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Das Laufjahr 2008 neigt sich mit großen Schritten seinem Ende zu. Und - zumindest im Rheinland - scheidet es so, als wolle es uns in schönster Tracht verabschieden, um gleichzeitig Lust auf seinen Nachfolger zu machen.
Der Himmel ist klar, die Luft schneidend kalt. Selbst die unvermeidlichen Nordic Walker machen nicht durch ihr monotones Stock-Geklapper zuerst auf sich aufmerksam, sondern durch schon kilometerweit erkennbare Atemwolken. In diese hüllen sich auch die Läufer - dicht und weiss.
Ein Lauf durch den kahlen Winterwald, in dem helle Sonnenstrahlen die eisige Luft durchschneiden, ist ein Sinn-Erlebnis allerhöchster Güte. Wie ein ferner Traum aus einer anderen Welt scheint die Erinnerung, am gleichen Ort vor noch nicht allzu langer Zeit mit spärlicher Kleidung und schweissbenetzter Haut durch die Sommerhitze gelaufen zu sein.
So hat das Jahr seinen Lauf genommen und wir alle hier sind immer mit, hinterher und - okay - einige sicherlich auch voraus. ;-)
Doch nun ist bald Schluss.
Doch zumindest ein Lauf ist noch zu machen und auf diesen freue ich mich ganz besonders. Am Mittwoch, am letzten Tag dieses Jahres, wenn die Wintersonne ihren ohnehin so flachen Bogen gen Horizont führt und das Licht des Winters langsam dem Dunkel der Winternacht weicht, dann werde ich die Schuhe noch einmal schnüren.
Bevor Freddie Frintons trotteliger Butler auch in meinem Wohnzimmer über den vermaledeiten Tigerkopf stolpern darf, bevor ich in der Küche das Silvester-Menü kreiere und bevor mich dann irgendein menschenbevölkerter und stimmungsgeladener Ort dieser Stadt bis in die späten Morgenstunden schluckt, werde ich noch einmal in den Wald zurückkehren.
Eine Runde im Wald. Wie so oft im abgelaufenen Jahr. Eine Runde für die vielen, die man gelaufen ist. Eine Runde, in der das ganze Jahr noch einmal im Kopf "paroli laufen" kann, wie das mal ein Mensch so skurril formuliert hat, der den Kopf wohl eher zum Köpfen denn zu anderem besaß. ;-)
Eine letzte Runde - auf jeden Fall ohne die sonst obligatorischen Ohrstöpsel und all die aus ihnen so trefflich sprudelnde Laufmusik. Denn für einen solch emotionalen, rückblickenden und vorfreudigen Lauf gibt es keinen schöneren akustischen Rahmen als all die fernen Böller, die in Erwartung des großen Spektakels gezündet werden.
Solltet Ihr Zeit für sowas haben, liebe Jogmapper, so gönnt Euch diesen Lauf.
Unabhängig davon sei Euch allen ein guter Rutsch gewünscht.
Den Begrüßungs-Lauf am 1. allerdings werde ich mir sparen - das weiss ich jetzt schon. ;-)

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