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..das war vielleicht nicht die Frage die ich mir vor der Kanadareise gestellt habe oder stellen wollte, aber im Kopf ist dieses Problem schon irgendwie rumgeschwebt. Aus meinen letztjährigen Erfahrungen mit der Rundreise im Westen Kanada's, wo ich mir vorgenommen hatte regelmäßig zu laufen und wo es aus allen möglichen Gründen, vor allem auch der zu straffen Zeitplanung -sollte im Urlaub eigendlich nicht passieren, aber die km wollen auch gefahren werde...- doch nicht geklappt hat -3 Läufe in 3 Wochen- schlauer geworden, hatte ich mir diesmal nicht viel vorgenommen.

Die Laufutensilien hab ich zwar eingepackt, das mache ich schliesslich auch wenn ich übers Wochennende oder beruflich wegfahre, aber eigendlich wollte ich den Urlaub als Regenerationspause nutzen. Aber es kommt wie immer erstens anders und zweitens als man denkt. Schon am ersten richtigen Tag nach der langen Flugreise kribbelte es in den Beinen und ich konnte es mir nicht vorstellen den ganzen Tag nur im Auto zu sitzen, zu Fotografieren oder Sightseeing zu machen. Da ich aus dem letzen Jahr gelernt hatte, dass es meistens nicht mehr möglich ist abends nach den Touren noch zu Laufen, man muss doch schauen etwas zu Essen zu bekommen -die kanadischen Essenszeiten sind für Europäer schlicht gewöhnungsbedürftig, im Besonderen auf der "Countryside"-, habe ich also die Laufklamotten griffbereit im Auto liegen und werde beim Besuch der Seaside Adjunct des Kejimkujik NP mal versuchen einen Wanderweg als Trailrunning-Pfad zu mißbrauchen. Das Ganze wird auch in die Tat umgesetzt- Nachdem ich den Weg inspiziert habe und mich bei der Visitorinformation weiterkundigt habe, lege ich auf dem Parkplatz einen Striptease ein und dann geht es los. Das Wetter ist sehr gut zwischen 15 und 20 Grad und sonnig mit Seewind, also erheblich besser als die letzten Tage in Deutschland. Der Weg führt sehr abwechslungsreich durch Wald, Heide, als Boardwalk über Moor- und Sumpfgebiete bis an die Küste, wo einige felsige und sandige Abschnitte das Laufen mühsam machen. Aber ich wollte ja sowieso keine Rekorde aufstellen, sondern die Landschaft beim langsamen Laufen auf mich wirken lassen. Ausser mir sind noch einige andere Leute unterweg -Nationalpark halt- die zwar etwas irritiert schauen als sie mich auf dem Wanderweg laufen sehen, aber dumme Bemerkungen bekomme ich nicht zu hören. Kanadier sind sehr tolerant und gutmütig. Ich bewältige die ca 8,5 km lange Strecke in einer knappen Stunde -nicht gerade schnell- aber es hat richtig Spaß gemacht. In der letzten Zeit vor dem Urlaub habe ich nicht mehr so richtig Spaß gehabt, es war zwar notwendig wegen Stressabbau laufen zu gehen, aber es war irgendwie nicht schön.

Da der Einstieg so gut geklappt hat, plane ich jetzt doch etwas regelmässig etwas zu laufen. Der nächste Tag ist dafür aber nicht so gut geeignet, da eine weite Fahrtstrecke -von der South Shore von Nova Scotia nach Cape Breton- vor mir liegt und wird als Ruhetag eingeplant. Am nächsten Übernachtungsstandort geht es dann aber weiter. Der Tag war wettermäßig leider nicht so schön, es hat sich erheblich abgekühlt und auch etwas geregnet. Auf der Besichtigungstour um den Bras d'Or Lake hat sich keine Gelegenheit zum Laufen ergeben. Die Hikingtrails waren alle ungeeignet und ausserdem war es mir doch etwas zu wechselhaft. Da ich aber schon am Spätnachmittag von der Tour zurück im B&B war, habe ich noch die Laufschuhe angezogen und bin durch den Ort bis zur einem Pfad auf einer ehemaligen Eisenbahnstrecke, teilweise am Wasser, teilweise durch den Wald, aber sehr eben und gut zu laufen, gelaufen. Da der sich der Pfad gut laufen lies und es relativ kalt war war ich dann doch flotter unterwegs als beim letzten Mal.

Der nächste Tag brachte zwar wieder einen Quatierwechsel mit sich, aber da die Strecke diesmal recht kurz war, wollte ich unterwegs wieder etwas laufen gehen. Die Wahl fiel auf den Hikingtrail am Cap Aguet auf der Isle Madame. Der Weg dort führt wieder durch Wald und Sumpf und Heidelandschaft ist aber sehr schmal und teilweise doch recht schwierig. Da ich den Anfang des Trail vorher in Augenschein genommen habe und erst etwas fotografiert habe, war mir schon bewusst, das es auf einen Crosslauf hinausläuft. Und nach dem ersten Kilometer wurde es dann auch richtig schwierig, es ging auf und ab, über Steine und Baumwurzeln. Das Tempo war dementsprechen langsam. Das Wetter hatte sich aber im Vergleich zum Vortag erheblich gebessert, so das ich den Lauf trotz der schwierigen Bedingungen geniessen konnte. Das Areal war anders als im Kejimjiuk NP fast menschenleer. Am Startpunkt des Pfades führte jemand seinen Hund aus und dann ist mir in der genzen Zeit lediglich ein Radfahrer begenet, der schon recht erstaunt war, mich auf diesem Pfad laufen zu sehen. Mir ging es aber ebenso, ich konnte nicht so recht glauben, das man auf so einem Weg mit dem Rad -zwar Mountainbike, aber trotzdem- unterwegs sein konnte.

Dann kam wieder ein Tag an dem ich garnicht versuchen wollte eine Laufeinheit einzulegen. An diesem Tag hatte ich mir vorgenommen den Cabot-Trail zu fahren und dort 1 oder 2 Wanderungen -der Skylinetrail ist ein Muss auf dieser Route- zu machen. Dazu würde ich wohl den ganzen Tag unterwegs sein. Und so kam es dann auch -um 7:00 ging es los und um 20:00 war ich zurück in meiner Unterkunft.
Der nächste Tag -also heute am Freitag- sollte dann wieder ein Lauftag werden. Da die Tour gestern doch sehr anstrengend gewesen war und die Eindrücke auch verarbeitet werden wollten, habe ich es heute erst mal ruhig angehen lassen und ausgiebig gefrühstückt. Dann habe ich mich etwas an den Fluss gesetzt und das hervoragende Wetter -ca 18°C und Sonnenschein- genossen und mal wieder etwas fotografiert. Um die Mittagszeit wurde ich dann aber langsam unruhig und ich habe die Laufschuhe angezogen und dann ging es los. Zuerst etwas auf dem Gelände um die Farm herum, dann aber raus auf die Landstraße und für ein paar Kilometer geradeaus und irgendwann wieder zurück. Das scheint zwar auf den ersten Blick stinklangweilig zu sein, war aber nach den Crosseinlagen der letzten Zeit eine Abwechslung, und wann läuft man schon mal auf einer kanadischen Landstaße...
Heute ging es auch wieder etwas flotter zur Sache, nach einem langsamen Beginn zum Einrollen, konnte ich die letzten 3 km schon unfähr im HM-Wettkampftempo laufen. Nach ca 11km hatte ich dann aber auch genung und bin dann noch auf Kulturtour in die Fortress von Louisbourg gegangen.

Morgen geht es wieder weiter Richtung PEI und hoffe auf dem Weg oder in der nächsten Unterkunft endlich mal einen Internetzugang zu finden. Langsam muss ich auch mal 'ne Mail nach Hause schicken, damit man mich nicht auf die Verlustliste setzt -mit Handyemfang, SMS etc- ist es nämlich nicht allzuweit her...

Es hat geklappt mit dem Internet - Baddeck, Cape Breton, NS Library...

auf dem in Richtung Prince Edward Island..

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Hach...

...da werde ich richtig neidisch. Ich will auch wieder in Urlaub!!!
Ich wünsche Dir noch eine tolle Zeit!
cc

Wunderschöne Läufe

Ich wünsche Dir noch viele wunderschöne Läufe und einen tollen Urlaub in Kanada.

Ich erinnere mich noch gern an meine Läufe an verschiedenen Orten der schottischen Atlantikküste im vergangenen Jahr. Da fühlt man schon fast einen Anflug von Erholung. Völlig entgegen meiner Natur bin ich vor dem Frühstück gelaufen und es war wunderbar.

Gruß
cherry65

Jeder, der vor mir läuft, hat es sich verdient

Du Glückspilz!

Da packt mich doch gleich wieder das Fernweh!

Ich wünsche dir einen schönen Rest-Urlaub!

LG

MC

laufend fit und gut drauf!

Na toll,

und ich Idiot fahre in so "exotische" gegenden wie Bayern und Tirol, um mal woanders auf unbekannten Pfaden zu laufen:-))
Auch mich packt das Fernweh und ich spüre aus Deinen Zeilen, wie viel spaß Dir die Kanadischen Läufe machen,
viel Spaß noch,
Gruß, Marco
You´ll never laufinfremdengegenden alone

Vielen Dank fuer Eure netten

Vielen Dank fuer Eure netten Komentare,

ich moechte auch keinen neidisch machen sondern nur meine Eindruecke teilen und wenn ich schon allein durch die Gegend fahre und ich keinen volllabern kann, dann eben hier im Blog...

carpe diem-Nutze den Tag

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