Am 5.2.08 habe ich angefangen nach Laufplan zu laufen. 1 min gehen, 1 min laufen und so weiter. Am 15.4. sollte ich in der Lage sein, 45 min am Stück zu laufen. Das habe ich geschafft. Auch schon vor dem Termin.
Mitte Oktober 08 habe ich einen 12km-Lauf (mit 400 Höhenmeter Steigung auf den ersten 6 km) in 78 min absolviert und bin mit einem Lächeln ins Ziel gelaufen.
In der Zwischenzeit habe ich mein Leben auf den Kopf gestellt, einmal alles durchgeschüttelt und zurecht gerückt. Ich habe fast 10 kg Gewicht verloren und bin 2 Kleidergrößen geschrumpft.
Trotz zweier fordernder Kinder, neuem Job, Haushalt etc. schaffe ich 25 km pro Woche zu laufen.

Warum kann ich damit einfach nicht zufrieden sein?
Seit Wochen schaffe ich es nicht, statt dreimal viermal zu laufen, was ich mir fest vorgenommen hatte. Entweder reicht die Zeit nicht, oder ich bin schlapp, schlapp, schlapp. Meine Laufergebnisse sind mir zu langsam, der Ehrgeiz zerrt an mir. Das alltägliche kleine Scheitern, dass ich selbst mir zuschreibe, lässt mich den Erfolg nicht mehr sehen.
Gedanken wie "Du warst noch nie sportlich, Du wirst es auch nie" ankern an den bröckeligen Sollbruch-Stellen des kleinen Erfolges...

Wo ist der Punkt, an dem ein Ziel, auf das man hinarbeitet nicht mehr gut ist?
Wie überhaupt setzt man sich sinnvolle und realistische Ziele in einem hektischen Leben mit so vielen Pflichten?
Wie bekommt man die Gelassenheit und die Zuversicht: Irgendwann wird man den Marathon (von dem man als Beim-Schulsport-zum-Schluß-in-die-Mannschaft-gewählt-Werder sich eh kaum zu träumen wagt) laufen?
Wie schafft man es, den Stolz über die eigene Leistung so zu kultivieren, dass man ihn sich nicht durch den Blick auf andere, bessere Läufer trüben lässt?
Wie kann man lernen, die Freude am Anblick und Geruch des Herbstwaldes höher zu bewerten als die Tatsache, dass man einen sehr steilen Anstieg halt nur sehr zügig hoch gehen, aber nicht laufen kann?

Erfahrungen, Meinungen, Haltungen dazu sind herzlich willkommen...

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Novemberdepression

Herzlich Willkommen in der "Novemberdepression" der Körper hat sich noch nicht an die dunkle Jahreszeit gewöhnt - dreimal laufen FREU DICH ich kenn viele die laufen gar nicht. Drei Wochen noch dann machen die Weihnachtsmärkte auf.....durch deine Lauferei kannst du dir den einen oder anderen Schlemmerabend mit deinen Kindern gönnen - also
Freu dich drauf.

Hallo Claudia,

was Du so schreibst hört sich für mich nach Übertraining an. Regenaration ist auch wichtig, vergesse ich auch oft ;-).

Zwischendurch immer mal eine Woche mit geringeren Umfängen einzubauen wirkt Wunder, Du hast schon viel geschafft...

lg

Ulli

carpe diem-Nutze den Tag

Ich glaube nicht an Übertraining

Lass Dich da nicht nicht verunsichern, Claudia, das halte ich für absolut falsch. Es würden x Symptome fehlen, der Umfang scheint mir deutlich zu gering. Übertraining scheidet eher aus.

Kopf ist das Thema. Fehlende Ziele vielleicht.

Ich kann Dir keinen allgemeingültigen Rat geben, aber bei mir funktionieren im wesentlichen zwei Dinge:

a) ein von extern gesteuerter Trainingsplan (www.jkrunning.de), der mich immer wieder vom Sofa "hochscheucht" und wirklich Ergebnisse liefert, die ich auch brav immer protokolliere und in der Rückschau sich wirklich witzig lesen.

b) Rennen (mag das Wort "Wettkampf" nicht) planen, darauf hinarbeiten, absolvieren, sich an der Zeit freuen. Das wird vor allem immer besser, wenn Du dasselbe Rennen ein Jahr später wieder machst und feststellst, dass Du eine Rakete geworden bist.

Ein Nebenaspekt ist das gute Gefühl, eigentlich alles bedenkenlos essen zu können, weil man eh so viel läuft, dass es nicht mehr ansetzt ;)

Und, ach ja, nie getestet, aber auch das könnte bei mir gut funktionieren: Freude an negtiven Dingen, die einem *nicht* passieren, z.b. sich schlicht daran freuen, dass man laufen darf und eben ncht mit ner langwierigen Verletzung herumlaboriert, die einen Wochen oder gar monate vom Laufen fernhalten.

Vielleicht ein paar Anregungen. Kopf hoch, November ist auch bald rum ;)

Helge

Wow.....

...für so schwere Brocken ist bei uns Regen-Fetischisten eigentlich SunRain der bessere Ansprechpartner. Dein schwer verdaulicher Block liegt ja in der richtigen Kategorie "Persönliche Betrachtung". Versuch doch nur das Erreichte in positive Gedanken umzusetzen. Schau Dir alte Bilder an, wie Du mit 10 kg mehr ausgesehen hast. Erinnere Dich an die Gehpausen während des Laufens am Beginn Deiner Bemühungen.
Das beste Beispiel ist unsere o.a. Gruppe. Während das Gros der Durchschnittsbürger nicht mal gerne bei Regen von der Haustür zum Auto läuft, haben wir eine Passion daraus gemacht. Aus "Sch...-Wetter" wurde "Klasse-Regen". Alles eine Sache der Betrachtung. Sieh Dir lieber an, was ein Läufer mit drei Einheiten pro Woche schaffen kann, anstatt der verpassten Möglichkeit eines vierten pro Woche nachzujammern.
Du kannst Stolz auf Dich sein, auf das, was Du schon erreicht hast. Kopf hoch und durch, glowi

wir sollten doch eigentlich richtiog stolz auf uns sein!

Ja das können wir Frauen einfach perfekt: nie mit uns selber zufrieden sein!!!
Ich kenne diese Unzufriedenheit andersrum:
auch ich habe nach fast 45 Jahren konsequenter Sportenthaltsamkeit mit 1 min Laufen und 1 min Gehen im Mai angefangen. Dann durch einen Unfall erstmal nach 6 Wochen 2Monate Trainingsstopp und dann Neueinstieg.
Mit meinen Zeiten bin ich inzwischen zufrieden, aber ohje die Waage!!!!
Sie zeigt statt weniger sogar aktuell 5 kg mehr seit Trainingsbeginn! Und das trotz 35 bis 50km/Woche und "gefühlter Dauerdiät". (Ja das geht, wenn frau das Rauchen aufhört und glichzeitig Cortison nehmen muss)
So würde ich wahnsinnig gerne mit Dir tauschen: -Dir ein bischen Tempo abgeben - wenn ich dafür doch nur ab- statt zunehmen würde!
Aber weißt Du was: statt ewig an uns herumzunörgeln, was noch nicht perfekt ist, könnten wir stattdessen beide die Nase ruhig ein bischen höher tragen.
Überleg mal:
2 Kinder, berufstätig und dann noch mehrmals die Woche konsequent trainieren - solche Power würden viele nicht aufbringen. Überleg einfach mal wie viel Du da eigentlich schaffst - hattest Du das wirklich so vorrausgesehen bei der allerersten Trainingsstunde?
Ich hätte das ehrlichgesagt NIE von mir erwartet!

Und ein praktischer Tipp noch: Hast Du es mal mit frühmorgens laufen probiert? Ist zwar etwas exotisch, aber für mich der Königsweg. Ich laufe 3 mal wochentags zwischen 4:30 und 5:30 jeweils 10 bis 12 km, dann ab unter die Dusche und um 6 Uhr wird angefangen die Kids zu wecken, damit die um 7.00 Uhtr pünktlich zur Schule und ich zur Arbeit aufbrechen können.
Am Samstag oder Sonntag dann 1 langer Lauf zwischen 15 und 20 km das etwas später (um 6 Uhr oder auch mal 7 Uhr morgens). Das ideale dabei, ich brauche auf keine der wertvollen Minuten mit der Familie verzichten. Denn wenn Mama sportelt, schlafen alle anderen eh noch (oder richten im Idealfall das Sonntagfrühstück für das ich die Croissants bringe)
Hätte mir eigentlich begeisterten Langschläfer das mal jemand vorgeschlagen, hätte ich den auch für verrückt erklärt. Aber nun ist es meine ideale Trainingszeit!

Aber das wichtigste ist: einfach mal sehen, was Du da eigentlich leistest!

lieben Gruß von der Ente
P.S.:Und falls Dir da noch ein Weg für einen Tausch Gewichtsverlust gegen Geschwindigkeit einfällt, melde Dich ganz dringend bei mir!!!!

Hallo Claudia!

Erstmal zoll ich dir meinen tiefen Respekt vor deiner bisher erbrachten wirklich tollen Leistungen! Hut ab! Das soll dir bitte erstmal einer nach machen!!!!! Beispiele bitte mit Handmeldung vortreten:o) Gibt´s da welche?
GAnz ehrlich ging es mir vor 2 Wochen auch so, als ich mich hier angemeldet habe und mir winzig klein zwischen all diesen Meitstern mit ihren irren Kilometerleistungen vorkam. Ich machte mir einen Haidenstreß auch so gut zu sein, aber irgendwie endete das alles im Deasaster mit doch mehr STreß, weil woher Zeit nehmen, wenn nicht stehlen ( bin auch mit 20 WoStd berufstätig und habe 2 Kinder von 8*10Jahren) und tiefer Enttäuschung über mangelnde Puste und grottig schlechten Zeiten. Ich wäre am liebsten total ausgetickt, aber das geht ja nicht. Aber ich kam dann durch jogmap mal auf die Idee alle bereits gelaufenen Kilometer aus 2008 (die ich aufgeschrieben hatte, irrsinnigerweise, aber jetzt doch lohnend) zusammenzuaddieren und komme jetzt auf stolze fast ***KM( Das Ergebnis tut hier jetzt nichts zu Sache) und als ich das sah, war ich trotz kürzlich erlebter Mißerfolge und angeblich so schlechter Leistungen im Vergleich mit anderen, wieder mächtig stolz auf mich. Denn allein trotz Arbeit, Kinder,Haushalt,Freunden und vielen anderen wichtigen Dingen noch so viel zu laufen, das soll mit erstmal einer nachmachen.
ICH WETTE, bei dir wird das Ergebnis ähnlich aufbauend sein!
Außerdem soll dir das Laufen doch gut tun und nicht zusätzliche Last sein. Du mußt keinem was beweisen, außer dir selbst. Und das hast du bereits schon. Du kannst es!
Also gönn dir ein bisschen Ruhe, sammel Kraft bei deinen Kids und dann wird die nächste Runde vielleicht auch noch nicht so, wie du das gerne hättest, aber hey, glaub mir, das Lächel kehrt zu dir zurück!
Liebe Grüße von einer, die wahrscheinlich ganz gut weiß, wie´s dir ist, Sabine

P.S.: Wieso nicht erst ein HaMa?!

Also ich kann

den anderen hier nur beipflichten. Wir sind die aktiven! Neben Haushalt, Job und Familie tun wir etwas nur für uns. Ich kenne aus der Praxis auch Mütter und Väter, die immer nur fragen: "Wie machen sie das bloß?"
25km, das sind 25 000m. Wenn es stimmt, dass 1m gleich ein Doppelschritt ist, sind das 25 000 Doppelschritte. Laufschritte werden es wahrscheinlich noch viel mehr sein. Sagen wir mal, du schaffst 25 000 bis 50 000 Laufschritte in der Woche. Das ist doch eine riesige Zahl!
Ich muss diese Woche noch ein paar von den besagten Laufschritten tun, um die 25 km zu schaffen. Du hast mir also schon was voraus.
Und wenn wir gerade bei Zahlen sind. Stell dir mal 10 Pakete Mehl auf einem Fleck vor, oder 20 Stücken Butter. Das hast du bis vor kurzem bei jedem deiner Schritte noch mit bewegt.
Sei stolz auf dich! Du hast schon vieles erreicht.
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LG Inumi
Wenn nicht jetzt, wann dann?

Wow!

Wie klasse seid Ihr denn? :-)

Ich danke Euch allen. Das hat so gut getan, echt.
Bei meinem nächsten Lauf nehme ich Euch alle mit - innendrin...

Und künftig versuche ich, mit mir selbst gegenüber so verständnisvoll zu sein, wie ich es bei anderen auch locker sein kann...

Claudi

Brav so...............

.............genau das ist es! Sich selber das zugestehen, wo wir bei anderen immer locker *ja* sagen!
Ich wünsche dir von Herzen einen tollen, nächsten *ERSTEN* Lauf!!!!!!!!!
Sabine

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