Benutzerbild von rue59

Vorab- ein sehr schöner, aber auch anstrengender Lauf.
Wir sind schon am Freitag angereist, abends konnte ich noch meine Startunterlagen holen. In Anbetracht des trüben Wetters war ich mir nicht sicher, was ich überhaupt anziehen sollte, fragte auch den Veranstalter nach Tips. Der meinte nur, am Besten kurz, es wird warm. Danach sah es nun weder am Freitag abend, noch am Samstag aus- es gab mehr oder weniger Dauerregen. Am Samstag gabs nach der Nudelparty noch eine Wettkampfbesprechung, das Profil war mir schon bekannt, was mich noch interessierte, war, wie ist der Boden- außer, daß er sehr matschig sein kann- eigentlich alles, Wiese, Matsch, Asphalt, Wurzelwerk, Steine, Schotter.
Die Beachparty ließ ich ausfallen, wollte mich lieber ausruhen und noch einiges an Wasser "tanken"
Am Sonntag nun weckte mich strahlende Sonne, ich entschied mich für Shorts kurzärmliges Hemd und Straßenlaufschuhe- war hinterher auch zufrieden mit meiner Wahl.
Um 9Uhr war Start mitten in Sonthofen vor dem Allgäu Outlet, es ging über eine Brücke entlang der Iller. Hier wars noch eben. Aber schon nach ca 3km fingen die ersten Steigungen an, serpentinenmäßi gings den Berg hoch. Erst zwischen Wiesen, dann durch Waldstücke- hier gabs Asphalt. Es ging dann über Wiesen in den Wald- ein enger, Wurzel und Stein durchsetzter Weg schlängelte sich bergan. Ich brauchte für dieses Teilstück -etwa von km10 bis km11 ca 20min., aber, oben war ich immer noch nicht. Es ging dann zwar nicht ständig bergan, immer wieder gab es ebene oder leichte abwärts Passagen- auch über Kuhweiden- etwas Respekt hatte ich schon, wenn die Rindviecher mitten auf der Laufstrecke standen. Hier gabs dann auch ganz matschige Stellen. Längst war ich dazu übergegangen, die Steigungen gehend zu bewältigen, wußte ich doch, daß mir noch einige km bevorstanden.
Endlich war, nach ca 14km, der höchste Punkt der Strecke erreicht. War ich in der Ebene mit nem pace von 6:15 gestartet, hatte ich bis herauf ca 2,5 Stunden gebraucht- ich hatte starke Zweifel, ob ich überhaupt innerhalb des Zeitlimits von 7 Stunden ankommen könnte. Aber, jetzt ging es erst mal ganz steil bergab, der Blick von oben lud zwar zum Verweilen ein- hier strahlender Sonnenschein, drüben die schneebedeckten Gipfel, Wanderer, Mountainbike Fahrer, Paraglider, alle hatten scheinbar mehr Zeit...
Auf dem steilen Stück nahm ich teilweise das Seil zu Hilfe- gehen hätte etwas lang gedauert. An dieses Bergab-Stück schloß eine weitere Steigung an, die dann entgültig in die asphaltierte Talstraße überging. Über mehrere km hinweg ging es in Serpentinen bergab, erst weiter durch Waldstücke, hin und wieder konnte man einen Blick auf ein sprudelndes Bächlein erwischen.
Im Tal ging es dann verhältnismäßig eben entlang der Iller erst in der einen Richtung bis zu einem Wendepunkt- hier war die Strecke anfangs geschottert, dann kam Waldboden, ab dem Wendepunkt ging es dann geschottert auf der anderen Illerseite wieder zurück Richtung Sonthofen. Allerdings kam ca bei km 34 noch eine kurze Steigung auf einem Feldweg- auf der anderen Seite ging es dann wieder bergab. Und gleich waren wir wieder auf dem geschotterten Illerdamm, der gegen Ende, zum Zieleinlauf hin, wieder in Asphalt überging.
Geschafft, nicht nur die Strecke, ich auch. Mir tun, trotz Massage und anschließendem Schwimmen die Oberschenkel weh- immerhin kann ich jetzt wieder vorwärts die Treppen runtersteigen.
Aber, ich wollte eines wissen, schaffe ich es, die 30km innerhalb von 5 Stunden zu bewältigen? Das ist beim P-Weg notwendig, sonst wede ich auf die Marathonstrecke, ohne Wertung, umgeleitet. Ich habe bei dieser Strecke 4:52 gebraucht, bin dadurch relativ zuversichtlich die ganze Distanz auch laufen zu können.
Mein Fazit zu dem Lauf, er ist schön, aber sehr anstrengend, eigentlich kein normaler Marathon, und auch nicht mit normaler Marathonvorbereitung zu laufen ( außer, jemand hat schon wirklich viele verschiedene und entsprechend viel Erfahrung) ich habe die Strecke nur bewältigen können, weil ich im Training (Ultravorbereitung) schon längere Strecken gelaufen bin. Ich konnte die 2. Hälfte wesentlich schneller als die erste laufen, und mußte keine Gehpausen in der Ebene einlegen- die kleine Steigung gegen Ende mit ich mit einem Italiener zusammen gegangen. Ich war nicht die letzte und blieb gut innerhalb des Zeitlimits.
Astrid

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Bravo!!!

Tolle Leistung Astrid! Nun hast du ja eine Hausnummer und kannst beruhigt den Ultra angehen.
MA mit solchen Steigungen ist ja gar nicht zu vergleichen mit den schnellen Flachland- oder Straßenkursen. Mich hat der Rennsteig seinerzeit mit größtem Respekt erfüllt und das ist wahrscheinlich noch ziemlicher Kinderkram gegen das, was du an Steigungen bewältigen musstest.

Und danke für den Bericht. Es ist immer schön, etwas über Läufe zu lesen, mit denen man ein bisschen liebäugelt. Dann packt man es vielleicht doch mal an.

LG Rainer

Leben ist Bewegung

Respekt!

Wow, ich komme ja gerade aus dem Wanderurlaub und bin solche Wege wie du jetzt gelaufen bist, gewandert - und wesentlich kürzere Strecken. Hammermäßig, das in dieser Zeit zu laufen! Glückwunsch!!!

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