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Ich weiß, dass mir ein Teil der Leser dieses kleinen Berichtes jetzt zustimmt, weil eventuell selbst schon mal erlebt. Ich weiß aber auch, dass ein anderer Teil der Leser mir jetzt sicher "einen Vogel zeigt" und nicht (vielleicht auch nur noch nicht) nachvollziehen kann, was Spaß mit einem Marathon zu tun hat bzw. das es diese beiden Dinge in Kombination gibt.

Doch, gibt es. Habe ich gestern mal wieder erlebt und nein, ich war nicht beim bekannten, berühmten, großen Berlin - Marathon. Obwohl der für mich hinsichtlich recht kurzer Anfahrtstrecke u.s.w. praktisch wäre. Ich ziehe ja, wie einige von Euch inzwischen wissen, die kleineren Naturmarathons vor. Gestern war es der ganz kleine "2. Asseler Deichmarathon".

Mein Sonntag begann mal wieder sehr früh. Um 03:00 Uhr klingelte mich der Wecker nach nur ca. 3 Stunden Schlaf wach und gegen 04:00 Uhr ging es mit dem Auto los in Richtung Hamburg bzw. noch ein ganzes Stück weiter an Buxtehude und Stade vorbei Richtung Elbmündung in die Nordsee. Nach einer ruhigen Fahrt kam ich dann nach ca. 340 km um 08:00 Uhr am Ort des gestrigen Marathon (Drochtersen - Assel) an. Nach und nach trafen die Teilnehmer ein und mir blieb noch Zeit für ein, zwei, drei...Kaffee. Wir waren übrigens nur 16 Läufer - also eine wirklich kleine Runde. Aber viele kannten sich bereits untereinander, auch ich kannte Einige schon von anderen Läufen her und die man noch nicht kannte, die lernte man dann im Laufe des Tages auf jeden Fall kennen.

Es war ein Mix der unterschiedlichsten Lauftypen quer durch alle Altersklassen und es waren einige Topläufer dabei, die schon zum Teil für mich kaum nachvollziehbare Leistungen läuferisch vollbracht haben. Gestern trafen sich aber Alle, um gemeinsam die Marathondistanz zu laufen - ohne irgendeinen Druck wegen Zielzeiten, Platzierungen oder Ähnliches. Leider hatte gestern keine marathonlaufende Frau Zeit für unsere kleine Runde. Ich vermute mal, die waren alle beim Berlin - Marathon. ;-))

Start war dann kurz nach 09:00 Uhr direkt am Deich der Elbe. Zuerst liefen wir gemeinsam unter Führung unseres Gastgebers, praktisch als Gruppenlauf, eine kleinere Runde von guten 2 Kilometern und danach folgten 8 Runden a´ca. 5 Kilometer, so dass am Ende die Marathondistanz von mindestens 42,195 km zusammen kam (Die Strecke war im Vorfeld mittels Messrad und zusätzlich GPS vermessen worden.). Verpflegung (Getränke u.s.w.) gab es nach jeder Runde, also praktisch ca. alle 5 Kilometer und darum kümmerten sich die Frau und die Tochter unseres Gastgebers.

Die Laufrunde führte quer durch die Elbwiesen, über Radwege, private Wege der ortsansässigen Landwirte, zum Teil direkt neben dem Elbdeich - alles zusammen eine sehr schöne Strecke ohne Autos, ohne Straßenlärm u.s.w.. Natur pur und Zuschauer hatten wir in Mengen. Die hatten allerdings alle bunt gescheckte Fellkleider an und zum Teil ordentliche Hörner drauf. Die verfolgten das aber dem Anschein nach recht interessiert und gaben sogar ab und zu ein für mich zwar unverständlichen Kommentar ab, aber immerhin. Besser als so mancher Kommentar "zweibeiniger Rindviecher" am Straßenrand großer Stadtmarathons.;-) Dazu kam natürlich, das wir mit dem Wetter gestern absolutes Glück hatten. Es war, wie ja eigentlich überall am gestrigen Sonntag, ideales Laufwetter.

Die erste Runde lief ich fast komplett mit dem jüngsten Teilnehmer (18 Jahre jung und lief gestern bereits seinen 38.(!) Marathon - ihn traf ich bereits bei der Müritzumrundung vor einigen Wochen, welche er auch lief) zusammen. Dann lief ich doch wieder etwas schneller, also mehr in meinem gewohnten MRT und in der letzten Runde lief ich wieder auf den "Youngster" auf, so dass ich dann die (meine) letzte Runde mit ihm zusammen lief. Im Endeffekt war ich dann selbst erstaunt, dass meine Laufzeit trotz vieler Gespräche unterwegs, trotz längerer Getränkepausen nach jeder Runde u.s.w. dann 04:10:02 Stunden betrug. Das war schneller als vermutet und vor allem, als ich es eigentlich vorhatte. Wir nahmen unsere Zeiten gestern alle selber, denn eine offizielle Zeitnahme ist in einem so kleinen Kreis nicht unbedingt notwendig. Das war aber kein Problem - musste ich eben ausnahmsweise mal mit Uhr laufen. Übrigens, der älteste Teilnehmer gestern war 77 Jahre und nach ca. 05:30 Stunden im Ziel. Er wirkte keineswegs angestrengt. Ich vermute ja mal, das lag auch an der Erfahrung von fast 400 absolvierten Marathon/Ultramarathon.

Direkt nach dem Zieleinlauf bekam jeder ein schönes, kühles Erdinger (alkfrei) in die Hand gedrückt - lecker. Nachdem alle das Ziel erreicht hatten, gab es in gemütlicher Runde noch Kaffee, Kuchen, Nudelsalat u.s.w. bei unserem Gastgeber zu Hause. Gegen 17:00 Uhr machte ich mich dann auch auf den Heimweg und war nach wiederum ruhiger Fahrt und wiederum ca. 340 km gegen 21:00 Uhr daheim. Damit war ein langer, teilweise auch anstrengender (damit meine ich die Rückfahrt), aber schöner Sonntag zu Ende und ja, ich würde es wieder tun. ;-))

An dieser Stelle natürlich auch noch herzliche Glückwünsche an ALLE Berlin - Marathon Finisher!!!

Grüße aus dem Havelland

Jens

4.333335
Gesamtwertung: 4.3 (3 Wertungen)

Schön! Schluck...!

Schön! Schluck...! Marathonlaufen ist toll! Hach, mir fehlen die Worte...

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

so soll es sein

ICH versteh Dich
will nicht nur gegen berlin hetzen weil ich irgendewann da ggf. auch mal eine woche urlaub mit marathon und anschließender städtetour vorhabe
aber generell ist Deiner genau meiner also die art, nicht das tempo, logisch
vor allem in so einem einsamen fall dann doch auch mal schöne runden, 5km ist lang genug um nicht zu ätzend zu werden, grad auch in der schönen natur bei so traumwetter wie gesern, die rindviecher stehen jedesmal anders usw.
ganz schnelle kommen nochmal vorbei oder man schlabbert selber wen
und alles ist familiär freundlich
toll beschrieben
gut gemacht
weitermachen nach ein bischen erholung
setzen, eins !
(die bewertung oben ist irgendwie falsch rum ;-)

The goal of science is to build better mousetraps, the goal of nature is to build better mice!

Oh ja! Kenn ich...

Nicht den Asselner Deichmarathon, aber Spaßmarathons. Ich hab mir vorgenommen, im Frühjahr nochmal die London-Quali (4:15) zu laufen und danach keinen Marathon mehr auf Zeit. Nur noch Trainings- und Spaßmarathons! Ultras sind doch viel gemütlicher und ich werde ja auch (leider) nicht jünger... ;-)

Liebe Grüße
Renate

03.10. 6h-Lauf in Kleinkarlbach
23.10. Drachenlauf
12.11. 6h-Lauf Troisdorf

Wie schön! Ja, ich kann es

Wie schön! Ja, ich kann es nachvollziehen, dass ein solcher Marathon seinen ganz besonderen Reiz hat. Dein Bericht erinnert mich an den Marathon in Ostrohe, der vom MTV-Heide veranstaltet wurde. Außer denen, die ca. 5, 11 km oder den HM liefen, waren noch 22 Marathonis am Start und dann ging´s in Schleifen durch den Wald. So richtig, richtig schön war´s.

Herzliche Glückwünsche zu Deinem gelungenen Spaß-Marathon. So muss Laufen sein.


Jogmap-Schleswig-Holstein - de neongelen Löper ut´n Norden

Herzlichen Glückwunsch!

Sooooo ein schönes Lauferlebnis und auch noch so erfolgreich!!!

Wenn man wirklich will und es richtig angehen lässt, keine zu großen Ziele hat, dann, und nur dann wird ein Wettkampf zu dem, wie Du ihn beschreibst.
LG Tame
BORN - denn sie wissen nicht was sie tun!

Ich kann Dich verstehen -

habe auch den ersten M als Landschaftslauf gemacht und absolut genossen. Ich glaub sowas Volles wie Berlin, New York oder so wäre eher nicht mein Ding. Wobei: man soll ja nie nie sagen :).

Gratulation und weiter viel Spaß.

Auch Berlin kann man als Spaßmarathon laufen...

...oder vielleicht gerade Berlin. Ich bin nie gute Zeiten in Berlin gelaufen, hatte aber immer viel Spaß dort, weil die Stimmung einfach klasse dort ist. Deswegen steht Berlin auch noch einmal (zum 5. Mal) auf meiner Wunschliste. Aber ich will es genießen, und nicht mit Scheuklappen durchrennen...

Liebe Grüße
Renate

03.10. 6h-Lauf in Kleinkarlbach
23.10. Drachenlauf
12.11. 6h-Lauf Troisdorf

@ Alle...


... vielen Dank für Eure Kommentare!
Nur kurz: Ich bin ja auch schon einige etwas größere Stadtmarathons gelaufen, z.Bsp. Köln, Frankfurt, Mainz, Karlsruhe, Hannover und zum Teil auch mehrfach - bin also was das Ganze drumherum dort angeht auch nicht ganz unerfahren. Musste aber für mich feststellen, dass mir die kleineren Veranstaltungen, bei denen das alles irgendwie ruhiger, teilweise auch familiärer zugeht, mehr zusagen. Aber das muss jeder, wie immer, für sich selbst entscheiden, was ihm lieber ist. Ich schließe ja auch nicht aus, ab und an mal wieder an einem größeren Marathon teilzunehmen. Die Chance, dort weitere jogmapper auch mal persönlich kennenzulernen, ist sicher größer. ;-)

@ rhinfo:
Renate, falls wir es bis zu Deiner 5. Teilnahme am Berlin - Marathon noch immer nicht mit einem gemeinsamen Lauf geschafft haben sollten, dann gib mir rechtzeitig Bescheid. Dann mache ich mein Berlin - Debüt als Begleitung für Dich. ;-)
Bis dahin alles Gute und weiterhin gute Genesung für Dein Knie.

Gruß
Jens

@jens-hvl

Danke Jens! Mal schauen, ob ich mir Berlin 2012 zwischen dem 100er von Unna (01./02.09.12) und die 100-km-DM in Rodenbach (06.10.2012) noch antun sollte. Beides ist fest eingeplant. Aber ein persönlicher Hase für Berlin, das wäre schon reizvoll. Und 2013 wäre noch soooo weit hin... ;-)

Liebe Grüße
Renate

"Not Because It Is Easy, But Because It Is Hard" John F. Kennedy

03.10. 6h-Lauf in Kleinkarlbach

Wie einfach - Wie schön

Jens, primär freue ich mich bei Deinen berichten immer noch, dass du überhaupt wieder diese distanzen laufen kannst.

Wenn ich (hoffentlich passiert mir das nie) mal eine verletzung habe, wegen der mir geraten wird, dass das mit dem laufen nicht mehr gehe, werde ich an deine entwicklung denken.

die kleinen läufe sind toll und unterstützenswert. Einfach jemand, der eine stoppuhr hat, etwas tee und bananen an die strecke stellt und fertig ist. Das ist kein Event, kein Happening, sondern einfaches ehrliches laufen. Wer will kann auch einen wettkampf gegen sich und andere bestreiten. So fing die Laufbewegung mal an und so wird sie hoffentlich auch noch teilweise erhalten bleiben.

Wünsche Dir noch viel Freude beim Sammeln dieser Kleinode. Wie hast Du von diesem Lauf erfahren?

Als möglichen Kreuzungspunkt UNSERER Wege schlage ich die Georgsmarienhütter Null im Dezember oder den 3. Wintermarathon im januar in Leipzig vor.

mk

Die GM Null....

...im Dezember hab ich auch noch in meiner vorläufigen Planung, nachdem ich letzten Dezember umsonst hingefahren war. Immer vorausgesetzt, dass das mit meinem Knie sich gut entwickelt. Also, das wäre doch ein Vorschlag, Jens!

Liebe Grüße
Renate

"Not Because It Is Easy, But Because It Is Hard" John F. Kennedy

03.10. 6h-Lauf in Kleinkarlbach

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