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Nachdem ich am Sonntag pausiert hatte, um bei leckerem Rotwein mit meinem alten Kumpel Henning über Gott und die Welt zu philosophieren, habe ich gestern abend meine Hausstrecke in Angriff genommen.

Anfangs geht es für 1km über einen Fuß- und Radweg an einer Straße entlang stetig bergauf, bevor ich dann auf ruhigeren Pfaden laufen kann. Denn jetzt geht es für die nächsten 5km über das ehemalige Panzerübungsgelände. Das hat bei Dunkelheit den großen Vorteil, das die Wege aus großen Betonplatten bestehen und damit ein Umknicken wegen der Dunkelheit etwas unwahrscheinlicher ist als auf Naturpfaden.

Nachdem ich Apricke umrundet hatte, fand ein vorwitziges Steinchen irgendwie den Weg in meinen rechten Schuh. Trotz Motzerei ließ sich der Stein nicht dazu bewegen sich in Luft aufzulösen. Also musste ich zähneknirschend eine kleine Pause einlegen, um meinen Fuß von diesem Störenfried zu befreien.
Was mir bei dieser Zwangspause aber dann erst richtig auffiel: bei den Minusgraden verwandelt sich alles in herrlich glitzernde Eisblumen. Der mit Gras bewachsene Hang sah dadurch eher wie eine Diamantenmine aus. Im Schein meiner Stirnlampe glitzerte und blinkte alles, weil alles mit dickem Rauhreif überzogen war.

Ab jetzt geht es locker bergab in Richtung Riemcke. Ein kurzer Blick auf die Uhr verrät mir schon, das ich auf einer flotten Runde bin. Von Riemcke geht es jetzt erst etwa 50 Höhenmeter bergab, um dann auf der anderen "Tal"-Seite wieder 70 Höhenmeter nach Brockhausen zu schnaufen. Auch hier habe ich noch eine gute Zeit: nach 7km zeigt mir meine Uhr 36:12min an. Ab hier versuche ich nochmal Tempo zu machen. Die gräßlich kitschig geschmückten Fenster und Türen lasse ich dadurch schnell hinter mir, bevor ich das Siegerhaus in der Kategorie "Geschmacklosigkeit" passiere. Nur noch ein kurzes Stück bergan und jetzt geht es nur noch bergab bzw. recht flach zurück zum Auto.

Obwohl ich anfangs "Bedenken" wegen der kühlen Temperaturen hatte (Lungenatmung bei diesen Minusgraden), ist doch noch eine für mich tolle Zeit herausgesprungen. Die 11,5km habe ich nach 58:12min geknackt und bin damit wieder recht nahe an der Schallmauer 5min/km.

meine Laufstrecke

Alles in allem war es ein toller Lauf. Selbst die Streckenabschnitte, die ich auf der Straße gelaufen bin, waren verlassen. Keine Autos, kaum Leute unterwegs. Sogar die Ortsdurchfahrt in Deilinghofen konnte ich ungebremst queren ohne über eine Motorhaube abrollen zu müssen. Es geht doch nichts über Abendläufe. ;-)

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