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Gestern abend habe ich es nicht mehr ausgehalten: ich musste endlich mal wieder einen Lauf hinlegen, bei dem ich ordentlich Gas geben kann. Der Lauf vom Freitag mit Hund war da eher ein Regenerationslauf gewesen. Blöd war nur, das ich mich spontan zum Laufen entschlossen hatte, nachdem ich mein Abendessen verputzt hatte (3 halbe Schnitten und eine Tasse Tee). Meine Tochter durfte noch eine kleine TV-Ration gucken, bevor es ins Bett geht. Das sollte genau reichen für eine Runde durch den schummrig dunklen Wald, um rechtzeitig zum "Geschichte vorlesen" wieder da zu sein.

Als ich fertig umgezogen und voller Elan vor die Haustür trete, wabbert mir förmlich die warme Luft entgegen. In zügigem Tempo geht es auf die ersten km. Bei km2 habe ich 10:20 auf der Uhr, aber jetzt kommt der Anstieg die Allee hoch. Auf halber Höhe kommt mir scheinbar der Jagdpächter mit seinem Geländewagen entgegen. Ich meine einen entgeistert blickenden Mann hinter dem Steuer entdeckt zu haben ("Spinnt der, bei dem Dämmerlicht noch durch den Wald zu trampeln!").
Weiter geht es und es wird mittlerweile schon ziemlich düster. Am Donnerstag werde ich mit einer Stirnlampe vom Aldi nachrüsten! Kurz bevor ich an der Schranke an der Teichstraße ankomme, saust mir eine Fledermaus vor der Nase rum, das ich fast mit Herzrythmusstörungen zusammenbreche... Solche Schocker brauche ich auch nicht jeden Tag. Mein Herz hat schon genug zu tun und dann noch so ein Horrorangriff einer Monsterfledermaus.

Inzwischen kann ich meine Uhr nicht mehr ablesen, aber mein Tempo kann ich recht gut halten. Bin gespannt, ob ich den Schwung der ersten beiden km halten konnte. Jetzt nur noch über die B7 und dann Zähne zusammen beissen und nochmal versuchen das letzte rauszuquetschen. Da geht aber nichts mehr, also belasse ich es dabei, mein Tempo zumindest beizubehalten.
Am Carport drücke ich gespannt meine Stoppuhr und siehe da: mit 33:48 habe ich eine neue Bestzeit für die kleine Runde durch den Wald produziert. Dabei habe ich unterwegs, vermutlich wegen dem Butterbrot und dem Tee, Seitenstiche bekommen, die ich aber irgendwie überstanden habe.

Ab dem nächsten Lauf werde ich aber wieder meine Wintersaison-Dinge anlegen müssen: leuchtend-gelbe Warnweste, Blinkbänder an Armen und Beinen und ab Donnerstag noch eine Stirnlampe. Damit dürfte ich zwar eher wie ein Mensch-gewordener-Weihnachtsbaum aussehen, aber ich will mich ja nicht unbedingt von Autos oder Radfahrern umnieten lassen.

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Danke für deinen

Danke für deinen interessanten Blog, hat Spaß gemacht zu lesen,die Beschreibung "Menschgewordener Weihnachtsbaum" ist einfach klasse!!!

In diesem Sinne: Merry Christmas!

Karin

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