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Endlich ist die Zeit der langen Läufe wieder angebrochen, in der jeder Ultraläufer mal zu einem 3-Stunden-Lauf auf das jeweilige Laufrevier einlädt. Die letzten langen Läufe lagen nun schon einige Wochen, wenn nicht gar Monate zurück, so dass - mich eingeschlossen - der ein oder andere bereits über Entzugserscheinungen klagte. Den Anfang machte Heike, unsere 24-Stunden-Läuferin, die zu einer Matschrunde in der Gegend von Horb (Landkreis Freudenstadt) eingeladen hatte. Wie immer bei solchen Läufen, kam auch dieses Mal der Kulturteil nicht zu kurz.

Wir wateten durch Schlammlöcher zum mystischen "Bodenlosen See", dem ersten Etappenziel. Sittsam mit Uschisocken unter den Longtights bekleidet, lauschten wir Heike's Ausführungen. Es heißt, dass sich dort einst ein Nonnenkloster befand. Da es hier die Nonnen seinerzeit mit der Keuschheit wohl nicht so genau genommen hatten, ist das Kloster untergegangen, d.h. es hat ihnen förmlich den Boden unter den Füßen weggezogen. Noch kurz ein paar Fotos gemacht, und weiter ging's durch den Schmodder. Nur schade, dass es nicht geregnet hatte! ;-))

Mit protestantischem Fleiß sammelten wir weiterhin bestens motiviert unsere Kilometer. Vorbei ging's an einem einsamen Blumenstand mitten in der Pampa, bevor wir den Tälesee in Empfingen erreichten. Jemand hatte dort den Stöpsel gezogen, so dass uns die Befolgung des Badeverbots nicht weiter schwer fiel.

Wir nahmen Kurs auf das Kloster Kirchberg, wo Heike uns wieder auf Insiderwege führte, die wir Ortsfremde so nicht als Wege wahrgenommen hatten. Weiter ging's mit der Ferkelei im Matsch, immer schön bergauf, als wir schließlich das Kloster, eine sehr schöne Anlage erreichten. Hier hat man bei schönem Wetter eine wundervolle Aussicht auf die Burg Hohenzollern, die uns heute leider verwehrt blieb! Wenn's wenigstens geregnet hätte!

Aus Respekt vor den Nonnen, legten wir eine Gehpause über dem Klosterhof und dem Friedhof ein. Heute ist dieser Ort u.a. als Ort des gemeinsamen Schweigens gedacht. Da weder Heike, noch ich besonders gut im länger-als 5-minütigem-Schweigen sind, haben wir relativ zügig den Ausgang anvisiert.

Wir kamen auf vergleichsweise sauberen Wegen zu einem großen Steinbruch, der wie eine Miniaturausgabe des Grand Canyons wirkte. Es folgte die obligatorische Fotopause und das Kind in mir vermisste schon den Matsch. Unsere Füße waren eh schon durchnässt, so dass es auf mehr oder weniger Schlammlöcher nicht mehr an kam! Ich würde nicht enttäuscht, doch zunächst mussten wir uns durch die Äste eines umgeknickten Baums friemeln und zwischendurch musste man den ein oder anderen Sturz vereiteln.

Mit dem reichhaltigen Kulturprogramm, einer kleinen Schneeballschlacht zwischendurch und der Konzentration auf der schwierigen Laufstrecke war man so abgelenkt, dass die 3 Stunden wie nix vorbei waren!

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Wunderbar!

Ich stell mir das jetzt grad mal bildlich vor: Rennsüchtige Schnatterinchen knapp hüfthoch mit Schlamm bespritzt versuchen pietätvoll schweigend über den Friedhof zu schreiten. *Brüll..und auf die Schenkel klopf*. Muss echt Spaß gemacht haben!

Das ist

ja mal eine coole Art des Sightseeinngs!
Und das Foto mit den Uschis ist mir bisher auch entgangen. Sehr geil.
Und das mit dem 5-minütigen Schweigen...
Ein frohes Fest, einen guten Rutsch und viele solcher schönen Läufen im nächsten Jahr wünscht dir der Kenianer

Ultra...

Ja, so habe ich mir deine Winter-Regeneration vorgestellt :-))
Ich war heute schon nach guten 16 km "fertig". Das Ultra-Gen scheint bei mir inaktiv, wenn überhaupt vorhanden, zu sein...

:-) cc

Von der Laufzeit...

...mal ganz abgesehen ;), hört sich das ja wirklich formschön an!

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...gar nicht verrückt, ist auch nicht normal...

liebe MC!

hach, hört sich das schön an! da wo andere gern urlaub machen würden, macht ihr eure langen läufe. muß traumhaft gewesen sein.
aber dabei dann in 3 stunden noch 30 km zu machen..., das haut mich mal wieder von meinen nicht vorhandenen uschisocken!
wow!
sei lieb gegrüßt - christiane

Was für eine wunderbare Ferkelei...

...jetzt habe ich gar keine Lust mehr auf Quälix, Magath oder so, sondern will mitsauen, wenn ich mal in der Nähe (aus meiner entfernten Perspektive ist das ja quasi EIN Laufrevier) bin.

Gibt's da auch keusche Mönche, auf deren Spuren ich laufwandeln könnte?

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de nihilo nihil

Keusche Mönche...

... auch bei ihnen scheint es eine hohe unkeusche Dunkelziffer zu geben, d.h. kein Kommentar! ;-))

Übrigens, der Nordschwarzwald ist das niederschlagsreichste Gebiet in Deutschland, auch wenn's zur Zeit nicht so danach aussieht! ;-) Die Chancen für Matschrunden sind daher ziemlich gut!

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laufend fit und gut drauf!

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