Benutzerbild von Nezzwerker

Sonntag, viertel nach zwei in Hamburg: Nezzwerker quält sich aus dem Bett. Oder besser: fließt. Gefühlte Konsistenz: Matschig. Vielleicht sogar noch etwas weicher.

Das Feierwochenende fordert Tribut. Ich glitsche ins Wohnzimmer und glibbere auf die Couch. Dort bleibe ich. Zwischendurch esse ich etwas. Ansonsten bleibe ich da und bereite mich moralisch darauf vor, meinen langen Lauf zu absolvieren.

Ich bereite also. Wabbelnd. Irgendwann wird es dunkel. Und dann fasse ich einen Entschluß. Der lautet: Nä! Ich mache ein Schläfchen, so von sieben bis zehn. Dann noch zwei, drei Handschläge und dann ins Bett. Flupiglich.

Heute extra früh zur Arbeit um extra pünktlich aufzuhören. Extra pünktlich aufgehört. Heim, ein paar Handschläge und über das Wetter sinniert: Relativ warm, aber schon den ganzen Tag scharfer Wind. Außerdem geht gleich die Sonne unter und der Lauf wird langsam und führt an der Elbe entlang, also dünnes Unterhemd, kurzes Trikot, neue Laufjacke vom Kaffeeröster, neue lange Tights vom Kaffeeröster, dünne Handschuhe, und alternativ Ohrwärmer-Stirnband und neue dünne Mütze vom Kaffeeröster.

An der Elbe ist kein Wind. Null. Die Jacke ist offen, Handschuhe, Mütze, Stirnband stecken in irgendwelchen Taschen und ich schwitze wie ein Schwein. Trikot aus, Jacke wieder an. Besser, aber nicht gut. Die nächsten Kilometer experimentiere ich laufend mit Klamotten, bis ich schließlich Stirnband, Handschuhe und Trikot trage und mir nur teilweise zu warm und partiell zu kalt ist.

Das Tempo auf dem Hinweg ist passabel, der Puls geht gerade so in Ordnung - die 15km-Wendemarke beim Kraftwerk Wedel passiere ich nach 1:27. Auf dem Rückweg wird's schwer. Zu schwer. Irgendwie wuppen die langen Läufe überhaupt nicht, wie sie sollten. Die Speicher sind bei km24 leer - Puls hoch, Pace runter - zwei Kilometer länger gehalten als vor einer Woche, direkt nach der Erkältung. Und das bei defensiver Pace von 5'52" und ausreichend Nahrung. Ärmlich. Immerhin bringe ich den Lauf ohne Hilfsmittel zu Ende.

Das 10km-Programm aus dem Plan zu streichen, scheint mir schon mal richtig. Dennoch entscheide ich kommendes Wochenende anhand des Extra-Laufs, ob ich Bad Arolsen nicht wesentlich defensiver angehe, als geplant. Obwohl: Ich könnte mir 'nen Zugang legen lassen, mein 1,4l-Camelbak mit Cola füllen und ab km28 intravenös verabreichen - dann komm' ich bestimmt unter 3'30"...

0

Ach ja

... was für eine schöne Betrachtung über die Härten des Läuferlebens in diesen unklaren Jahreszeiten.

Wenn ich in HH arbeite, lauf ich auch da unten, dann lauere ich dir beim KW Wedel auf ;-))

Viele Grüße
Rai

Leben ist Bewegung

jaja...

...die Klamottenfrage... immer das gleiche.
Ich frag mich nur, warum man tendenziell immer zu warm am Wickel hat und dann nicht weiß, wohin mit dem ganzen Gedöns.

-----------------------------------------------------------
...gar nicht verrückt, ist auch nicht normal...

Wie man's macht ist's verkehrt!

Tröstlich, dass ich da wohl nicht die einzige bin! ;-))

Ein Lauf ohne Hilfsmittel ist immerhin ein Lauf ohne Ballast! Was will man mehr?

Grüße

MC

laufend fit und gut drauf!

Cola...

...trinke ich auch für mein Leben gerne. Insofern würde mich das Experiment schon mal interessieren. Dabei geht es mir weniger um die intravenöse Wirkung des Zuckers, sondern um die Kohlensäure. Die explodierenden Bläschen sollten Deine Herzkapazität in Sekunden verdoppeln. Du hättest sicher auch eine gesundere Gesichtsfarbe von der braunen Soße.
P.S.: Solltest Du das Experiment überleben, ich hätte da noch ein zwei Ideen, die Du für mich ausprobieren könntest :-)
Gruß in den Norden, Glowi

Das Schlammloch lebt:-)

Moin Rü,
ich glaub, Du bist mit der wahren norddeutschen Witterung noch nicht so wirklich vertraut. Das gestern war doch nur ein laues Lüftchen, warte erst mal die wahren norddeutschen Herbst- und Wintersstürme ab, wenn der Wind direkt aus der Polarregion über die Nordsee gepustet wird. Das Thermometer zeigt 5°, es fühlt sich aber an wie -10° und die Elbmündung wirkt wie ein Trichter. Gern auch noch gemischt mit fast waagerechtem Eisregen:-). Da singen wir St-Pauli-Fans gerne:
Hamburger Wetter
Wir haben Hamburger Wetter
Haaamburger Weeeetter
Wir haben Hamburger Weeeeetter:-)
Gruß, Marco
You´ll never ziehwarman alone

Lauer' mir nicht auf...

...sondern tanze Samba mit mir. Die ganze Elbe entlang. Wenn Du hier bist...

---
de nihilo nihil

Weil ausziehen...

...und nicht wissen, wohin, geht. Nix haben, aber anziehen geht nicht.

---
de nihilo nihil

Ballast!

Ich erwähnte meine Kamelbacke (so heißt das doch, oder?) nicht, die ich sicherheitshalber umschnalle. Und die ganzen Klamotten. Ich hatte bestimmt 3 Kilo zuviel auf den Schuhen...

---
de nihilo nihil

Kohlensäure...

...bekommt man durch eifriges Rühren mit dem langstieligen Löffel und anschließendes Stehenlassen raus. Oral zugeführte Cola hat ja idealerweise unterwegs auch keine Kohlensäure.

Der Rest macht ein wettergegerbt wirkendes Gesicht und große Augen.

So, welche Experimente hättest Du denn dann noch im Angebot?

---
de nihilo nihil

Blubb!

Zwar bin ich nur ein Zugezogener, aber was hier gestern in der Innenstadt die Autos umgeworfen hat, war kein laues Lüftchen, das war frisch.

Das Problem war ja auch nicht der Wind, sondern das Abhandensein desselben: 0km/h ist für hiesige Verhältnisse ziemlich wenig. Auch Niederrheiner oder Südhessen sprechen dabei nicht mehr von einem lauen Lüftchen...

Für Hamburger Wetter habe ich übrigens eine vorne tatsächlich dichte Fahradjacke, die ich mit einem umgedrehten, dann quasi hinten dichten Winter-Untershirt kombiniere ... für den Rückweg.
Aber beim Laufen ist das eh nicht so schlimm wie im Stadion - wer bei Hamburger Wetter nach etwa 135 Minuten lediglich vom Bierholen und Jubeln unterbrochenen Kältestehens noch die Finger bewegen kann, ist ein wahrer Hamburger...

---
de nihilo nihil

Samba mit Nezzwerker und dadarun48? ;-))

Dann nimm' aber die Kamera mit! Das wollen wir sehen!

laufend fit und gut drauf!

Einfach nur schön

der Weg ist das Ziel, gib nie auf
Hi Rüdiger,

ich bin immer wieder faziniert von deinen Berichten. Aber so einen echten Hessen haut doch nichts um, oder?!
Ich muß mich jetzt auch erst mal wieder auf kälter umgewöhnen nach fast 30 Grad Türkeiwetter auf laue 15 Grad hier bei uns.
Freue mich auf neues Lesefutter von dir.

Liebe Grüße
die Hessen-Ute

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links