Muss Euch unbedingt an einem Erlebnis der besonderen Art teilhaben lassen: Nach 5 Tagen Erkältung hielt es mich heute nicht mehr auf der Couch. Ich bin mehr so der langsame Läufer, vor Tempointervallen drücke ich mich immer gerne. Lieber versuche ich die Hügel im gleichen Lauftempo zu erklimmen und steigere damit meine Belastung. Seit ein paar Wochen begleitet mich der "forerunner 305" beim Training. Die Herzfrequenz und die Tempostufen habe ich großzügig gehalten, weil mir das laute Piepen irgendwann auf den Geist gegangen ist.
Warum erzähle ich Euch solche Nebensächlichkeiten?! Nun... Nach etwa 7 Kilometern bricht direkt ca. 30 Meter vor mir eine Wildsau aus dem Gehölz. Ich weiss nicht, wer sich mehr erschreckt hat, die Sau oder ich. Wir starren uns an und mir geht durch den Kopf, dass ich irgendwo gelesen habe, die Biester sind nur dann gefährlich wenn sie Ferkel dabei haben, und das ist hier nicht der Fall. Weiss das aber auch das Schwein und ausserdem bin ich mir nicht sicher, ob das auch für die Eber gilt, und das Tier könnte ja ein männliches sein. Auf jeden Fall bewegt sich keiner von uns und wir starren uns nur an, eine Ewigkeit, wie mir scheint. Das fand dann auch mein forerunner, der durch ein Piepsintervall anzeigte: "schneller". Dem "schneller" stimmte die Sau zu, die das Piepen irgendwie gereizt haben muss. Sie sprintete auf dem Waldweg in meine Richtung. Ich schwöre, in meinem ganzen Leben bin ich noch nie so schnell gerannt. Mein Garmin war gleicher Meinung und ich weiss nicht, ob er protestierte weil ihm das Tempo zu hoch erschien oder meine maximale Herzfrequenz überschritten wurde. Wahrscheinlich war beides der Fall. Jedes Piepen machte die Sau hinter mir immer wilder, denn zeitgleich fing sie an Geräusche von sich zu geben, die ich als tierisches Angriffssignal deutete. Ich hielt Ausschau nach einem Baum, am besten mit einer Leiter dran, denn vor Aufregung hätte ich es bestimmt nicht geschafft auf einen solchen zu klettern, bevor mich das Vieh erreicht hätte. Plötzlich sah ich die herbeigewünschte Leiter, nicht an einem Baum, aber am Hochstand des Försters. Und ich habe es auch geschafft mich oben in Sicherheit zu bringen. Der Garmin gab noch einige Zeit die bekannten Töne von sich, bis ich ihn einfach abgeschaltet habe. Das beruhigte dann irgendwann auch die Sau und sie verdrückte sich wieder. Ich brauchte bestimmt noch 15 Minuten, bis ich mit weichen Beinen wieder den Sitz verlassen konnte. In leichtem Trab bin ich dann nach hause.

Faszit: Für gute Leistungen sollte man schon mal richtig die Sau rauslassen!
P.S.: Liebe Leute bei Garmin, schon mal daran gedacht die Informationssignale lautlos an den Läufer weiterzugeben, etwa wie beim Handy durch Vibrationen.

Einen saustarken Start in die neue Woche wünscht Euch glowi.

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hallo glowi! tut mir leid:

hallo glowi!
tut mir leid: einerseits hast du deinen blog so lustig geschrieben, daß ich meistens schmunzeln bzw. kichern mußte, andererseits hätte ich mir wahrscheinlich an deiner stelle voll in die hose gemacht vor angst. war ziemlich brenzlig, oder?! schön, daß es dir gut geht und du diesen blog schreiben konntest.
an alle wildsauen in deutschland: ihr habt euch z.b. auch daran gewöhnt, menschenessen in dosen zu öffnen und euch auch sonst gut angepasst. was ist daran so schwer, das piepen eines garmins neben euch zu akzeptieren? bei euch im wald liegen so viele stöckchen. fangt doch einfach mal mit walken an, dann versteht ihr uns vielleicht auch besser.
LG christiane

Danke für Deine Anteilnahme,

wenn ich so manchmal den Waldesrand betrachte und den liegengelassenen oder mit Absicht hingeworfenen Unrat betrachte, dann denke ich, es gibt schon genug Säue am Waldesrand. Und jetzt willst Du noch die tierischen zum Joggen überreden... Nicht dass es zu eng wird auf der Piste, liebe Christiane...

bei diesen schw..., die sich

bei diesen schw..., die sich in der natur allem möglichen zivilisationsmüll entledigen, wünsche ich mir eine riesengroße wildschweinrotte..., blutrünstig..., die lefzen triefend..., die augen blutunterlaufen ...
ansonsten müßte doch genügend platz in unseren wäldern sein. oder du trainierst ein bißchen mehr und läufst so schnell wie ein hase. da hat jede wildsau ein nachsehen!
wilde träume wünscht - christiane

Wildschwein

Man,man, man du hast wirklich "tierisch" Glück gehabt, dass sie dich nicht erwischt hat. Lieber gar nicht erst dran denken was passiert wäre wenn.....Ich habe von einem Jäger gehört der nicht so schnell laufen konnte wie du.....!!!!! Ganz schön gefährlich!

Für die Zukunft "saufreies" Laufen wünscht
Tame

Ich als Stadtmensch...

...kriege ja schon Panik, wenn vor mir eines dieser berüchtigten Killerkaninchen aus dem Gebüsch bricht!
Von deinem Erlebnis hätte ich wahrscheinlich ein lebenslanges Trauma und würde mich nie mehr in den Wald trauen :-)
Die sind ja ganz schön schwer, diese Viecher, wenn dich das überrannt hätte...Zähne sind ja auch noch dran. Mannomann, echt gruselig! Aber so häufig kommt das in einem Läuferleben hoffentlich nicht vor...

Grunz grunz,
engelchen

Hüstel...

... oh mann, da muss ich wohl noch an meinem Tempo arbeiten, bevor ich mich hier wieder in den Wald traue! Allerdings habe ich einen Vorteil: das Piepsen beim Garmin habe ich abgestellt ;-)

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