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Dieses Jahr wollte ich 3 Trias machen - und da fand ich die Termine wunschgemäß nur direkt vor und im Anschluß an den Urlaub. Nun ja. Optimale Vorbereitung sieht anders aus. Aber leider war die Volksdistanz (VD) ausgebucht, so dass ich mich kurzerhand für die Kurzdistanz (KD) entschieden habe. Ist ja nur das Doppelte. Dummerweise wurde die VD dann um ein weiteres Starterfeld ergänzt, so dass meine Anmeldung zur KD Makulatur war - aber es war passiert. Und da ich dafür auch noch 'ne Tageslizenz (ja, ich war Lizenzsportlerin - ich!) investiert hatte, wurde auch gestartet - trotz Regen und Gewitterwarnung. Keine Diskussion. Ach so: 1 km schwimmen, 40 km Rad, 10 km Lauf waren angesagt.

Der Urlaub war weniger km und dafür ein paar hm im Laufen, kein Rad (bzw. zwei Touren am Fluss mit Anhang), im See schwimmen mit Anhang, also immer schön warten und schön langsam. Das schleift sich ein.

Montag spät zurückgekommen, drum das Training am Dienstag nachgeholt. Dienstagstraining am Mittwoch, Donnerstagstraining pünktlich erweitert um die erste Hallenbadeinheit (schlecht, weil 25m-Bahn, aber das Freibad hatten sie am Tag zuvor geschlossen) und Freitag dann noch mal eben Rad, weil ja 3 Wochen nicht mehr gefahren. Und da schon das erste Malheur: meine Tochter meinte ich müsste das Aufsteigen noch eleganter üben - und ich Blöde mach auch noch mit. Mit dem Erfolg, dass ich mir beim zweiten Versuch das linke Schienbein auf- und angeschlagen habe und den ganzen Abend mein Bein kühlen musste. Wie war das noch mit "keine Experimente"? Samstag standen 32 km an, die ich kurzerhand um die 10 am Sonntag gekürzt habe. Also nur 22 km bei ziemlicher Wärme.

Am Sonntag also los zum letzten Triathlon der Saison. Rad und Tasche ab ins Auto, keiner wollte mich begleiten, also allein los. Am Ziel dann weit weg einen Parkplatz bekommen - und mit dem Rad losgefahren zum Einchecken. Bisher noch ziemlich aufgeregt, weil ja meine erste KD und ich nicht weiß, was so auf mich zukommt. Morgens war es noch gut warm, so wie am Samstag, aber das legte sich schon recht früh und es begann zu regnen.

Die Wiese, welche die Wechselzone darstellte, war schon bei meiner Anreise sumpfig - aber das war noch gar kein Vergleich zum Zustand bei der Abreise. Knöcheltief versank man im Modder.

Rad abgestellt - passte auch ohne Luft rauslassen in den Ständer. Und dann muss ich mich echt besser organisieren, denn mir fehlten die Plastiktüten. Die einzige vorhandene habe ich ein wenig über die Schuhe drapiert, so dass der Regen nicht ganz reinlief. Trotzdem waren Schuhe und Socken nass.

Es begann zu regnen, kaum dass das erste Starterfeld für die KD startete. Mit so illustren Leuten wie dem 4. der LD Frankfurt - nominiert für Hawaii. Vermutlich macht der sowas als Trainingslauf. Einen neuen Schwimmrekord gab es mit 12:34 (ungefähr, können auch 33 gewesen sein) auch. Na, dann kann bei der Bleiente ja nichts mehr schief gehen!

Toiletten gesucht, Schrank für die Tasche gefunden und dann kam das Problem: in Badeschlappen zum Schwimmstart - nur wem geb ich die jetzt? Die Jacke hatte ich noch in die Plastiktüte gestopft - so flog die wenigstens nicht weg.

Also Latschen mit eigener Badekappe (man bekam eine in verschiedenen Farben pro Bahn) am Rand hinten abstellen (nach Rücksprache mit den Ordnern) und dann rumbibbern. War datt feucht und eklig kühl. Zitter, Zähne klappern. Und ins Wasser - aber das war auch nicht wärmer. Egal, irgendwann war die Reihenfolge abgesprochen (klaro, ich zuletzt) und dann ging es auch los. Ich warte so ein paar Sekunden, bis sich die kraulende Kavalkade vor mir in Bewegung gesetzt hat und schwimme los - Brust natürlich, was sonst? Und es geht so, nicht besonders flott halt, aber ich komme voran. Der Staffelschwimmer überholt mich jede zweite Bahn, schwimmt also doppelt so schnell. Frust - nee, will ich nicht. Mir ist nicht mehr kalt, also einfach locker und konzentriert schwimmen. Brille dicht, alles gut. Ok, ich kann mich nicht so breit machen, also etwas gedämpftes Tempo, aber die letzten zwei Bahnen hab ich für mich und da ziehe ich nochmal ordentlich durch. Keine Ahnung, es schwimmt noch was im Becken rum - also Ziel erreicht: nicht Letzte!

Ab zu den Latschen, weiter zur Zeitmessung und durch die Matsche zum Rad eiern. Oh man, die Füße sehen aus wie nach einer Schlammpackung - soll ja gesund sein. Das Handtuch sieht dann auch so aus und die feuchten Socken kommen an die Füße, die wiederum in die Schuhe gesteckt werden. Feuchten Helm auf, gelbe Brille auf (etwas gute Laune tut not), Startnummer um und ab die Post. Nee, nur geschlitter auf der Matschwiese und dann vorsichtig über die ausgelegte Matte vor der Wiese zum Start. Aufsteigen - Kopfsteinplaster. "Rutschig, glatt, vorsichtig!" werden wir noch ermahnt. Und so ist es auch - also ganz vorsichtig losholpern. Endlich Asphalt - und schon geht es leicht bergauf zur ersten Abbiegung, dann mal leicht bergauf und bergab zum Abzweig, hier ganz nett bergauf, Wendepunkt - Achtung, gaaaanz langsam, wieder runter, Achtung Kurve, seifig angesagt also wieder langsam zum nächsten Wendepunkt leicht bergauf, wieder laaaangsam, rum, Zeitmessung, und jetzt aber runter! Huiiiii. Und schon wieder bergauf, eine Kastanienallee (mit reichlich Sprengstoff) zum Wendepunkt, laaangsam, auf in die nächste Runde. 4 davon waren zu fahren - jetzt wusste ich ja wie das ging. Es schiffte wie aus Kübeln und teilweise war die Sicht selbst mit der gelben Brille arg beschlagen. Abwischen, weitermachen. Also lieferte ich mir die nächsten Runden jeweils ein Rennen mit einem Mann und zwei Frauen. Natürlich ohne Windschatten-Fahren. Das hätte bei dem Wetter aber auch nur Dreck im Gesicht und überall vom Vordermann / frau bedeutet. Der Mann hatte mich bergab überholt und gerufen ich sei ja gar nicht schnell. Dafür hab ich ihn dann bergauf wieder eingeholt und gesagt "was ist los du Schnecke". Und so ging das munter hin und her. In der Schlußabfahrt hat er mich dann abgehängt. Die beiden Frauen konnte ich knapp abhängen - so kurz vor der Wechselzone. Hat mich ja echt gefreut, weil die in Vereinsfarben unterwegs waren. Phhh, geht doch auch ohne Radtraining auf Malle oder so!

Eier über das Kopfsteinpflaster hin zur Matte, gaaaanz vorsichtig absteigen, dann rübereiern über die Matte in die supermatschige Wechselzone. Inzwischen hat es fast aufgehört zu regnen. Rad abstellen, raus aus den Radschuhen, rein in die nassen Lauflatschen. Helm und Brille ab und wieder los. Die Ordner weisen einen zum Ausgang, der Weg wird freigehalten, alles bestens. Ich laufe los und weiß eigentlich nicht, was noch geht. Die Füße sind nass und kalt und fast ohne Gefühl. Also cool bleiben und locker machen. Unter 50 will ich noch laufen, sonst müsste ich ja meine Laufschuhe an den Nagel hängen! Also locker bleiben. Spaß machen mit den 9ern (die waren Liga und später gestartet, dafür über VD) und noch einen versucht zu ziehen, aber der meinte dann irgendwann auf der Runde: "nee, lauf mal dein Ding, das schaff ich nicht mehr". Einsammeln spielen, mein Lieblingsspiel. Nur: weite Strecken bin ich allein - nichts und niemand zu sammeln. Und so trödel ich rum und eiere durch die Gegend. Hab meinen Spaß mit netten Zuschauern, die sich darüber freuen, dass ich mit ihnen feiere und mit netten Läufern - komischerweise sind die Frauen alle stinkig und reden nicht mit mir, wenn ich überhole - warum nur? "Meinen" Radfahrer überhole ich in der ersten Runde und er meint jetzt würde er mich nicht mehr überholen. Na, dann eben nicht .

Es geht rauf und runter, die Orga hat eine Bordsteinkante doppelt vorher als "Vorsicht, ..." angekündigt, weiß gestrichen und mit gelben und orangen Punkten versehen - schon fast ein Kunstwerk, was ich ihnen auch im Vorbeilaufen sage. So, jetzt mal ab in die letzte Runde - ich weiß jetzt, dass ich das schaffe! Und am Tempo geht auch noch was, denn ich höre den Atem einer Verfolgerin! Nee, also das geht ja gar nicht, das ist gegen meine Spielregel - hier werde ich nicht mehr überholt, Ende, aus! Also ziehe ich eben auch an und höre sie hinter mir japsen, während ich noch Scherzchen mit den Orgas und Zuschauern mache und mich von ihnen verabschiede. Hihi, meine mentale Stärke wird gebraucht, das Ding zieh ich durch. An der Verpflegungsstation laufe ich vorbei - aber mir ist zK. Es würgt mich, aber ich will nicht nachgeben! Nein, geht gar nicht. Weiter geht's. Ab um die letzte Kurve - und hier weiß ich: die kriegt mich nie und nimmer! Was noch geht wird rausgehauen bis über die Matte, dann krieg ich die Medaille in die Hand gedrückt und häng mich über die Hecke - das Iso aus der zweiten Runde will raus. Irgendwann drück ich dann auch den Stop-Knopf und schaue etwas ungläubig. Um die 3 Stunden hatte ich mal grob hochgerechnet, dazu das Wetter und die Strecke. Nun ja, knapp verfehlt ist auch vorbei. Sie spricht mich noch an und bedankt sich für's Ziehen - das finde ich ja stark. Dabei war sie gar nicht in meiner Startergruppe und meinte so zu mir sie hätte es mir noch zurufen wollen aber nicht mehr gekonnt. War echt gut für uns beide! So war der letzte km noch 4:31.

Ich trinke einen Becher Wasser, esse Melone und Apfel und spreche mit ein paar Leuten. "Mein" Mann ist irgendwann auch da - er macht sonst LD und war am Rennsteig auf dem Ultra. Wir quatschen bis wir dann beschließen, dass wir mal was Trockenes anziehen müssten und 'ne warme Dusche nicht schlecht wäre.

Letztendlich waren es dann folgende offizielle Zeiten (Rad inklusive beiden Wechseln, von denen ich den ersten korrekt gestoppt hatte mit 2:24 und 310m, den zweiten zu kurz mit 0:33 und 130m):
Swim 25:15 (echte 1000m - zumindest 20 Bahnen im 50m-Becken)
Bike 1:20:06 (knapp 40km)
Run 48:32 (10,1km)

Gesamt: 2:33:54, 10. Frau, 2. AK.

Okay, okay, ich geb's ja zu: ich war nicht Letzte beim Schwimmen, nur 3. von hinten! Und die Laufzeit müsste ich theoretisch auch besser können, aber für's Erste war ich hochzufrieden und lehne mich jetzt für diese Saison im Triathlon zurück.

Die Saison ist um, fertig ist. Nr. 3 war doppelt so lang wie Nr. 1 und 2 vom Umfang her und nicht ganz doppelt so lang wie Nr. 2 mit vergleichbarem Profil von der Zeit her. Und ich mag lieber See als Freibad. Auch ohne Neo und bei 18 Grad. Und 500m sind mir lieber als 1000 - oder gar 1500. Nicht auszudenken, wo ich da landen würde. Das würde ich mit Rad und Laufen ja gar nicht mehr einholen können!

Fazit: es war eine kurze Saison - meine zweite, oder auch die erste mit Rennrad. Es hat super Spaß gemacht - auch mit nicht so spaßigem Wetter. Aber wie sagte eine Triathletin heute zu mir: "Triathlon bei schönem Wetter kann ja jeder" . Sie muss es wissen, war schon auf Langdistanz unterwegs.

Tja, und jetzt soll ich sagen welcher Tria am besten war? Schwer zu sagen, Nr. 2 hatte das beste Wetter - alle drei waren erstaunlich gut vom Ergebnis her und ich hab die AK-Plätze 1-3 belegt . Zu meiner Ehrenrettung sei erwähnt, dass es jeweils mehr als 3 TN meiner AK gab - es ist die bestbesetzte AK momentan glaub ich (heute wieder 25%).

Bei meinem ersten Event mit Lizenz lande ich unter den Top 10! Und jetzt kann ich nicht schlafen , obwohl ich nach dem Ereignis sowas von müde und KO war!

4.75
Gesamtwertung: 4.8 (4 Wertungen)

Keine optimale Vorbereitung...

...durch den Urlaub, und dann noch Sch...wetter, wow, was für eine Leistung! Was soll dabei nur rausspringen, wenn Du gut vorbereitet bist?

Liebe Grüße
Renate

Wettkämpfe bis Mitte September gecancelt.
03.10. 6h-Lauf in Kleinkarlbach
23.10. Drachenlauf

Klasse Abschluss!

Super Zeiten und Platzierungen, was will man mehr?!
Gratuliere Dir ganz herzlich.:o)
Jetzt noch mal kurz regenerieren und dann im Winter Schwimmtraining, was meinst Du, wie gut das erst nächste Saison wird!
Freue mich auch schon wieder drauf, obwohl es doch gerade erst vorbei ist.

Lieben Gruß Carla

Grandios....

Hallo Birgit,

wie du das immer so machst,ohne Vorbereitung deine Wettkämpfe so super zu bestreiten!Du hast meinen höchsten Respekt,denn ich kenne keine die so an ihre Grenzen gehen kann wie du es tust.Hoffe du hast reichlich Spaß an der Strecke gehabt,finde das ist sehr wichtig.Ich war gestern in Münster beim Marathon mit dem jensen04 und wir hatten auch ein ganz komisches Wetter.Morgens Sonnenschein,schon sehr warm und 90% Luftfeuchtigkeit,was man an den Läufern auch sehen konnte.Der jensen04 hatte sein Training auf 3:30 ausgelegt und ich wollte soweit es geht ihn begleiten.Da ich aber in den letzten drei Wochen jeweils Sonntags HM gelaufen bin in Zeiten von 1:34 bis 1:36 und an einen Sonntag nach einen HM noch den 10 Km Wettkampf gemacht habe,wusste ich das in Münster nicht all zuviel gehen wird,aber egal.Habe aber bis 30 Km noch 1 Minute und 45 Sekunden auf die 3:30 Läufer plus gehabt.Dann bei Km 34 ging bei mir der Saft raus und bei Km 36 bekam ich im rechten Bein einen Krampf und etwas später einen Krampf im linken Oberschenkel,der sich Minuten lang nicht lockern lies.Hatte mich schon darauf eingestellt die restlichen Km zu gehen,doch irgendwie konnte ich immer wieder für kurze strecken anlaufen.Das ging so bis 1,5 Km vorm Ziel und als die Zuschauermassen immer dichter wurden klappte es mit dem Laufen auch wieder einigermaßen.So lief ich im Slalom mal links und mal Rechts und klatschte die Leute bis ins Ziel ab.Kam dann endlich mit 3:40:56 noch ins Ziel.Aber was mich besonders freute war die Zeit mit der jensen04 finishen konnte.Denn er kam bei seinen zweiten Marathon den er gelaufen ist mit einer 3:33:00 rein.Freue mich darauf dich irgendwann einmal wiederzusehen,bleibe Gesund und habe weiterhin deinen Spaß beim Laufen.

Mfg Detlev

Gratulation auch an Euch beide...

3:33 und 3:40 sind schon außergewöhnliche gute Zeiten. Ich denke, für Jens ist da auch noch lange nicht Schluß. Und ohne Krampf ist bei Dir auch noch mehr drin. Ich freue mich auf Dich als Hasen in Kevelaer! Ist ja für Dich nur ein lockeres Training...

Liebe Grüße
Renate

Wettkämpfe bis Mitte September gecancelt.
03.10. 6h-Lauf in Kleinkarlbach
23.10. Drachenlauf

Nun ja, so ganz ohne Vorbereitung war das nicht -

gelaufen bin ich auch im Urlaub. Und das in schöner Natur, bergauf und bergab, durch Wald und über Wiesen, hoch über dem Tal mit super Ausblicken und was noch allem. Wie geschrieben: mehr hm als km, aber eben doch die geplante Zeit vollbracht (vor dem Frühstück; meist mit schönem Sonnenaufgang und Nebelschwaden im Tal).

hammer

sauber, also nicht die füße, aber der tria!

The goal of science is to build better mousetraps, the goal of nature is to build better mice!

Gratuliere

Respekt, davor, dass du das bei so nem Mist-Wetter durchziehst. Das kann wirklich nciht jeder.

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