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War das ein 3. Advent!
Samstag morgen Laufastra am Bahnhof aufgelesen und rechtzeitig (!) mit meiner Zweitältesten zum Nachtwächterlauf nach Ottweiler gefahren. Merke: ein kleiner Ort mit nur EINER Zufahrtstraße. Sollten auch die anderen Einheimischen inzwischen wissen, oder? Nichtsdestotrotz musste der Start verschoben werden, weil die Bundesstraße immer noch von Läufern in ihren Autos verstopft war! Laufastra und mir lief etwas die Zeit davon; fluchend standen wir in der Eiseskälte und überlegten Plan B für den Fall des Falles. Endlich ertönte der Start-Kanonenschuss, durch den auch der letzte Läufer wieder wach war, und es ging auf den 2,5km Rundkurs. Etwa 520 Teilnehmer liefen im Fackelschein (Dank an den örtlichen Leichtathletikverein, insbesondere die vielen Kinder, die tapfer ausharrten) vom Marktplatz durch den Ort hoch zur Bundestraße bis zum Wendpunkt und von dort wieder - z.T. sehr abschüssig auf Kopfsteinpflaster zum Markt zurück und ab in die nächste Runde. Keine Bestzeitenstrecke, aber sehr atmosphärisch: wie jedes Jahr mit viel Publikum, teilweise in weihnachtlicher Verkleidung die Läufer mit Glühwein lockend. Laufastra und ich liefen mit meiner Tochter, die sich tapfer am Ende des Läuferfeldes hielt und in der letzten Runde trotz ein wenig Schwächelns noch einige Läufer einholten konnte und schließlich ihren zweiten 10km Lauf stolz mit einer Verbesserung ihrer Zeit um glatte 5min beendete. Platz 2 unter den Schülerinnnen war der Lohn.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich auch endlich meine Fuß-Abrollprobleme (Laufastra: "Du läufst irgendwie unrund!") im Griff und warm war uns auch.
Das Auslaufen fand mit Hilfe des Fußweges zum Auto statt und mit Bleifuß ging es heimwärts: ab unter die Dusche, Rucksack gepackt und wieder los zum Hauptbahnhof um den Zug nach Hamburg zu erreichen. Bis Frankfurt fuhren wir auch komfortabel im ICE, um dort in einen IC umzusteigen, der uns auf interessanter Streckenführung (Frankfurt-Koblenz-Köln-Münster-Osnabrück-Bremen-Hamburg) ans Ziel unserer Wünsche bringen sollte: den 2. Lauf der Bramfelder Winterlaufserie. Gute Idee, wird NICHT wiederholt: 1) lassen sich die Sitze leider nicht mehr wie in den Uraltzügen so herunterklappen, dass man liegen kann; 2) hielt der Zug an jeder Milchkanne ("Boppard hat einen Hauptbahnhof!") und die Durchsage ließ sich weder ab- noch leiser stellen, 3) wünschte uns die Schaffnerin morgens um 4:20 Uhr einen guten Morgen und wollte die Fahrscheine sehen und 4) und das war die Krönung: ich hasse Fußballfans! Sturz besoffen gegen die Türen schlagend verließen sie in Duisburg endlich den Zug. Insgesamt 10 Stunden später erreichten wir um 6:51 Uhr völlig verspannt und total übermüdet den Hamburger Hauptbahnhof.
Gefrühstückt und noch Landläufer eingesackt stiegen wir in S-Bahn und Bus. Das wurde dann alles etwas knapp, aber wir schafften es und standen pünktlich am Start für die - schon wieder vier Runden aber diesmal - 20,3km rund um den Bramfelder See; dieses Mal ohne Nezzwerker, der gleich drei Entschuldigungen vorgebracht hatte. Angesichts unserer Knochen und inzwischen ziemlich üblen Müdigkeit ließen Laufastra und ich es eher langsam angehen, konnten aber unser Tempo erstaunlicherweise steigern und beendeten den Lauf eine halbe Minute schneller als vor vier Wochen. Für mich gab es Platz 1 in der AK 30, bei den Frauen insgesamt diesmal "nur" Platz 5; da waren wohl noch einige aus den Löchern gekrochen, die es beim letzten Mal nicht gewagt hatten.
Mit Landläufer gingen wir gemütlich brunchen, vertrieben uns noch zwei Stunden auf dem Weihnachtsmarkt, bevor es für Laufastra und mich wieder in den Zug ging: Laufastra nach Braunschweig, ich heimwärts - diesmal 1. Klasse, die war nämlich mit dem Dauerspezial billiger als das Ticket in der 2. Klasse! Unseren müden Beinen kam dies sehr entgegen ;-) Um 23 Uhr war ich endlich zu Hause und fiel nur noch ins Bett!
Fazit: Beim 3. Lauf nehme ich wieder das Flugzeug - Ökologie hin und her; auch 30km in zwei Tagen können schlauchen; wie bekloppt kann man sein und laufen macht auch im Winter Spaß!

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Ihr macht Sachen!

Doch genau diese verrückten Dinge sind es, wovon man noch lange zehrt!

Mitfreu und LG
MC

laufend fit und gut drauf!

Hi Strider...

...der erste Glückwunsch gilt der lauftüchtigen Tochter. Nun fehlt nur noch der Internetzugang und eine Anmeldung, dann können wir hier von strider2 lesen.
Manchmal bin ich mir bei Deinen Blogs nicht sicher, ob das drumherum Dich nicht mehr auf Trab hält, als die Veranstaltung selbst. Auf jeden Fall meinen großen Respekt, wie Du sowohl das Eine, als auch das Andere hinbekommst.
Abschließend kleine Wünsche an Dich und Laufastra, ich hoffe, es läuft bald wieder ganz "rund".

Völlig bekloppt.

Aber das war ja klar ;-)
Noch verrückter, wie schnell ihr dann die 20,3 km gelaufen seid! So verspannt und übermüdet - hammer! Und beim 3. Lauf eroberst du dir deinen ersten Platz zurück, das ist doch klar!

:-) cc

Nie wieder Ausreden!

Künftig werde ich kommentarlos fehlen. Oder - noch besser - einfach dabei sein. Schade, dass ich es nicht war, war aber richtig so.

Schickes und brutales Wochenendprogramm, Glückwunsch zu der groooßen Zeit unter diesen Bedingungen... ;)

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de nihilo nihil

Herrlich bekloppt

Hi strider!
Du hast allen Grund auf Deine Tochter stolz zu sein, allein dafür haben sich alle Strapazen gelohnt:-),
Trotzdem war diese unbequeme Bahnfahrt ein einmaliges Erlebnis, einmal und nie wieder (AUA-mein Nacken).
Werde immer wieder gerne auf einen Besuch ins kleine Saarland kommen (nicht als Drohung zu verstehen:-)).
Du hast damit übrigens 1417 Schienenkilometer für 30 Laufkilometer zurückgelegt. Das ist an Beklopptheit nur noch von mir zu toppen:-)!
Bis bald,
Gruß, Marco
You´ll never fürslaufenistmirkeinwegzuweit alone

"...ich hasse Fußballfans!"

...ähm...aber Du warst doch mit einem unterwegs...

*duckundwech*

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...gar nicht verrückt, ist auch nicht normal...

@ tuffi

Au weiha, das hatte ich glatt übersehen (er zum Glück wohl auch ;-)

dafür...

...habt Ihr doch mich...immer gerne für einen überflüssigen Kommentar gut! *gg*

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...gar nicht verrückt, ist auch nicht normal...

Danke für den Hinweis

Das scheine ich doch glatt in meiner wohlwollend-gutmütigen;-) Art übersehen zu haben. Gut, das ich mich ausnahmsweise mal nicht wie sonst immer besoffen danebenbenommen habe, denn ich bin ja Fußball-Fan:-)).
Gruß, Marco
You´ll never zebrassindblöd alone

3.Advent

Hi, strider+Töchterchen+Laufastra...
Ich habe den Bericht über Euer Adventswochenende so richtig gern gelesen. Einerseits. Eure "Laufverrücktheit" kann ich gut nachvollziehen, so ein bißchen davon steckt auch (noch) in mir.
Andererseits habe ich doch einen Schrecken bekommen. Nicht, weil Ihr so nen Lauftourismus betreibt, sondern weil ich eigentlich im Januar/Februar den Bramfeldlauf machen wollte. Einmal 10km, einmal vielleicht HM. Ich möchte dort mitlaufen, weil ich dann im Training dieses Ziel vor Augen habe und mich das motiviert. Nun bin ich aber AK W 60. Wenn ich höre, welche Cracks so aus ganz Deutschland angereist kommen, bin ich dann doch ein bißchen bange. Wenn ich so am Start unter Euch Jüngeren stehe, merke ich nicht, daß ich älter bin und vielleicht so ein bißchen exotisch. Ich fühle mich wie alle anderen, auch wenn ich 30 Jahre älter bin. Während des Laufs und spätestens im Ziel werden meine Grenzen natürlich deutlich. Kannst Du das verstehen? Könnt Ihr alle das verstehen? Du, Laufastra, nezzwerker...?
Also, das wollte ich mir nur mal von der Seele schreiben.
Aber ich komme doch!
Gruß Ricamara

Na klar

kommst du; ich will dich kennenlernen!! Wenn ich in der AK 60 noch laufe, klopfe ich mir beim Laufen ständig selbst auf die Schulter ;-) Also: wir sehen uns!!!

Ein klares Willkommen

Du meinst doch mit Cracks nicht etwa uns:-))?
Wir brauchen doch Vorbilder, die uns zeigen ,was mit 60 noch möglich sein kann!
Also, bis demnachst in Bramfeld!
Gruß, Marco

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