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Mein erster HM oder:
Schon mal was von Tapering gehoert?...

"Jeder hat das unveraeusserliche Menschenrecht, einen Narren aus sich zu machen."

Dieses Recht nehme ich immer wieder und auch gern fuer mich in Anspruch. So auch am vergangenen Samstag, dem 18. Oktober 2008.

Und so z. B. macht man einen Narren aus sich:

1) Man laufe an einem Freitag nach 8 Wochen maegerlichem Training endlich mal wieder fast schmerzfrei 16,75 Kilometer.

2) Man denke so fuer sich: 'Das ging ja richtig gut. Jetzt haett ich Lust auf einen Wettbewerb. Wo ist denn was los demnaechst?'

3) Man surfe ein wenig im Web und entschliesse sich kurzerhand, am Samstagmorgen nach Pfettrach bei Landshut zu fahren, um bei einem "Dorf"-Lauf mitzumachen. Wohl wissend, dass dort alles voller superschneller Lokal-Matadore sein wuerde, die die Strecke nachts um zwei mit geschlossenen Augen in 1:20 Std im Schlaf laufen koennen, wo das Starterfeld klein ist und man daher nicht in der Masse der uebrigen 1.000 mediokren bis unterdurchschnittlichen Laeufer "verschwinden" kann, und wo man unter Umstaenden auch noch ein paar Arbeitskollegen trifft, vor denen man sich dann ob seines Schneckentempos gehoerig blamieren kann.

4) Man ignoriere geflissentlich den Hinweis, dass es sich um einen anspruchsvollen HM mit einigen saftigen Steigungen handelt (ganz besonders dann, wenn man bisher nur ein einziges Huegeltraining absolviert hat).

5) Da man es eigentlich hasst, wenn einem beim Laufen zugesehen wird, habe man bereits beim Anstecken der Startnummer einen Puls von 180 im Stehen. Sowas nennt man wohl Lampenfieber. Man lasse die HF durch den Startschuss auf den neuen Hoechstwert von 192 hochschnellen.

6) Man lasse sich bereits nach Kilometer 2 an der Steigung zum Ganslberg langsam aber sicher abhaengen. Die gemaechlicheren Laeufer des Feldes haben unterdessen ein Tempo von "lockeren" 6:15 angeschlagen, das sie nun zu halten gedenken, wie man ihren Gespraechen entnehmen konnte. *grins*

7) Man werfe seinen urspruenglichen Plan ("Ich lauf wie im Training die ersten 1-3km ganz langsam in 7:20 und zieh dann kontinuierlich an") ueber Bord und hechele, hoffnungslos ueberpacend, dem entschwindenden Feld hinterher.

6) Ab Kilometer 4 oder 5 laufe man endlich voellig allein durch den Wald und finde sich damit ab, dass man nun wohl unwiderruflich als Letzte ins Ziel eiern wird.

7) Ab Kilometer 6 oder 7 oder so komme man zu der Erkenntnis, dass jetzt "eh scho egal" ist und man genauso gut den Lauf geniessen und Spass haben koenne. Man falle endlich ins eigene "Wohlfuehltempo" (6:45), gucke sich die Landschaft an, schaekere mit den wenigen Spaziergaengern, denen man begegnet, merke erfreut, wie endlich der Puls wieder in halbwegs tolerable Bereiche faellt und beginne zu geniessen. :)

Tja, so war das.

Der Pfettrachtaler Lauf hat mir tatsaechlich einen Riesenspass gemacht, obwohl oder vielleicht grade weil ich von Anfang an die rueckwaertige Fuehrung uebernommen hatte und auch erfolgreich bis etwa Kilometer 13 verteidigt habe.

Wie kann es sein, dass sogar das noch Spass macht, wenn man das Schlusslicht ist?

Na, ganz einfach:

Wenn die Strecken- und Verpflegungspfosten trotz des langen Wartens gut gelaunt sind und dich trotz deines Schneckentempos nett behandeln.

Wenn die Strecke interessant und abwechslungsreich ist. Die erste Haelfte geht immer schoen auf und ab, auf und ab durch einen herrlichen Wald.

Ein Hochgenuss im goldenen Oktober, wenn die Sonne durch's bunte Herbstlaub blitzt. Die zweite Haelfte dann zuerst ueber einen hohen Buckel, von dem man recht weit ueber's Land schauen kann und die letzten paar Kilometer geht's zunaechst bergab und dann ueberwiegend eben zurueck zum Sportplatz.

Und wenn, nicht zuletzt, die Atmosphaere rundherum einfach so richtig nett ist. Familiaer. Freundschaftlich. Gut gelaunt. Stressfrei. Ganz anders als bei den grossen Massenveranstaltungen. Klar, einerseits kann man sich hier nicht hinter und unter vielen anderen "verstecken", aber andererseits ist es einfach schoen, wenn alles so ueberschaubar ist.

Und man muss bei den Toiletten nicht warten. Nicht mal als Frau.

Naechstes Jahr moecht ich wieder dabei sein. :) Aber dann nicht mehr als Drittletzte, sondern vielleicht als Fuenftletzte. *grins*

Nee, im Ernst jetzt:
Im Grunde bin ich zufrieden mit meiner Leistung. Ich hatte geschaetzt, dass ich's in 2:30 schaffen koenne und das hab ich (2:29:24).

Obwohl ich bereits tags zuvor knapp 17km gelaufen war, also nicht wirklich "ausgeruht" war. (Jaaa, ich weiss, dass das nicht grade klug war. Na und?)

Obwohl die Strecke ueber zwei saftige, relativ langgezogene Steigungen geht und noch eine ganze Reihe kuerzere, aber nicht minder saftige Steigungen aufweist. Ich schaetze, dass sich die Hoehenmeter auf insgesamt ca. 200 summieren.

Obwohl ich die letzten 8 Wochen gesundheitlich ziemlich angeschlagen war und gar nicht richtig trainieren konnte.

Obwohl ich noch vor 5 Monaten eine ganze Schachtel Zigaretten pro Tag weg qualmte.

Wenn man all diese "Obwohl" beruecksichtigt und ein weiteres Jahr regelmaessiges Training dazu zaehlt, dann muesste im naechsten Oktober eine deutlich bessere Zeit drin sein. Darauf werde ich jetzt mal hin "arbeiten".

Fazit: Schee woa's!! :)
Gute, erfahrene, flotte Laeufer koennen sicher auch ihren Spass in Pfettrach haben. :) Man muss dazu nicht langsam sein. *lach*

Ein paar Daten:
Homepage: Pfettrachtaler Lauf
Strecken: 5k, 10k, HM
Beschaffenheit: 1.Haelfte Wald, Forstwege, 2.Haelfte Asphalt
Profil: 2 Steigungen zu je ca 80 Hoehenmeter, weitere kurze Steigungen
Wetter: sonnig, fast warm, trocken, "goldener Oktober"
Teilnehmer: 5km: 58, 10km: 114, HM: 209

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Pfettrach ist schön

... und bei mir gleich ums Eck. Allerdings machte ich es umgekehrt, entschloss mich somit kurzfristig, mich nicht anzumelden und nicht teilzunehmen, weil...

1) ich noch nicht wirklich fit nach meiner Muskelentzündung bin

2) ich mir schon nach kurzem Läufen denke: Es läuft zur Zeit nicht wirklich gut

3) ich auch im Internet gesurft habe, aber in der Ausschreibung nichts von einem Sessel-Lift las

4) ich diesen Hinweis nicht ignoriert habe

5-8) ich absolut planlos gewesen wäre.

Nächstes Jahr vielleicht.

Fazit: Schee woa's!! :)

Na Du machst Sachen! Ich denke, Du kränkelst noch so leise vor Dich hin und pflegst Deinen Flünken...und dann sowas.

Am schönsten find ich übrigens, dass Du die Strecke - nach anfänglichen Diskrepanzen - so genießen konntest.

Glückwunsch zu so einem schönen Läufchen!
;)

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...gar nicht verrückt, ist auch nicht normal...

Pfettrach ist immer eine Reise wert ...

... wenn's auch von mir nur kanppe 9 km sind.
Letztes Jahr war Pfettrach mein 2. HM und ich fand ihn toll. Eine Strecke durch die Niederbayrische Landschaft ist einfach besser als in Regensburg durch die Stadt oder auf der Autobahn A6 (wobei das eine andere Geschichte ist). Nach dem bei mir heuer das Knie an Ostern seinen Dienst quitierte (Sehne ab!) konnte ich fast 3 Monate nicht laufen. Der Regensburg Martahon war damit nicht zu schaffen und Pfettrach wurde das "große" Ziel für dieses Jahr.
Ca. 6 Wochen vorher kam mir dann die Eröffnung der A6 "dazwischen". Diesen HM bin ich praktisch ohne Trainig in 2:25 gelaufen, um zu schauen ob das Knie wieder hält.
Für Pfettrach nahm ich mir dann 2:15 vor und es wurden dann "traumhafte" 2:13!
Da ich einen Teil der Strecke (vorallem dei Steigungen) ab und zu für mich selber Laufe und mich auch sonst in der Gegend rumtreibe fand ich die Hügel nicht so schlimm.
Im Gegensatz zu den großen Veranstaltungen mag ich die familiere Atmosphere in Pfettrach. Und wo sonst kommt einem ein Bekanter, der's in 1:40 geschaft hat, noch einen km entgegen gelaufen um zu sehen wo man bleibt?
Toll find ich's auch das sie die Fotos einfach ins Internet stellen ohne das man an einen Fotodienst Unsummen überweisen muss.
Jedem und Jeder die gerne in der freien Landschaft läuft ist dieser Lauf nur zu empfehlen. Ich werd nächstes Jahr auf alle Fälle wieder dabei sein. Dann deutlich unter 2h!

Allen Widrigkeiten getrotzt

Hi susafras,
schön, da hast Du so ziemlich alle Empfehlungen sämtlicher Experten, wie man sich auf solch einen HM vorbereiten sollte, absolut ignoriert. Und was passiert? Nix! Nix schlimmes zumindest, sondern eine für Dich positive Erfahrung und Leistung. Schön:-)
Und es werden anscheinend doch immer mehr, die sich eher von den Massenveranstaltungen abwenden, hin zu den kleineren. Auch schön! (Obwohl: wenn jetzt alle nicht mehr die Massenveranstaltungen laufen, sondern die kleineren, dann sind ja auf einmal die kleineren die Massenveranstaltungen und die Massenveranstaltungen die kleineren...ARRRGH:-))
Gruß, Marco
You´ll never dennarrengehörtdiewelt alone

Dann naechstes Jahr!

Dann naechstes Jahr!
Du gesund und ich besser vorbereitet. :)

Noch gute Besserung wegen der Muskelentzuendung! Das hoert sich ja ekelhaft an...

Gruesse
s:)

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"As long as you keep making RFM (Relentless Forward Motion), you will finish."
- Stacey Page

breitgrins

Yo, war direkt selbst ueberrascht. :) Aber Du bist ja auch bald soweit. Mehr als die Haelfte hast Du ja schon lang auff'm Kasten... Bin schon gespannt, was Du Dir dann aussuchst. :)

Ciaoi,
s:)

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"As long as you keep making RFM (Relentless Forward Motion), you will finish."
- Stacey Page

Hey, Super, Ulsaba!

Gratuliere zum Unterbieten der Wunschzeit! :) Das macht sicher Spass! Wenn ich gross bin, mach ich das auch mal...

Stimmt alles, was Du geschrieben hast. Ich hab mich sehr wohl gefuehlt da. Was Dein Bekannter fuer Dich war, das waren all die schnelleren Laeufer, die mir auf der Schleife entgegen kamen, fuer mich. Haben fast alle gelaechelt (aber nicht herablassend) und einige haben mich sogar angefeuert. Sehr kameradschaftlich. :)

Nun muessen nur die Fotos auch endlich mal reingestellt werden. Ich guck schon immer...

Vielleicht sehn wir uns ja dann naechstes Jahr dort. Du unter 2 Std und ich kann ja versuchen, Deine 2:13 zu knacken.

Jetzt such ich mir erstmal ein Huegelstrecke zum Ueben...

Gruesse
s:)

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"As long as you keep making RFM (Relentless Forward Motion), you will finish."
- Stacey Page

Sobald beim M- oder R- Marathon

Sobald beim Muenchen- oder Regensburg-Marathon wieder unter 500 laufen, meld ich mich da an. *lach* Dann dreh ich all den 30.000 Laeufern, die in Pfettrach den Ganslberg platt treten eine lange Nase. Hah!

Aber die naechsten paar Laeufe sind "vernuenftig" und geplant. Und auch nicht gleich HMs, sondern was Kuerzeres zum Ueben. So, wie's sich gehoert. (Baeh, wie langweilig...)

Grinse-Gruesse
s:)

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"As long as you keep making RFM (Relentless Forward Motion), you will finish."
- Stacey Page

das Problem...

...wird eher die Zeit... ich müsste ja knapp die Hälfte der Strecke noch mal drauf legen...aber in der gleichen Zeit.
NEVER! *gg*

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...gar nicht verrückt, ist auch nicht normal...

Hat eigentlich dadarun48...

...diesen Bericht gelesen? Dem gefällt doch Trainings- und Ernährungsanarchie so, vielleicht steht er ja auch auch Wettkampfanarchie... ;)

Nee, ich find' das voll gut. Und auch so sehend.

Vielleicht nehm' ich mal bei mir ein, zwei Kilo Planung raus und mach' auch so was. Geplant spontan erwartet unerwarteter Kram, quasi. Huarch!

Echt schick. Aber den letzten hätteste ja ruhig machen können, statt auch noch welche einzusammeln, oder?

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de nihilo nihil

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