an die ich mich wenden hätte können und der Lauf ist ein wunderschöner Traillauf bei dem man mit herrlichem Blick über das Allgäu belohnt wird.

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Das hört sich nach einem schönen Lauf an -

und ich wünsch Dir gute Besserung für alle Wehwehchen. Durchgehalten, angekommen - und jetzt erst mal erholen.

Vielleicht sieht man sich bei der Schwäbischen Alb-Geschichte.

Gute Besserung auch von mir

Hört sich für mich so an als hätte man schon früher abbrechen können.
Du hast es gegen die Vernunft und für den Ehrgeiz nicht gemacht.

Gut, ich war noch nie in so einer Situation. Möchte ich auch nicht sein.

Ich war einmal in eine

Ich war einmal in eine wirklich schlimmen Situation - mein erster Marathon vor 10 Jahren. Nach 10 km war irgend was an der Wade kaputt, ich lief einfach konstant ohne anzuhalten weiter. Anhalten hätte mich zum aufgeben gezwungen, weil danach nichts mehr gegangen ist. 3 Monate war die Verletzung - Bluterguss in der Wade, geschwollener Knöchel usw. Da habe ich mir geschworen nie wieder so zu laufen. Habe ich auch nicht - der Schmerz kam nur wenn ich irgend wie bei den Unebenheiten wie Waldwege, Trampelpfad etc. wieder unglücklich aufkam. Heute gehts dem Fuß schon wieder gut... natürlich werde ich diese Reizung erst noch etwas ruhen lassen. Aber ich humple nicht oder ähnliches.

In Schwäbisch Gmünd laufe ich auf jeden Fall - habe den Startplatz von Erdinger Alkoholfrei gesponsert bekommen. Das lasse ich doch nicht sausen. Und eine Woche danach dann noch Frankfurt - darauf freu ich mich jetzt schon. Roter Teppich und in die Halle mit viel bunten Lichtern, viel Musik und viele Leute.... yeah....

Auf Youtube habe ich die Bilder eingesetzt unter dem Link http://www.youtube.com/watch?v=8MiW5Sq7OEY. Da sieht man die Strecke....

schöne Strecke

Das klingt nach einem schönen Lauf in toller Kulisse, auch wenn diesmal bei Dir nicht alles ganz glatt gelaufen ist. Gut, dass nix schlimmeres passiert ist.

Vielleit laufen wir uns in FFM über den Weg.

cherry65

Jeder, der vor mir läuft, hat es sich verdient

Transalpine Run 2011 – Team Vorarlberg-Pfalz PSVV/SCL

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