Nach gemütlicher Anfahrt am Freitag ging es am Samstag morgen zuerst einmal in den Englischen Garten für die letzten 20 Minuten vor dem großen Lauf. Ich war noch keine 5 min gelaufen, da fängt die linke Wade an zu z(w)icken. Stück für Stück wird es immer schlimmer, erst gegen Ende wird es wieder etwas besser, aber hier stimmt was nicht!

Daher gleich morgens zur Messe, Startunterlagen abholen und noch schnell zur Physio und durchchecken lassen.

Katrin hat die Wade offensichtlich wieder super hingekriegt (DANKE!!), denn am nächsten morgen war die Wade wieder in Ordnung, auch beim Einlaufen null problemo, also dann doch in Startblock A und die 3:30 rollen lassen.

Das hat auch problemlos funktioniert - bis km 24! Da meldet sich der linke Oberschenkel - nicht so schlimm, ich kann noch weiterlaufen, aber das Tempo kann ich nicht mehr halten. Bei km 25 dann gleich die erste Gehpause an der Verpflegung, danach geht es wieder - aber auch das kostet Zeit, naja mal sehen was noch kommt, es wird wohl nur noch ums ankommen gehen? Mal sehen. Einfach langsamer weiterlaufen, ich habe mich jetzt bei 05:25-05:30 eingependelt, das geht bis zur nächsten Verpflegungstelle bei km 27.5 ganz gut, dort wieder die Gehpasue. Danach geht es es laufend weiter. Und ich komme zurück! Alles wieder klar, der Oberschenkel ist wieder auf, ich kann wieder rollen lassen, der nächste km ist wieder unter 5min, danach mache ich etwas langsamer. An km 31 bekomme ich das Getränk von meinem Schatz, alles super wie geplant. Und immer schön rein mit dem Zeug - Laufen und Trinken habe ich ja ofter genug geübt. ich bin zwar ziemlich fertig aber Hauptsache es läuft wieder rund und die Stimmung am Marienplatz ist ja super!

Kurz danach meldet sich der Oberschenkel wieder, jetzt aber richtig! Es geht nichts mehr! Ich bleibe stehen, versuche zu denen, aber direkt über dem Knie ist es irgendwie nicht wegzubekommen. Was solls! ich gehe weiter und trinke meine Flasche.. kleine Geheinlage bis fast zur Feldherrnhalle. Dort feuere ich die leere Flasche weg.

Was nun? Aufgeben? Laufen ist jedenfalls nicht mehr drin. OK, einen hab ich noch! Wenn der verdammte Oberschenkel immer beim Aufprall wehtut, dann mach ich eben "Race-Walking". Blöde Idee, aber es funktioniert! Der Muskel erholt sich langsam. Ich bin jetzt bei km 33 und kann wieder loslaufen - 500 Meter und schluß! Wieder ins Race Walking, gerade überhole ich einen anderen, der nur noch geht. "Los mach mit! Wir walken jetzt" und er geht mit. Zusammen treiben wir uns jetzt gehend an, nach ein paar hundert Meter muss er aber abreißen lassen, während es mir wieder etwas besser geht. "Los lauf" ruft er mir zu, "ich kann nicht mehr". "komm mit", schrie ich ihn an, aber er bleibt stehen, während ich wieder anfange, zu laufen. Ob er wohl aufgegeben hat? Ich weiß es nicht, aber ich muss nach vorne sehen… und schon das nächste mal, wieder muss ich gehen, der Puls ist inzwischen bei nur noch 145-155, aber an Laufen ist nicht zu denken.

Das Martyrium geht weiter km 35, 36, 37, jetzt geht es wieder, da vorne jubelt mir mein Schatz wieder zu, jetzt schaffe ich es! Und weiter, km 38, bumm! Wieder der Oberschenkel, 2min Pause stehen, jetzt kann wieder gehen, dann wieder Race-Walking, langsam erhole ich mich wieder, km 40 immer noch am walken, es wird wieder besser, jetzt kann ich wieder laufen, da: km 41, jetzt durchlaufen! Scheiß Oberschenkel jetzt hältst du! Ich nehme Fahrt auf und komme wieder in mein Tempo, einen nach dem anderen lass ich nun stehen, da vorne ist das Stadion, jetzt durch das Marathon-Tor, was für ein Erlebnis, was für eine Stimmung! Noch 250 Meter, ich habs geschafft! Ich recke die Arme hoch, die Tränen laufen mir über das Gesicht, ich habe gewonnen, ich habs geschafft! Wahnsinn! Die Endorphine durchströmen meinen Körper, ein irrsinniges Gefühl. Die Zeit? egal, jedenfalls nach diesem Rennverlauf. Wichtig ist: ich habe mich selbst besiegt!

wen es noch interesiert: 3:52:12. Nicht das was ich mir vorgestellt habe, aber das ist unwichtig! Under letzte Kilometer? 4min 59.9 ;-), so stehts in der Polar!

Danke an alle, die mich so weit gebracht haben, ich bin jetzt Marathoni!

Herzlichen Glückwunsch zum ersten M

Herzlichen Glückwunsch zum ersten gefinishten M. Es ist zwar schon eine Weile her, aber an die Freude, als ich ins Ziel gelaufen bin und meinen ersten M gelaufen bin kann ich mich auch noch bestens erinnern.
Behalte dieses wahnsinns Gefühl immer im Kopf: wie Du schon schreibst: Zeit Scheiß egal, die eigene Leistung zählt; das Durchhalten, das Beißen und ab km25 ist es noch richtig weit... Vielleicht kommen noch mehr Läufe, Bestzeiten, aber dieses Gefühl ist nicht zu beschreiben!
Super!! Gruß Schalk

Glückwunsch!

Glückwunsch an den Frisch-Marathoni! Ist doch tolle Zeit für den ersten, wen interessieren da schon die Gehpausen. Und wenn der Oberschenkel das nächste Mal hält (tut er bestimmt) kannst Du Dich auf eine Wahnsinnszeit freuen.
jog on ra1

Glückwunsch

Mein Glückwunsch zur gelungenen Premiere. Etwas Beißen gehört ja dazu, aber ob ich Deine Härte an den Tag gelegt hätte, weiß ich echt nicht.
Ich war in München auch dabei und ließ es defensiv angehen und war nur fünf Minuten vor Dir im Stadion (siehe Blog "Im Sambaschritt durch München"). Dafür hatte ich mich vor drei Wochen in Karlsruhe gequält, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie Du. Dafür meinen allergrößten Respekt.

Für uns hätte sich ja fast eine Fahrgemeinschaft in die bayrische Landeshauptstadt aufgedrängt. Vielleicht trifft man sich mal bei einem Lauf.

cherry65

Jeder, der vor mir läuft, hat es sich verdient

Willkommen im Club!

Herzlichen Glückwunsch zu deiner Premiere und dafür, dass du trotz Schwierigkeiten nicht aufgegeben hast! Respekt!

Ja, es ist ein überwältigendes Gefühl, wenn man endlich das Ziel erreicht hat und sich plötzlich wie befreit fühlt! In Karlsruhe (es war mein 2.) hatte ich das ganz extrem empfunden! Ich musste im Runner's Heaven wie ein fleischgewordenes Runner's High gewirkt haben! ;-)

Ich wünsche dir eine gute Woche - mit Siegerlächeln im Gesicht! ;-)))

Grüße

MC

laufend fit und gut drauf!

Reife Leistung,

trotz der massiven Probleme noch gut unter 4h zu bleiben, Hut ab!

Mir gings am selben Tag ähnlich, aber mich hats nicht so sehr erwischt, da wars nur die Ausdauer(?)/Motivation(?), aber anyway: wichtiger als die Zeit ist eh unterm Strich mit welchen Gefühlen man aus so einem Event raus kommt und die bleiben in Erinnerung.

Also dann: Auf einen zu Recht stolzen Marathoni mehr! Auf zum nächsten!

Matthias

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