Nachdem ich nun wieder seit ca. 3 Monaten laufe (einen Monat davon hab ich richtig trainiert), stand am Sonntag mein erster Wettkampf an. Bin die 10 Kilometer beim Ulmer Einsteinmarathon mitgelaufen. Mein Ziel, von dem ich noch im letzten Blogeintrag geschrieben hatte, hatte ich schon vor ein paar Wochen nach unten korriegiert. Aus unter 40 Minuten laufen wurde unter 42 Minuten laufen.

Ich war tierisch nervös vor dem Lauf und bin den ganzen morgen ruhelos durch die Wohnung gestreift. Als ich dann am Start stand hatte ich schon nen Puls von 160 und konnte es einfach nicht erwarten bis es los geht. Bei 1400 Startern war es zudem schwierig einen guten Startplatz zu ergattern, was mir dann auch nicht wirklich gelang und was meine Aufregung steigerte.

Als es endlich losging musste ich mich erstmal durch ettliche langsame Läufer schlängeln - echt nervig! Zum Glück war die Straße relativ breit und nach ca. 500 Metern und sicher ein paar 100 überholten Läufern hatte ich endlich eine Position in der ich meine konstante Geschwindigkeit laufen konnte.
Ein Blick auf die Pulsuhr zeigte 190. Bei mir machte sich leichte Resignation breit - das halte ich nie durch! Da ich aber das Gefühl hatte in einer Gruppe zu laufen, die etwa meiner Leistungsstärke entspricht und ich genau wusste, dass ich das angestrebte Ziel nie erreichen werde, wenn ich jetzt langsamer werde hab ich das Tempo einfach beibehalten. Bei Kilometer 2 Kontrollblick auf die Uhr. Genau 8 Minuten. Wow, ganz ordentlich. Aber immernoch 190 Puls. Egal. Das hat mir die letzten 2 Kilometer nichts ausgemacht, also wird es das die nächsten 8 auch nicht. Die nächsten 6 Kilometer gingen einfach so an mir vorrüber. Bin immer mit den gleichen Läufern gelaufen, ab und an ist mal einer vorbei, dafür haben wir auch mal einen eingeholt. Puls bliebt immer zwischen 188 und 192. Durch die Ablenkung durch die vielen Zuschauer und Bands machte mir das aber überhaupt nichts aus. War noch topfit. Bei Kilometer 8 wurde mir von 3 kleinen Kinder zugeschrien "Du bist 41!". Platzierung war mir eigentlich völlig egal, hat mich aber irgendwie motiviert. Also Tempo anziehen. Puls 195. Kein Prolem! Bei Kilometer 8,6 konnte man genau sehen wer die nächsten 400 Meter vor einem läuft (man musste eine Schleife zu laufen). Ich sah ca. 15 Läufer. In meinem Übermut (es ist ja bisher so gut gelaufen) dachte ich mir "die 15 kriegst du noch!". Tempo beibehalten und einen nach dem anderen kassiert. Langsam immer schneller. Bis zum Anfang der ca. 300 Meter langen Zielgerade hatte ich alle, die ich gesehen hatte, bis auf einen eingeholt. "Den kriegst du auch noch" war mein Gedanke. Problem war er lief mindestens 50 Meter vor mir. Hab die Beine in die Hand genommen und bin gerannt was ging! Hatte das Gefühl einen 100 Meter Sprint noch nie in dieser Geschwindigkeit gerannt zu sein. Um mich rum hunderte von Zuschauern, ich mit Tunnelblick. 20 Meter vor dem Ziel hab ich ihn tatsächlich eingeholt und hab den Zieldruchlauf einfach nur genossen. Puls: 203 (dachte immer mein Maximalpuls liegt bei 199 *g*) Adrenalin pur, war überglücklich! Allerdings auch echt kaputt. Nach 2 Minuten ging es mir aber schon wieder glänzend und mir drängte sich eine Frage auf:

Wie schnell war ich eigentlich? Keine Ahnung! Uhr über dem Ziel zeigte nur die Stunden seit dem Martathonstart an und ich habe ausversehen bei Kilometer 2 auf den Stopp-Button meiner Uhr geklickt und hatte es nicht gemerkt :-( Später hab ich dann im Internet gelesen, dass ich ne 41:07 gelaufen bin und noch 28. geworden bin. Die 3 Kinder hatte also wohl recht als sie mir die Platzierung zuriefen (dankeschön, das hat mich echt motiviert, auch wenn ich nicht weiß warum, da der Platz ja sowas von wurscht ist). Habe mein Ziel von unter 42 Minuten also erreicht und bin damit überglücklich.

Jetzt stellt sich die Frage wie es weitergehen soll. Habe mir vorgenommen den Winter durchzulaufen, auch wenn es mir mit Sicherheit schwerfallen wird. Am 6. Januar gibt es bei mir im Heimatort immer einen großen Lauf, der sich wunderbar als nächster Wettkampf eignet.
Da ich immer ein Ziel brauche auf das ich hin arbeiten kann stellt sich mir nun die Frage was ich mir dort als Zielzeit vornehmen soll? Nach ca. 3 Monaten Training bin ich die 10 km (einfache Strecke) in 41 Minuten gelaufen. Die Strecke am 6.1. ist schwerer, aber bis dahin kann ich weitere 3 Monate trainieren.
Habe mir nun mal als Ziel unter 39 Minuten vorgenommen. Keine Ahnung ob das realistisch ist, aber das werde ich denke ich im Laufe der Zeit schon merken.

ein glücklicher
TTPlayer

P.S. Sorry für den langen Bericht. Aber das musste ich mir jetzt einfach vom Herzen schreiben und ich glaube wenn ich den Bericht in ein paar Monaten nochmal lese tut mir das sicher gut :-)

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wie krass ist das denn bitte?

nach so kurzer Zeit 10km unter 42min= W-O-W! ich hab mir für Sonntag (auch 10km) eine Zeit von unter 53min vorgenommen. Und ich laufe schon ne ganze weile...
Hut ab!

Schöner Bericht


Hallo.
Die länge des Berichts ist doch egal. Und wenn es dir gut tut alles von der Seele zu Schreiben. Wenn nicht, hier wo denn sonst? Ich finde den Bericht gut geschrieben. Hier tummeln sich doch tausende von Infizierten Läufern die so etwas gerne lesen, oder?
Dann noch meinen Herzlichen Glückwunsch. Nach 3 Monaten Training so eine Zeit, alle Achtung.
Wenn ich einmal so weit bin Informiere ich euch.

danke

Danke euch beiden. Ich dachte die länge des Berichts hält sicher 90% vom lesen ab :-)

Das mit den 3 Monaten muss ich wohl etwas relativieren.
Bin schon früher ab und an mal ein bischen gelaufen und bin allgemein ein recht sportlicher Typ. Hab auch schon vor vielen Jahren mal an zwei oder drei Wettkämpfen mitgemacht und bin damals auch schon immer so um die 40 Minuten gelaufen (das ist aber wirklich schon ne ganze weile her). Außerdem spiele ich regelmäßig Tischtennis und am Wochenende geh ich öfters mit ein paar Freunden zusammen ein bischen gegen den Ball treten.

Bin allerdings bevor ich vor 3 Monaten wieder angefangen hab zu laufen nahezu 1 Jahr so gut wie gar nicht laufen gewesen, davor nur ab und an sporadisch. Deshalb hab ich geschrieben "nach 3 Monaten Training". Aber ich hab da nicht bei null angefangen sondern hätte da "aus dem Stand" sicher ne Zeit weit unter 50 Minuten laufen können.

Boah, super!

Boah, super, is ja Wahnsinn!!

Herzlichen Glückwunsch
auch von mir!

Skifly

PS. Danke für den spannenden Bericht

Hey - klasse Zeit und schöner Bericht! Herzlichen Glückwunsch!

Mach' dir nichts draus. Laufen macht kreativ und produziert Hirnschmalz - und der muss eben in die Blogs! Also... nur her mit deinen Berichten! ;-))

Grüße

MC

laufend fit und gut drauf!

Glückwunsch..

..das ist eine tolle Zeit.
Und war nebenbei auch ein toller Bericht. Vor allem für mich, da ich selber gerade meinen allersersten Wettkampf bestritten habe und auch sehr von meinem eigenen Ergebnis überrascht war.
Genau wie Du laufe ich erst seit 11 Wochen. Eigentlich sollte das nur eine Methode sein, um ein paar Kilos abzunehmen. Ich habe mir nämlich gerade (nach 25 Jahren tgl. 30 Zigaretten)das Rauchen abgewöhnt und ein bisschen zugelegt.
Na - das mit dem Abnehmen klappt nicht wirklich - dafür bin ich statt in den angestrebten 30 - 35 Min die 5 km unter 22 Min gelaufen.
Klaro: nicht ganz so schnell wie Du. Aber ich habe mich auch nicht so arg angestrengt (vielleicht wenn ich gewußt hätte, dass es einen Unterschied macht, wäre es auch noch schneller gegangen)Und dann bin ich wohl ein bisschen älter als Du (47J.), habe in meinem ganzen Leben noch nie Sport gemacht und als Frau bin ich ja dann natürlich eh langsamer als ein Mann.

Ich hab jetzt jedenfalls "Blut geleckt" und will in Zukunft nicht nur spazieren joggen, sondern dass etwas strukturierter angehen.
Und dann 1xpro Jahr einen Wettkamof laufen - aber nur wenn ich Zeiten erreiche, auf die ich ein bisschen stolz sein kann. Zum 50 ten Geburtstag dann den Marathon aber bitte mit einem der vorderen Plätze (zumindest meiner Altersklasse)

Tja wer weiss: vielleicht sind wir beide niemals erkannte Lauftalente und können noch eine Späteinsteigerkarriere machen. ;-)
Nur keine Angst vor ehrgeizigen Zielen. Ohne ein paar Ziele wäre es doch auch irgendwann langweilig?

kollegiale Grüße von der Ente

Super

Super Zeit und klasse Bericht. Einen gut geschriebenen Bericht liest man gern, auch wenn er etwas länger ist.

cherry65

Jeder, der vor mir läuft, hat es sich verdient.

Kommentar zum Blogeintrag Erster Wettkampf

Habe den Blogeintrag auch mit Interesse gelesen und kann nur sagen, weiter so! Bin interessiert zu erfahren, wie es weitergeht. Wann kommt der erste Halbmarathon? Wie schaut es mit Marathon aus?

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