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OK, hier kommt nichts spektakulär Neues. Es ist eher das Ergebnis dessen, womit ich mich frühmorgens beim Laufen gedanklich beschäftige, um den Kopf frei zu kriegen von "puh, heute ist's aber wieder mühselig und unrund" und dem dringenden Bedürfnis, gewissen jobtechnischen Emails von und daraus resulierenden zähen Verhandlungen am Telefon mit gewissen Kooperationspartnern (noch) keine gedankliche Aufmerksamkeit zu schenken ...

Mein morgendlicher Lauf startet meist im Stadtpark und erfordert zunächst Aufmerksamkeit für hektisch den Weg kreuzende Kaninchen. In diesem Bereich stellt man dann schon fest, dass die Saison der Nacktschnecken vorbei ist (gell, Tuffi?). Sie sind, wenn noch vorhanden, deutlich verschlankt und runzelig und erzeugen nicht mehr das energische Peng, wenn man versehentlich daruftritt. Knackt es gar, ereilt die Erkenntnis, dass die vermeintliche Nacktschnecke doch ein kleiner Zweig ist (hey, es ist um halb 7 morgens schon wieder recht dunkel).

Durch den Park und unter der Autobahn durch winkt die große Freiheit in Form ausgedehnter autofreier Feldwege - herrlich. Solcherart in die Weite des Universums vertieft und so langsam ins eigene Tempo gefunden, eins mit dem Hier und Jetzt ... bricht urplötzlich rechts direkt hinter mir etwas aus dem Feld und erschreckt mich zu Tode - ich spüre förmlich die scharfen Zähne in meinen Waden. Es ist aber "nur" ein Hund, der mit Frauchen Gassi läuft, Selbiges hechelt auf dem Fahrrad hintendrein. Leine? Nö, Hund braucht ja auch Freiheit. Ist ein lieber Hund, tatsächlich. JETZT weiß ich das auch. Nun denn, beide fahren/laufen weiter. Hole sie kurze Zeit später ein, Hund wird gerade angeleint. Aha. Lösung: Kälber auf dem Feld, soll der Hund wohl nicht jagen. Gut, so werden mir Prioritäten klar. Zwischen meiner körperlichen Unversehrtheit und derer der Kälber. Ich bin deutlich ENTSPANNT.

Laufe weiter - aha, es gibt auch Hasen hier. Muss an "Watership down" denken - Karnickel graben Höhlensysteme, Hasen leben in Kuhlen ... oder wie war das? Egal, jetzt komt die abschüssige Strecke, die ich liebe. Ich merke hier einfach, wie sehr sich mein Körper schon aufs Laufen eingestellt hat: Ich rase quasi von selbst runter, lass los und fühlre mich einfach nur geil :-) Anfangs habe ich noch gegengestoppt, ängstlich. Ist viel anstrengender und kontraproduktiv. Nu fliege ich dahin.

Wieder unter der Autobahn zurück in den Park, letzter Teil meines fast täglichen Pensums mit einem weiteren kleinen Abwährtssprint :-)
Park wird übrigens gerne von Hunden und deren Besitzern genutzt (völlig okay, ich liebe Hunde, habe selbst einen). Komme an einer Frau mit Hund vorbei, der für mich doch verdächtig in Richtung Bulldogge geht ... Herzschlag zieht an, weil der Hund ebenfalls nicht an der Leine ist. Wackelt aber beruhigend gemächlich zu Frauchen ... ich komme also unbeschadet an beiden vorbei. Höre gerade noch, wie sie zu Hund sagt: "Machst du nun Sitz oder nicht?". Er machte eben nicht "Sitz" - vielleicht ist es nicht sinnvoll, einen Hund die Entscheidung zu überlassen, hmm?

Egal, bin bald zuhause, verschwitzt, durchgewärmt, zufrieden.

5
Gesamtwertung: 5 (1 Bewertung)

Schönes Läufchen!

Gelle... so macht das Spaß!

Und so ganz ohne Pulswerte, Zeiten und Technikschnickschnack... und ohne Nacktschnecken. ;)
(Ist mir auch schon positiv aufgefallen, dass deren Anzahl beträchtlich zurück geht.)

Liebet Grüssle!

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...gar nicht verrückt, ist auch nicht normal...

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