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Recht spontan kam ich diese Woche auf die Idee, beim Kalmit-Berglauf mitzumachen. Statt mich davon abzubringen, machten noch fünf weitere Leute des Lauftreffs mit.

Mein reguläres Trainingareal weist nicht mal einen Höhenunterschied von fünf Metern auf. Nun sollte es zum ersten Mal ein Berglauf sein. Über 8,1 Kilometer führt die Strecke von der Maikammerer Ortsmitte stetig bergauf, zum Gipfel der Kalmit, die mit 673 Metern der höchste Gipfel des Pfälzerwaldes ist. 505 Höhenmeter waren zu bewältigen. Schon der Gedanke an die Höhendifferenz flößte mir gehörig Respekt ein. Aber erst im Lauftreff etwas ankurbeln und dann den Rückzieher machen, kommt natürlich gar nicht in die Tüte.

Also fuhren wir am frühen Samstagnachmittag in den Weinort Maikammer, haben Nachmeldungen ausgefüllt und Startnummern geholt. Als Präsent für jeden Starter gab es noch eine Flasche „Läuferelixier“, köstlichen Traubensaft. Tolle Idee. Wenn man dann noch das Starterkuvert bei der Aktion einer Ludwigshafener Filiale eines Sportartikelmarktes einlöst, ist der Start fast „für umme“.

Nach einer kleinen Runde durch den Ort zum Warmlaufen war es schon Zeit, sich im Startbereich einzureihen. Die ersten beiden Innerortsstraßen waren noch flach. Nach der zweiten Kurve liefen wir den Bergen der Haardt (östlicher Rand des Pfälzerwaldes) entgegen und schon durften wir die ersten moderaten Höhenmeter gewinnen. Nach dem Ortsende zog die Steigung der von Weinbergen gesäumten Kalmitstraße etwas an. Wir liefen am Stopp-O-Mat vorbei. Doch die Zeitmesstation für Biker, Spaziergänger und Läufer brauchten wir heute ja nicht. Bald passierten wir das Hinweisschild, dass wir 200 m über Meereshöhe erreicht haben. Dann sind es ja „nur“ noch 473 Höhenmeter. Mit der Info zu den Höhenmetern zu jedem „runden“ Wert und den nett gemachten Streckenkilometerschildern des Veranstalters konnte man einen doppelten Countdown (oder Countup) verfolgen. Besonders „Jetzt geht’s nuff“ ich glaube bei Kilometer drei und „Beiß’ dich durch“ bei Kilometer sechs blieben mir in Erinnerung. Bei „Jetzt geht’s nuff“ (nuff = hoch – Anmerkung für Nicht-Pfälzer) fragte ich mich, wohin außer hinauf es denn bis dahin ging. Wer hätte es geahnt, es wurde wieder etwas steiler. Ich kam mir zwar nicht schnell vor, konnte aber gut mit der Masse mitschwimmen. Der Puls bewegte sich bis dahin etwa so wie bei einem 10er, bei mir so um die 160 bpm. Doch das steilere Stück machte sich bemerkbar. Der Puls stieg bis 167, das waren Werte, wie ich sie so oder noch Höher bisher nur gesehen hatte, wenn der Brustgurt gesponnen hat. Ich versuchte dann den Puls knapp unter 165 zu halten, ich wusste ja nicht sicher, wie ich die Strecke wegstecken kann, auch wenn ich mir zuvor das Streckenprofil betrachtet hatte.
Mehrmals fragte ich mich, was ich hier eigentlich mache, verdrängte aber die zweifelnden Gedanken immer schnell. Bei Kilometer vier wurde mir bewusst, dass es eigentlich ganz gut läuft. Ab Kilometer sechs legte ich noch etwas zu. Dazu trugen auch die immer wieder an der der Strecke stehenden Zuschauergruppen bei, die die Läufer anfeuerten. Der letzte Kilometer zog sich dann doch mehr als erwartet und ich nahm wieder etwas Tempo heraus, auf die gefühlte Geschwindigkeit von zuvor.

Nach 49 Minuten lief ich im Ziel auf dem Gipfel ein. Dort gab es erst mal warmen Tee. Die Fernsicht über die Rheinebene vereitelte der leichte Nebel. Ein Stück unterhalb des Gipfels, auf einem Spaziergängerparkplatz konnten wir unsere Kleiderbeutel in Empfang nehmen und uns in Umkleidezelten „trocken legen“. Ein Bus-Shuttle brachte uns nach sehr kurzer Wartezeit wieder in den Ort.

Insgesamt war der 17. Kalmit-Berglauf eine schöne, gut organisierte Veranstaltung (mit einem gut bestückten Kuchenbuffet!!). Ein Dank an den TV Maikammer und alle Helfer.

Mit meiner Zeit bin ich vollauf zufrieden. Ich denke, dass ich meine Kräfte und die Geschwindigkeit gut eingeteilt habe, so dass ich gut gefordert war und keine Gehpausen einlegen musste.

Das war sicher nicht der letzte Berg, den ich laufend erklommen habe. Bis ich einen Marathon mit einer solchen oder noch größeren Höhendifferenz einplanen kann, ist aber sicher noch viel Training in profiliertem Terrain erforderlich.

cherry65

Jeder, der vor mir läuft, hat es sich verdient

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