Benutzerbild von werderhardy

Hi Leute!
Ich war heute fasziniert...da kommen mir doch 2 dicht hintereinander laufende Mitstreiter entgegen....auf der nächsten Runde kreuzen wir uns wieder...und mir geht ein Licht auf: der vorne ist der Sehende und die hinten ist blind oder zumindest sehr stark sehbehindert. Ich finde es toll, wie hier zwei Menschen sich gegenseitig stützten....und ich frage mich, wie viele Blinde oder stark sehbehinderte Menschen es wohl gibt, die genauso wie wir gerne laufen würden.....einfach mal sacken lassen. Hat eine(r) da irgendwelche Erfahrungen?
hi all - have a nice day!

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google

google mal Regina Vollbrecht, sie treffe ich sehr oft beim Training und auch in Wettkämpfen.

Der Tag geht zu Ende: Überdenke noch einmal, was er dir an Sorgen gebracht hat. Ein paar davon behalte, die anderen wirf weg! Calvin O. John

www.laufpark-stechlin.de

Sie laufen ...

.. dann auch - können nur nicht so spontan losziehen wie du, weil sie auf den "Partner" angewiesen sind. Ich weiß von zwei Blinden hier in der Umgebung, die mit Führer laufen (an der Hand oder mit einem kurzen Seil geführt). Das geht bis zum Marathon bzw. auch an einem Triathlon (Radfahren mit Tandem) haben sie schon teilgenommen.
Es erfordert aber wohl viel gemeinsames Training, weil der Sehende ja auch erstmal lernen muss, sich darauf einzustellen, was für den Blinden wichtig ist - seien es jetzt Richtungsangaben, Warnungen oder Informationen über die Strecke / den Untergrund - was auch immer. Lauf mal komplett im Dunklen - du wirst automatisch mehr "fühlen".
Bei größeren Wettkämpfen sieht man das übrigens auch gelegentlich .. Aber wenn du's ganz genau wissen willst - sprich sie doch bei der nächsten Begegnung einfach an !?!

Brauchst nur mal...

...einen übervollen Bahnwettbewerb laufen (z.B. letzter Blog von dadarun48), bei der Rempelei kannst Du davon ausgehen, dass mehr als die Hälfte der Teilnehmer blind sind.

vor diesen menschen

kann man nur den hut abnehmen.

Ein Kollege von mir ist auch

Ein Kollege von mir ist auch blind und läuft regelmäßig in einer Laufgruppe. Dabei lässt er sich immer von einem Mitläufer an so einer Art kurzen Leine führen, die die beiden an den Handgelenken verbindet.

In letzter Zeit kommt er aber nicht mehr so oft zum Laufen, weil er neuerdings Fußball spielt!!!!
(Kein Witz)

Und ich hab ..

.. gedacht wenn ich schreibe, dass der Blinde an der Leine geführt wird klingt's gemein ..
Und glowi : Mag sein, dass es da Idioten gibt, die dir "blind" vorkommen - schätze bei einem "Echten" könntest du mehr Rücksicht erwarten und solltest sie vielleicht nicht in einem Atemzug nennen. Sind eher "die Hirnlosen" als die ohne Augenlicht .. wahrscheinlich bringst's drei Hundertstel !!

Ja, ich finds auch klasse,

Ja, ich finds auch klasse, das Menschen trotz ihres Handicaps Sport treiben. Im Skiurlaub sind auch öfters blinde Skifahrer unterwegs, die mit einem Führer und auf dessen Zurufe fahren. Wieviel vertrauen in einen anderen muss man für solche Fahrten haben? Echt stark.

Blinde können (fast) alles!

Ich hab' so meine eigenen Erfahreungen mit Blinden, da mein Großvati blind aus dem Krieg zurückkam. Leider ist er vor inzwischen 18 Jahren verstorben.
Er ist zwar nicht gelaufen war aber ein begeisterter Wanderer , Bergsteiger und Radfahrer. Letzteres mit meiner Oma am Tandem. Der ist Teilweise auf Berge hoch, da wird selbst mir schwindlig. Ausserdem baute er im Herbst immer Vogelhäuser.
Und Samstag Nachmittag sass er immer vor seinem Radio und hörte Fußball "Heute im Stadion". Wehe wenn wir ihn dabei störten!
Irgendwann bezeichnte ihn einer mal als "behindert" ich muss dem dann an den Kopf geworfen haben: "Behindert? So ein Schmarn, der sieht bloß nix!"

In Erinneungen schwelgend
ulsaba

@glowi

..oder die Conny treffen, wenns schneit. Außen Schnee an der Brille, innen Kondenswasser - Sichtweite < 1 m.
Das was Du beschreibst nennt sich übrigens Nahkampf, hier gings aber um sog. Versehrtensport (blödes Wort, aber mir fällt kein besseres ein).

Blinde Ironfrau

ich kann mich an eine Geschichte erinnern von einer blinden Frau, die mit ihrem Ehemann einen Ironman absolviert hat (ich glaube dammals noch in Roth). Beim Radfahren sind sie mit einem Tandem gefahren. Allerdings konnte er dann nicht mehr am Marathon teilnehmen, da er von Krämpfen geplagt war. Per Lautsprecher wurde dann ein "Führer" gesucht, der spontan einen Marathon laufen würde. Und tatsächlich fand sich ein sportlicher Helfer, der mit der Frau den Lauf zu Ende brachte. Bei der tollen Geschichte weiß ich gar nicht, wen ich am meisten bewundern soll...
Die blinde Frau, der Ehemann, der mit ihr wahrscheinlich sehr viel mit ihr gemeinsam trainiert und dann wohl tottraurig abbrechen musste oder natürlich der spontane Helfer, der mal eben so einen Marathon gelaufen ist.
In jedem Fall ist auch ohne Augenlicht viel Sport möglich. Bewundernswert!

PS: Habe von der Geschichte nur gelesen und gehört, nicht dass jemand denkt, ich hätte schon mal einen Ironman gemacht

Blind laufen - na klar!

Hallo "werderhardy"!
da ich vor vielen Jahren mal mit einer blinden Frau gelaufen bin und mir dies immer viel Spaß gemacht hat, habe ich mich vor ein paar Monaten an den Blindenselbsthilfe-Verein in Köln gewandt und mich sozusagen als "Laufpartnerin" angeboten. Hierüber habe ich den Kontakt zu meinem jetzigen Laufpartner bekommen. Ich hatte Glück, wir verstehen uns sehr gut und kommen auch beim Laufen super klar. Das er nichts sieht, ist eigentlich überhaupt kein Problem. Man ist schon nach kurzer Zeit (2-3 Läufe) gut aufeinander eingespielt. Es wird ziemlich schnell klar, was man wie ansagt bzw. was man besser nicht ansagt, weil es ansonst verunsichert (auch wenn man mit Blinden keine Vorerfahrungen hat - einfach fragen). Wir nehmen immer ein Schlüsselband, das wir beide festhalten. Wir fassen es recht kurz, das erleichtert das Kurvenlaufen durch den leichten Armkontakt. Man läuft eigentlich auch nicht hintereinander sonder nebeneinander, wobei der blinde Part meist eine halbe Schrittlänge "hinter" einem ist. Mir und ich denke auch meinem Laufpartner macht das gemeinsame Laufen viel Spaß, weil man relativ schnell "kleine Erfolge" erzielt. Er ist vorher nie gelaufen und hatte demnach auch keine gute Kondition. Das hat sich innerhalb von wenigen Wochen sehr gebessert und wir sind auch schnell vom Laufen auf Asphalt zu Läufen auf Waldwegen übergegangen. Ich finde es jedes mal faszinierend, was er von der Umgebung so alles mitbekommt, wie schnell er nur leise Geräusche identifiziert bzw. Orte wiedererkennt.
Ich kann Euch alle nur ermutigen nach einer solchen Laufpartnerschaft zu suchen, im Zweifelsfall eine/n Blinden einfach mal anzusprechen, ob er/sie nicht mal mitlaufen möchte! Es ist auf jeden Fall für beide Seiten bereichernd!
Wenn Ihr noch mehr wissen wollt, meldet Euch!
Andrea

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