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Nachdem ich jetzt schon einige spannende Wettkampfberichte vom Badenmarathon am Sonntag gelesen habe, möchte ich euch jetzt auch von dem Lauf aus meiner Sicht berichten.

Eigentlich dauerte der Marathon bei mir schon gefühlte 2 Wochen. Da hat es nämlich angefangen überall zu zwicken und hust, hust, schnief, schnief, ich habe täglich auf den Ausbruch einer Mördergrippe gewartet. Komischerweise hatte sich aber dann doch keine Sehnenentzündung/Ermüdungsbruch/Vogelgrippe etc. bei mir eingestellt und die letzten Tage sind einfach so verstrichen. Mit Besorgnis allerdings habe ich den Wetterbericht verfolgt und meinen Schuhschrank auf Wettkampfmoonboots durchsucht. Am Samstagmorgen war ich dann generalprobenmäßig um 08:30 Uhr an der Alb unterwegs, um den Gänsehautfaktor zu testen. Ich muss es ehrlich sagen, ich bin kein Trägershirttyp unter 20°. Und bei 8° ist bei mir eine ¾ Tight und meines dünnes Langarm angesagt.

Sonntag 06:25 Uhr
Seit 10 Minuten bin ich wach und warte bis der Wecker angeht und ich endlich aufstehen darf.... 06:30 Uhr endlich, ein Sprung und raus aus dem Bett. Zu Begin der normale Ablauf: Zähneputzen, Toilette, duschen usw. Dann wird es langsam spezieller: Pferdesalbe, Brustwarzen abkleben, Pflaster und Watte am einem Zeh. Und dann bizarr: Kalte Spaghetti Bolognese vom Vorabend, mhhhh. 06:55 Uhr ich bin fertig und ich habe noch ewig Zeit, da ich nur 7 Minuten bis zum Start habe. Also doch noch ein Kaffee und Füße hoch auf der Couch. Um 07:45 bin ich dann doch los. Tasche geschnappt und auf zur Europahalle. Die Zeit vor der Start ging dann doch sehr schnell vorbei. Büsche düngen, etwas warmlaufen und Leute beobachten.....
Obwohl ich nur locker am Start mit meiner Bekannten Sabine verabredet war „vielleicht sieht man sich“, treffen wir uns gleich im Startblock. Sabine wollte den Halbmarathon unter 1:40 laufen, was mir mit geplanten 03:29 für den ganzen eigentlich doch etwas zu schnell war. Aber was soll’s, wir wollen mal ein Stück zusammen laufen.
3,2,1 und Start. Die Meute tippelt Richtung Startlinie. Auf den Matten auf die Uhr gedrückt und los geht’s. Das erste Stück erstmal in den Rhythmus kommen klappt eigentlich gut. Die Luft reicht noch für ein paar Worte mit Sabine. Km 1, 2 oh, wir sind schnell. Unterführungen an der Kriegsstraße ein toller Anblick. Hunderte von Köpfen die auf und ab hüpfen, einfach toll. Am Check-in Center wollte eigentlich mein Nachbar Martin stehen, leider sehe ich ihn nicht. Durlacher Tor Durlacher Allee endlos..... immer gerade aus . 5km oh, wir sind immer noch schnell. Ich muss Sabine sogar etwas bremsen, eine 04:20 halte ich nicht so lange durch. Dann plätschert es vor sich hin. Sabine bekommt zwar langsam einen roten Kopf aber Sie rennt. Richtung Aue, Oberwald, Dammerstock. Da steht plötzlich Martin, also doch nicht verschlafen. Ein kurzes „morgen“ und weiter. Am Rüppurrer Schloß plötzlich großes Gestöhne von Sabine: „Was ist den das für eine Brücke, ich dachte es ist flach“ und weg war sie. Nach kurzen fiesen Anstieg und der Linkskurve war sie aber wieder da. Dann weiter durch Rüppurr an einer Ecke stehen Marco und Beate: „gut siesch aus, du schaffst es“. Das weiß ich,.... und wo ist denn Sabine schon wieder..... Bei km 16 und eigentlich auf 01:41 für den HM, gibt Sabine laut,: „bei mir geht heute nix, lauf vor“. „Nee, ich zieh dich“, sage ich noch, aber eigentlich sagt die Farbe Ihres Kopfes schon alles. „Okay, wir sehen uns“.
Bei km 20 wohnen Freunde und da läuft man 2 mal vorbei. Von da her ist dort eh schon immer der große Treffpunkt meines Freundeskreises und mein Pflaster, Powergel, Ersatzsocken und Traubenzuckerdepot. Mit gestählter Brust, einem Lächeln auf den Lippen zische ich vorbei. Die Meute scheint über mein frühes Auftauchen überrascht, „gut siehsch aus, du schafftst es“. Der gleiche Spruch.....

Km 21 die Marathonweiche, Halbmarathon nach rechts abbiegen und ich geradeaus. Puhh, warum tue ich mir es an. Egal. Die nächsten Kilometer sind eigentlich mein Wohnzimmer, an der Alb entlang bis zum Rheinhafen. Da laufe ich immer und kenne jeden Stein,.. und es läuft gut.
Kurz nach Mc’D erblicke ich einen weiteren Nachbarn und gelegentlichen Mitläufer Felix auf dem Rad. Er gibt mir Reservegel und sagt „gut siesch aus“......und wieder Martin
Die nächsten Kilometer sind recht zäh, wenig Zuschauer, teilweise Sani alle 150m (warum wohl???) und puh, ich werde langsamer. Km 32, 33 Gel her und Richtung Schloß. Boh, das ist aber anstrengend, plötzlich wieder Schotter und zickzack durch den Schlosspark. Da steht plötzlich an jeder Ecke jemand Bekanntes. Cousin Björn und Ilka, Sabine (ne andere), Sonja, Martin!!!!, Björn, Ilka, Sabine (die von eben), Martin!!! Über die Kaiserstraße, den Marktplatz wieder zickzack und wieder Martin. Km 37/38 jetzt fängt der Endspurt an. Ich ziehe das Tempo nochmals an und freue mich auf Ziel. Bei km 40 kommt man wieder auf den gleichen Kurs wie beim Halbmarathon und die Meute jubelt. Komischerweise sagt jetzt keiner mehr „gut siesch aus“, sondern nur noch „du schaffst es“. Warum wohl? Km 42 Sprint...über die Matte, Uhr stoppen und Runners Heaven. Was trinken, ne Banane kurzes Verschnaufen.
Um 13:05 bin ich wieder zu Hause. 5 Minuten später klingelt es. Sonja ist es. „Wo ist der Kuchen, ich mach mir mal nen Kaffee“. Man muss dazu sagen, ich habe vorher allen bescheid gegeben, dass es danach bei K&K bei mir gibt. So geht es dann auch weiter, Carmen, Edo mit Kiddies, Max (den habe ich gar nicht gesehen), Sabine (die zweite), Felix mit Nina und Kind, Björn und Ilka, nur Martin fehlt...Ich liege auf dem Boden. Gegen 17:00 komme ich mal kurz zum duschen... um 21:00 gehen die letzten und ich falle auf die Couch.

Ach, ja die Zeit 03:25.....und ich bin voll Stolz auf mich.

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Noch ein Sieger

Stolz, kannste wirklich sein, auf die fabelhafte, deutlich unter 3:30 Zeit ( wer träumt da nicht von? )Und auf die fabelhaften Freunde, die brauch man genauso. Glückspilz.

Beides hast Du Dir hart erarbeitet und verdient, genieße es solange Du kannst.
L G Fairy

Du liebe Zeit!

Hut ab vor dieser super Zeit! Herzlichen Glückwunsch!!

Ich habe gesehen, du bist in NYC angemeldet! Mensch, toll!

Frohes Regenerieren - damit du in NY wieder durchstarten kannst!

Grüße

MC

laufend fit und gut drauf!

Gut...

...hasch geschriebe :-)

Glückwunsch zur Wahnsinnszeit! Reschpekt!

Glückwunsch

Super Zeit!!!

Und wenn du bei km 38 noch "entscheiden" konntest, schneller zu laufen, Mann , was musst du gut drauf gewesen sein!

Leben ist Bewegung

Heftige Zeit

Gluckwunsch zur tollen Leistung, und wenn der Lauf wirklich so locker war, wie es im Bericht rüberkam, dann waren die ganzen "gut siesch aus"-Spruche doch nicht geheuchelt:-)
Grandios.
Gruß, Marco
You´ll never sieschgutaus alone

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