Benutzerbild von marcuskrueger

Bericht vom 5. Magdeburg Marathon

Die knackigen Fakten:
Mein 1. Marathon: 3:38:52 (5:11 min/km)
20. Platz AK (von 25)
130. Platz Männer (von 497)
140. Platz insgesamt (von ca. 590)
HM-Split: 1:44:08 (-10:44)

Ich war mit meiner Entourage etwas spät dran. Nachdem wir einen Parkplatz gefunden hatten, waren es nur noch 30 Minuten bis zum Startschuss. Habe mich allerdings nicht nervös machen lassen, weil eh nie pünktlich gestartet wird und zweitens die Zeit erst läuft, wenn ich über die Startmatte drüber bin.
Nach der Taschenabgabe an die Toilettenschlange angestellt und überraschend einen Läufer aus Leipzig getroffen. Er lief nur die 13 km als Vorbereitung auf Frankfurt in der nächsten Woche. Die Quatscherei lenkt wunerbar ab. In der Zwischenzeit hatte ich schon einen aus meiner Entourage verloren. Naja, da wollte wohl jemand noch einen besseren Startplatz ergattern.
Dann Startphoto machen lassen und auf zum Massenstart. Es starteten 4900 Menschen gleichzeitig. Marathonis, Halbe, 13er und Walker. 10:10 war Startschuss - um 10:15 kam bei uns da hinten Bewegung rein. Das Startszenario kann man sich wie ein Formel Eins Rennen vorstellen, bei dem es sofort mit einer engen Kurve und folgender Schikane losgeht. Es ging sofort scharf rechts und dann kam eine Brücke als Flaschenhals. Fand ich wunderbar, es war so unmöglich zu überpacen und ich konnte mich on the race warmlaufen.
1. km ging mit 5:03 prima. Die ersten Kilometer führten durch die Innenstadt. Sehr schöne Strecke breite Hauptstraße, Domplatz, schmale Prachtstraßen und dann Stadtpark. Dadurch das hier alle Wertungen bei einander waren, war sehr viel Unruhe im Feld. Konnte aber gute meine Pace halten und lief immer meine 5:00 min/km +/- 5 Sekunden. Bei Kilometer 9 stand meine Freundin am Rand, kurzer Phototermin und dann ging es weiter.
Die Stimmung an der Strecke war sehr schön. Es standen mehr Menschen da als ich erwartet hatte. Manchmal kam schon Spalierstimmung auf, so eng war dass. Bis hier ein wahrer Genuss und so gingen die ersten 10 km mit leicht zu schnellen 49:06 weg.
Ab da ging es an der Elbe entlang bis raus zur Wasserstraßenkreuz Elbe/Mittellandkanal. Mittlerweile waren die 13er rechts abgebogen, aber das Feld lichtete sich noch nicht. Meine hinterer Startplatz war auch nach 15 km noch zu bemerken, da ich nur am überholen war. Es kam auch niemand von hinten, an den ich mich ranhängen konnte - also immer schön auf die Zwischenzeiten achten. Im Nachhinein bin ich hier vielleicht etwas zu schnell gelaufen, es schlichen sich einige 4:50 ein. Keine Ahnung, ob sich das später gerächt hat. Auf Wiedersehen Halbmarathonis, lasst uns noch Tee und Obst übrig…
Ab Kilometer 15 habe ich dann mit Bananenstückchen angefangen. Getrunken habe ich ab Kilometer 10 (Tee). Dann kamen positive Überraschungen. Ich dachte, dass da draußen auf den Dörfern jetzt nicht so ein Rambazamba abgeht, aber falsch gedacht. Blaskapellen, Tänzerinnen und auch einiges an Zuschauern waren an der Strecke und haben richtig gut für Stimmung gesorgt. Größte Überraschung kam bei Kilometer 19, da stand mein Trainer des letzten Winterlaufseminars. Stand da jetzt nicht nur wegen mir, einer seiner Mitarbeiter hatte auch Marathon-Debut. Riesige Freude, kurzes Abklatschen und weiter.
Kilometer 20 kamen dann die ersten Fiesheiten. In der Streckenbeschreibung stand unter Anstiegen, dass man halt die Trogbrücke hoch muss und, ach ja, es gäbe auch noch einen Weinberg zu überwinden. Hm, Weinberg in Magdeburg, was kann das schon sein. Es ging 800m richtig steil hoch. Bergfest war Bergfest.
Dann war die Trogbrücke in Sicht und sah schon hoch über meinem Kopf andere Köpfe im flotten Tempo laufen. Die Rampen auf die Brücke waren auch noch nicht ohne und als dachte, dass ich es geschafft hatte, empfing mich sehr starker Gegenwind. Es ging dann auf der einen Seite der Brücke am Mittellandkanal entlang über die Elbe. Von der Brücke runter durch einen Tunnnel, Brücke wieder rauf und andere Seite Kanal wieder über die Elbe. Auch wieder dachte ich, naja, ab jetzt hast Du Rückenwind. Auch auf der Trogbrücke war Riesenstimmung. Viele, die einen Ausflug zum Wasserstraßenkreuz machten, blieben immer ein paar Minuten stehen und gingen dann weiter. Da genügend da waren, reichte das Klatschen für sehr viele Läufer.
Bemerkenswerteste Stelle des Marathons war in einer Ortschaft namens Lostau. Stell Dich aufrecht hin und stell Dir nun vor, dass 30 cm links und rechts von Dir Grundstücksmauern sind. Das auf eine Länge von 30m war ein Teil der Strecke. Am Ende der Gasse standen viele, viele mit Fotoapparaten. Ich hoffe auch Leute vom Veranstalter.
Bis Kilometer 32 konnte ich meine 5:00 min/km gut laufen. Dann kam Gegenwind und die ersten Erschöpfungszeichen. Es ging die gleiche Strecke zurück wie hin und da waren noch einige auf dem Hinweg. Und immer noch war ich nur am Überholen. Zwar spärlicher, aber es gab keinen an dem ich dranbleiben könnte. Zwischenzeitlich haben sich die Leute dann an mich rangehangen, aber das ging nicht immer lange gut. Hoffe trotzdem das ich ein guter Zieher war. Mit einem Läufer hatte ich 1,5 km komplette Schrittharmonie. Das war klasse. Atem gleich, Schritte gleich, nebeneinander - wunderbar. Ich dachte, lass das so weiter gehen, dann bekommt der Mitläufer Biere et al. im Ziel. Aber leider nahm er dann an der nächsten Wasserstelle eine längere Auszeit. Schade.
Mittlerweile lief ich nur noch 5:15 min/km. Weiß nicht, ob es die Rampen, der Gegenwind oder schlicht und einfach eine zu optimistische Pace waren, jedenfalls waren die 5:00 schlicht nicht mehr möglich.
Mental war es hier am härtesten. Habe eine Geh- und Randpause gemacht. Dann ging es wieder. War aber über die Wasserstellen dankbar, da ich dort einen triftigen Grund hatte, zu traben. Ab Kilometer 37 habe ich dann jeden Teilerfolg gefeiert. Du bist noch nie 38 km am Stück gelaufen, Du bist noch nie 39 km… Die 40 km habe ich auch innerlich gefeiert. Dahinter stand dann noch mal mein Wintertrainer. Schulterklopfen und Aufmunterung. Danke Schön.
Am letzten Kilometer standen dann meine Freundin und mein Vater. Noch ein paar Fotos für die Vorher/Nachher-Vergleiche und die letzten Meter waren auch schön. Zieleinlauf war richtig mit Radau und vielen Zuschauern. Arme in die Luft, durch das Ziel, rechte Hand an die Stoppuhr. Ich habe gefinisht.
Im Ziel dann Rosinen und Kokosblechkuchen und Tee. Alle glücklich.
Mit der Zeit bin ich sehr zufrieden. Unter 4 Stunden war Minimum, ab unter 3:45 durfte die Freude ständig wachsen. Bei unter 3:30h (mein Trainingsplan war auf diese Zeit ausgerichtet) wäre ich nicht zu ertragen, weil ich dann zu sehr über dem Boden schweben würde.
Fazit: Das mach ich mal wieder. Dann mal einen klassischen Stadtmarathon ohne Weinberge, Trogbrücken und Gegenwind.

Und jetzt die Woche schön gemütlich auslaufen. Frage mich, ob das Laufen jetzt ein anderes Gefühl bekommt - und ich meine nicht das Zerren in meinen Oberschenkeln.

marcus

0

Gratulation!!!

Wow, Wahnsinnspace - und das beim Debüt! Glückwünsche!!!

Es kommt mir vor, ...

...als hätte dich der Marathon nicht das letzte Restchen Kraft gekostet. Du hattest anscheinend eine effektive Vorbereitung, was mir Mut macht ( im Mai bin ich mit meinem ersten M in Mainz dabei und möchte nicht über die Zielmatte kriechen müssen.. ).
Bei deinem nächsten M wirst du deine Zeit pulverisieren!

Meinen Glückwunsch zu deiner Leistung!!!

Gruss supergrobi

Toller Einstand in die Marathonwelt - Glückwunsch

Wenn alles so super klappt, kannst du nur glücklich sein nicht wahr.

Ich kenn dieses Phänomen, wenn nach dem HM-Läufern nur die Harten (ganz wenige und meist einsam vor sich hin laufend) übrig bleiben.

Jedenfalls ein Wahnsinns-Debut!

Leben ist Bewegung

keine Sternchen

@CC: danke! Rate mal welche Farbe mein Finisher-Shirt hat.

@supergrobi

das mit dem letzten Restchen Kraft stimmt. Im Gegensatz zu meinem HM im April war ich nach dem Zieleinlauf klar bei Bewusstsein und hatte keine Ausfallerscheinungen wie flackernde Augenlider und anderes. War nach 10 Minuten wieder frisch und konnte mich sogar noch auslaufen, was sich heute beim Treppensteigen dennoch nicht bemerken (und beobachten) lässt.

Bin bewusst nicht ins Schwarze gelaufen, da ich auch die letzten Meter genießen wollte. Beim nächsten Mal wird es dann ein bisschen härter.

Klasse Debut

Moin Marcus, scheint ein goldener Debut-Herbst zu sein, Deine tolle Leistung unterstreicht das!
Viel Spaß beim Feiern.
Und HH hat weder Weinberge noch eine Trogbrücke in der Strecke, nur das mit dem Wind kann Dir bei fast jedem Marathon passieren.
Gruß, Marco
You´ll never klassedebutier alone

Glückwunsch zu deinem

Glückwunsch zu deinem Marathon!!! Auch schön geschrieben. Der Marathon hat doch gezeigt, dass du gut vorbereitet warst. So machts laufen sicher Spaß.
Tolle Leistung!

Tolle Leistung, herzlichen

Tolle Leistung, herzlichen Glückwunsch.
Hast dir ja wirklich einen schwierigen ersten Marathon ausgesucht und es dir nicht leicht gemacht. Du hattest schon angekündigt, daß du zum überpacen neigst und Bremsklötze gebrauchen könntest, aber richtig geschadet hat es dir ja nicht wirklich.

Wünsch dir weiter viel Freude beim Genießen.
L G Fairy

Toller Einstand!

Auch von mir Glückwunsch für diesen tollen Marathon-Einstand. Die Trainingsrunden am Cospudener See haben sich offenbar ausgezahlt!?
jog on ra1

Super Pace

Auch meinen Glückwunsch zum tollen Debut. Super Pace.

cherry65

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links