Da es sich ja hier um das Forum und nicht um den Normalblog handelt, will ich zur Abwechslung mal den Spaß beiseite lassen und etwas Wissenswertes für Garmin - User beitragen.
Öfters habe ich über die Un-/Genauigkeit der Geräte gelesen. Ich selbst habe den 305. Die unterschiedlichen Abweichungen wurden verglichen und in der Regel als zu vernachlässigen abgetan. Gründe, wie das Abweichen von der blauen Ideallinie wurden für die wenigen Meter genannt.
In letzter Zeit laufe ich verstärkt im Wald. Das Berliner Umland besteht überwiegend aus Mischbewaldung. Der Garmin arbeitet auch unter der dichten Laubkrone zuverlässig. So scheint es zumindestens. Ich selbst habe schon lange das Gefühl, ich muss im Wald immer eine Sohle drauflegen, um im gleichen Tempo zu bleiben. Auch hierfür hatte ich natürlich eigene Überlegungen angestellt. Schwerer Boden, leichtes Auf und Ab ähnlich dem Fahrtspiel und öfters kleinere Kurven, in denen die Geschwindigkeit ja auch heruntergeht. Aber ein Restargwohn blieb bestehen.
Beruflich bin ich in der glücklichen Lage, mir heimlich geeichtes Gerät für Wegstreckenbestimmung (sprich Länge) auszuleihen. Die ausgemessenen Strecken habe ich mit den Garminwerten verglichen und Interessantes erfahren: Auf öffentlichem Straßenland sind die Werte unheimlich genau. Eine Strecke von 7233 Metern war beim Garmin 7235 Meter lang, eine andere 2500 Meter lange zeigte er sogar auf den Meter genau an. Bravo Garmin.
Nun ging es in den Wald. Zunächst lief ich hier nach dem Garmin eine 2500 Meter lange Strecke und markierte mir das Ende. Vom Anfangspunkt ging ich den Weg noch einmal mit dem Streckenmessgerät ab. Am Endpunkt zeigte mir das Gerät 2712 Meter an, also eine Abweichung von nahezu 10 Prozent. Auweia
Eine weitere Vergleichsmessung zeigte eine ähnliche erschreckende Abweichung. Wie das?
Ich habe hierfür meine eigene Vermutung. Zum einen misst der Garmin natürlich nur horizontale Verbindungen. Die gemessene Strecke durch eine Vertiefung ist dementsprechend länger, genauso, wie über einen Hügel. Aber das macht noch keine 10 Prozent aus, nicht mal im Wald, wo es öfters mal rauf und runter geht. Meine Vermutung ist eine andere: Möglicherweise reißt die durchgehende Sattelitenverbindung unter den Bäumen trotz ausgereifter SIRF Technik ab und zu mal ab. Das Gerät kompensiert dies, indem es bei Neuempfang die beiden Punkten mit einer Geraden verbindet. Dumm nur, wenn der Weg während der Empfangspause eben nicht ganz gerade ist. Dann verschluckt das Gerät die fehlenden Meter, die von dieser Streckenverbindung abgewichen sind.
Bin mir nicht sicher, ob ich das so verständlich erklären konnte und will damit eigentlich nur Eines aussagen: Klasse Geräte unter freiem Himmel, aber problematisch, wenn es zu Unterbrechungen nach oben kommt.
P.S.: Will meinen Schweinehund am Handgelenk trotzdem unter keinen Umständen missen.
Gruss an alle jogmaper, Glowi (alter Laufsack)

Schau Dir die Streckenbilder

Schau Dir die Streckenbilder einfach mal im SportTracks an.
Da wirst Du schon sehen wo die Linie nicht mit dem gelaufenen Weg übereinstimmt. 10% Abweichung kann ich mir bei einem funktionstüchtigen Gerät nicht vorstellen.

Wenn man sich die Wettkampfberichte von Garmin Usern so anschaut dann zeigen die meisten Geräte etwa 0-1% zu viel an, in Stadtmarathons in Einzelfällen auch mal 2%. Je schlechter der Empfang desto weiter die Strecke weil einzelne Messfehler dann links und rechts von der gelaufenen Strecke liegen.

Deshalb kann ich mit in Deinem Fall nur einen kompletten GPS Ausfall oder einen Messfehler mit dem Distanzmessgerät vorstellen. Einen kompletten GPS Ausfall konnte ich aber selbst im dichtesten Wald noch nie beobachten. Das gibts bei mir nur in Tunnels.

Die Abweichung bei Steigungen kann man übrigens mehr oder weniger vernachlässigen. Bei 10% Steigung beträgt die grade mal 0.5% und 10% Steigung ist schon verdammt steil zum laufen.

Hä?

Nach deiner Erklärung müsste der Garmin aber ZU WENIG messen, und nicht zu viel, so wie es offenbar war. Oder verstehe ich das nicht, weil ich blond bin?

@CC Dies stimmt, nach seiner

@CC
Dies stimmt, nach seiner Theorie müsste der FR 305 eine kleinere Strecke angeben.

"Ab sofort ist Laufen mein Bier und Wohlsein mein Kater." Homer J. Simpson

Vorwärts immer, rückwärts nimmer!

Messgenauigkeit

jr Ich habe mir den Blog genau durchgelesen,demnach hat der betreffende Herr mit seinem Gps 2500m auf einem Streckenstück abgelesen und ist die selbe Strecke noch einmal mit einem Polizeimessrad abgegangen und hat 2700m abgelesen.Der Garmin zeigt also 200m zuwenig an.

ich auch blond

.. bin ich auch dafür, dass gerade Strecken, also die direkte Verbindung zw. 2 Punkten kürzer ist als um Bäume laufen, Berge umrunden/überquere etc.
Anja

@rejokaa

@rejokaa
Wenn ich nochmal drüberlese hast du recht.
Dann habe ich, wie die 2 blonden Madels *gg*, wohl zu flüchtig gelesen und gedacht, daß erst die Strecke mit dem geeichten Messinstrument vermessen wurde und anschließend abgelaufen.

"Ab sofort ist Laufen mein Bier und Wohlsein mein Kater." Homer J. Simpson

Vorwärts immer, rückwärts nimmer!

Aha!

Gut, ich bin Querleser, gebe ich zu. Aber zunächst wurden Strecken vermessen und dann per Garmin abgelaufen. Dass die Reihenfolge im Wald wechselte, hab' ich verschluckt beim Lesen.

Sehr interessant!

Sehr interessant!

Man muss aber auch berücksichtigen, dass die Genauigkeit der Positionsbestimmung unter anderem auch von der Satellitenkonstellation abhängt, und die Dinger wandern bekanntlich (bis auf die WAAS-Satelliten, die aber nur Korrektursignale abstraheln, die Armbandempfänger glaube ich gar nicht auswerten). In Tälern werden zum Beispiel alle am Horizont stehenden Sats abgeschattet; ausgerechnet diejenigen, die genau über einem stehen, tragen aber zu einer genauen Positionsbestimmung wenig bei. Vielleicht hat das 2500-m-Experiment ja an einem besonders ungünstigen Tag stattgefunden.

Zuweilen sind übrigens auch Satelliten abgeschaltet, weshalb es sich (zumindest kenne ich das bei Handempfängern für Wanderer oder Geocacher) empfiehlt, den Empfänger alle paar Wochen mal eine Stunde unter freiem Himmel liegenzulassen, damit der sich ohne Unterbrechungen durch Abschattungen einen aktuellen Almanach einlesen kann.

Ich laufe rgelmäßig eine Strecke, die sowohl über freies Feld als auch durch dichten Wald führt. Die Abweichungen liegen immer innerhalb eines Rahmens von +- 1%. Manchmal hab ich das Gefühl, dass die größten Abweichungen bei feuchtem Wetter sind. Aber das reicht mir echt völlig - ich trainiere aber auch nicht in Bereichen, in denen es auf einzelne Sekunden/km ankommt.

Was die Differenz durch Abweichen von der Ideallinie angeht: Ich denke, dass die tatsächlich deutlich kleiner ist als das, was der Empfänger durch messfehlerbedingte Schlangenlinien selbst erzeugt. Beim Köln-HM bin ich zum Beispiel laut Trackaufzeichnung durch diverse Häuser gelaufen - was natürlich auch einiges andere erklären würde ;-) Aber so stark könnte selbst ein veilchenblauer Läufer nicht von der Ideallinie abweichen.

Ciao

P

* Laufen bewegt. Laufen bringt dich nach vorn. *

Hallo Glowi

dein Bericht war wirklich sehr interessant. Ich spiele gerade mit dem Gedanken mir so ein Gerät zuzulegen, da sind solche Erfahrungsberichte äußerst aufschlusreich (auch wenn ich nicht beurteilen kann, woran der Fehler lag). Wahrscheinlich muss das jeder für sich herausfinden.
Trotzdem noch mal dank´für deinen Bericht,
sagt der Kenianer

Hast schon recht...

aber gerade bei Waldläufen ist es unwahrscheinlich schwierig, den genauen Weg per Google earth nachzuvollziehen. Es geht mir ja um dichtbewaldete Strecken, die kannst Du auch über SportTracks nicht erkennen.

Hi crema...

...wusste schon, dass es nicht so leicht zu verstehen ist, aber der Garmin hat tatsächlich im Wald immer viel weniger angezeigt.

vielleicht von allem etwas...

...zunächst war es die letzten Tage nicht nur feucht, sondern nahezu regnerisch. Vielleicht schirmt ein nasses Blätterdach die Signale noch stärker ab, als angenommen. Auf jeden Fall werde ich Deiner Anregung folgen und mal an anderen Tagen und vor allem zu anderen Witterungsverhältnissen zu messen. Die Strecken sind ja gekennzeichnet und brauchen nur mit den neuen Werten abgeglichen werden.

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