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Hallo Zusammen,

das war er nun, mein 3. Wettkampf, oberflächlich betrachtet: Absolut mies gelaufen (im wahrsten Sinne des Wortes).

Als wir kurz nach 9 Uhr morgens ankamen, sind erst wenige Leute da, einige Kinder, ein paar Läufer. Der richtige Lauf ist ja erst über 7 km um 10:30 bzw. um 11:00 für die 9,8 auf den Valtenberg hinauf mit fast 400 Höhenmetern.

Startnummern abgeholt, Kindern Mut zu gesprochen, Lauffreunde getroffen und dabei die Zeit verquasselt. Und schon waren die 18 Kinder auf der Strecke. Was waren wir stolz, als unsere Große als erstes Mädchen (9 J.) ins Ziel kam (insg. 5 von 18) und der Kleine (7 J.) als 6. Junge (insg. 7 von 18). Das war für die beiden schon ein super Erfolgserlebnis!

Doch was hab ich dabei vergessen? Ich muss ja auch gleich laufen! Vergessen zu trinken, nicht ordentlich warm gemacht und es sind nur 10 Leute am Start über die 7 km. Ein Blick in die Runde: Keine Chance heute. Mir rutscht das Herz in die Hose.

Start: Sofort beim Loslaufen merke ich, alles ist falsch. Es geht erstmal richtig steil und uneben hoch, nicht weit, aber schon nach 150 m geht nichts mehr! Ich nestel am Schuh, hole Luft, vor mir alle weg, hinter mir nur der Mann und die Nordic Walker. Rappel mich wieder auf, der ganze Körper schmerzt auf einmal und mein Kreislauf ist praktisch nicht mehr vorhanden. Irgendwie komme ich weiter, alles in mir schreit nach Aufgeben, was ist hier los??? Schließlich geht es bergab, vor lauter Tränen (wo kommen die her???) kann ich kaum was sehen. Wie durch ein Wunder stürze ich nicht, denn alles ist voller Wurzeln, Steine und mehr als crossig. Unten läuft sich mein Mann ein und ich muß jetzt noch 6,5 km hinter mich bringen. Ich weiß nicht wie! Er spornt mich an und ich denke, ich kann doch nicht jetzt schon aufgeben!

Die ersten habe ich längst aus dem Blick verloren, ein Läuferin im blauen Shirt sehe ich noch 50 m vor, ich schaue nur noch vor mich. Versuche gleichmäßig zu atmen, schnell geht es mir besser und ich versuche aufzuholen, wodurch ich wieder zu schnell werde. Schon nach wenigen Minuten weiß ich: Vorbei! Ich lasse sie ziehen, laufe mein eigenes Tempo und hoffe einfach nur, dass ich die Strecke finde, denn die Pfeile sind mit Sägespänen auf den Waldboden gestreut. An den Steigungen laufe ich manchmal, zu tief sitzt der Schock über das Erlebnis des ersten Anstieges. Ich verstehe es nicht, habe Angst das es wieder losgeht, und gehe auf absolut Nummer sicher.

Je weiter ich komme, desto ruhiger werde ich, vor und hinter mir weit und breit niemand zu sehen. Der Wendepunkt kommt und zurück, ich schaue auf die Uhr, hatte mir so 42 min vorgenommen, glaube aber nicht mehr dran. Ca. 1 km vor dem Ziel kommen mir die Läufer die AUF den Berg wollen entgegen, mein Mann grinst mich nur an, noch sieht er ganz entspannt aus. Verdutzt schaue ich auf die Uhr, ich höre die Musik und erschrecke, noch so viel Zeit über, bestimmt muß ich den Bogen laufen und wieder das Stück vom Anfang in umgekehrter Folge zurück. Also Tempo raus, ich muß da wieder hoch! Doch muss ich nicht, also auch keinen richtigen Endspurt mehr hingelegt. Schade.

Zeit war 37:16. Moment, das kann nicht sein! Mein Lauffreund sagt mir dann, dass er nur 6,1 km gemessen hat, also eine Pace von 6:06, doch noch fast passabel hinbekommen. Leider hätte mehr drin sein müssen, der Start hat mich viel Kraft und Vertrauen in mich selbst gekostet. Aber das Wichtigste: Ich habe daraus gelernt, in Zukunft konzentriere ich mich vorher wieder mehr auf mich selbst, laufe mich vernünftig ein und trinke vor allem genug.

Aber auch hier hat es mal wieder fürs Treppchen gereicht, von 3 Frauen war ich .... TATAAAAAAAAAA natürlich 3. Es gab Blumen, Urkunde und kleine Geschenke, wirklich liebevoll organisiert.

Und in 2 Wochen wird es dann wieder besser. Versprochen!

Auch bei den 9,8 km Läufern sind leider nur 13 Leute an den Start gegangen. Dabei war es eine tolles Drumherum, alles familiär, nette Gespräche mit allen Läufern und Organisatoren, Musik und Verpflegung. Wir wollen nächstes Jahr wieder dabei sein.

Viele Grüße
Troedelliese

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Noch Klasse gemeistert,

manchmal läufts eben nicht so wie es sein sollte. Hab da auch schon meine Erfahrungen gemacht. Aber man lernt ja.

Noch viele gute Läufe!
VG LS

Glückwunsch!

Ist doch eine gute Pace, aber vielleicht solltest Du, um schneller zu werden, Deinen Nicknamen ändern. ;-)
jog on ra1

Super-Zeit

Hi Trödelliese, die Zeit ist doch sehr gut, auch wenn Du das Gefühl hattest, alles läuft schief und dann auch noch Treppchenplatz; was willst Du mehr:-)?
OK, bei 10 LäuferInnen ist die Wahrscheinlichkeit groß entweder ganz vorne oder ganz hinten zu sein, da ist das Mittelfeld eher dünn. Aber bei einem Feld von z. B. 200 LäuferInnen wärst Du mit Deiner Zeit im Mittelfeld und bei Weitem nicht Letzte.
Gruß, Marco
You´ll never nichtalleswarfalsch alone

Danke

für Eure aufmunternden und netten Worte.

Am Abend habe ich den Lauf dann doch noch recht positiv sehen können, immerhin hab ich am Anfang nicht mal ansatzweise gedacht dass ich ihn zu Ende laufe. ;o))

Das mit den 200 Läufen und dem Mittelfeld ... jaaaaaaaaaaaaaa, das sag ich mir auch immer wieder und bau mich damit auf. *lach*

Und: Mein Nickname passt schon zu mir, gibt sooooooooooooooo viele die schneller sind wie ich, aber das Wichtigste ist: ich mag ihn irgendwie. ;o)) Zum schneller werden muss ich wohl einfach mehr "üben".

Viele Grüße
Troedelliese

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