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Heute also langer Lauf. Freu ich mich normalerweise ja drauf. War diesmal zu Beginn auch so, jedenfalls noch kurz nach dem Aufstehen um 4:50 Uhr. Mit Schatzi frühstücken, danach wollte ich noch das Mittagessen vorbereiten - dann wäre alles schon fertig nach dem Lauf.

So gegen 7:30 war ich auch fertig, draußen war es endlich hell und - kein Regen. Prima. 13 Grad fühlten sich definitiv nach Jacke an. Zum Glück. Sollte nämlich ziemlich windig werden.

Irgendwie scheint mir langes Rum-gemehre vorm Laufen aber nicht zu bekommen. Hätte mich glatt auch ins Bett legen können. Jedenfalls tingelte ich noch ziemlich lange rum und kam erst gegen 8:45 los. Relativ spät eigentlich für die Aufstehzeit!

Schon nach 1 km musste ich das erste Mal die Schnürung am Schuh lockern. Es tat ziemlich weh auf der Oberseite, drückte irgendwie auf eine Sehne. Dachte noch, das verläuft sich mit der Zeit. Tat es aber nicht. Nach wieder 1 km änderte ich sogar die Schnürung, jedoch ohne wirkliche Besserung. Na prima, kann ja heiter werden! Wo kommt das denn jetzt schon wieder her? Hatte ich bisher noch nie!

Manchmal schmerzte es so stark, dass ich richtig zusammenzuckte. Hmmm... scheint also wieder so eine Quäleinheit zu werden. Schade eigentlich, aber egal. Wer Marathon laufen will, muss das wohl abkönnen! Wirklich Lust hatte ich aber nicht darauf. Und hoffentlich wirds nicht wieder was gesundheitlich Langwieriges.

Die Strecke habe ich mir vorher grob über jogmap angesehen, leider wurde zum großen Teil ein reiner Bundesstraßenlauf daraus, weil ich die gewünschten Feldwege / Abbiegungen nicht fand.
Von der permanenten Neigung des Radweges zu einer Richtung hin mal abgesehen, störten dort vor allem Trilliarden von Nackschnecken. Schlängellauf und Straßenseite wechseln war also angesagt.
Ansonsten lief es ganz ok. Bis ich mich in einem Wiesenstück total verfranste. Eigentlich suchte ich eine weniger asphaltierte Strecke zurück, fand sie nur leider nicht! ;-)
Irgendwann endete ein Feldweg unmerklich, und ich fand mich mitten im Feld zwischen Pflanzen und Brennnesseln wieder. Mit kurzer Hose versteht sich! Also erstmal "Storch im Salat". Hoffentlich sieht mich kein Jäger auf den vielen Hochsitzen in dieser Gegend, der gerade zufällig seine Brille vergessen hat und in mir ein bewegtes Ziel vermutet. Oder ein Bauer, der sich fragt, welcher Stadt-Idiot hier über seinen Acker stelzt! ;-)
Im nahen Wald vermutete ich einen Weg in die gewünsche Richtung - nur leider war dort keiner. Also zwischen Wurzeln und Gestrüpp mitten durch einen Mischwald. Hey, dachte ich, wie superintelligent von dir! Wenn du hier aus irgendwelchen Gründen liegen bleibst, findet dich definitiv NIE jemand. Schließlich führen ja nichtmal Wege hierher!

Die nächste Lichtung stellte sich als frisch umgegrabender Acker heraus, ein Überqueren für Läufer-knöchel definitiv nicht empfohlen! Also zurück in den Wald und außen rum.

Zu guter Letzt kam ich bei der gleichen Wiese wieder raus, von der ich herkam, lief über ein Feld zurück auf den Weg und fand endlich wieder zur Straße. Vielleicht wäre doch besser, künftig eine ausgedrucke Karte beim nächsten Ausflug in die Fremde mitzunehmen!

Die Schmerzen auf dem Fuß gingen leider auch nicht weg. Nerv! Dazu lief ich nun den gesamten Rückweg gegen den Wind. Auch eine Erfahrung! Die Geschwindigkeit war dazu ziemlich langsam, aber nach Trainingsplan-Puls (75%) durfte ich nicht höher kommen.
War zudem nicht ganz einfach, die Temperatur zu regeln: Im Wind kühlte ich selbst mit geschlossener Jacke etwas aus, bei Sonne wurde es schnell zu warm. Gut, dass der Reißverschluss oben und unten aufgeht!

So richtig toll fühlte ich mich auch nicht, als die 25 km endlich fertig waren. Wie sich zu guter Letzt übrigens herausstellte, kann es durchaus an dem Schrittzähler am Schuh gelegen haben. Hatte die letzten Tausend Kilometer nie gestört, aber wie gesagt - irgendwas ist wohl immer!

Hoffentlich wirds beim nächsten langen Lauf besser. Insbesondere die Schuhe werde ich mal überdenken, fühlen sich nach wie vor klobig an, dieses Gefühl wird nun auch nach 100 km immer noch nicht viel besser. Das hat mit Ungeduld wohl nicht mehr allzuviel zu tun, oder?!

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Richtige Mistläufe...

...müssen wohl hin und wieder mal sein, damit man merkt, wie schön Laufen sein kann, wenn alles passt. ;)

Aber das mit dem klobig-anfühlen der Schuhe würde mir auch zu denken geben. Haste die in einem von Läufern betriebenen Laden gekauft? Dann stehen die Chancen ja recht gut, dass sie zurückgenommen werden...

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de nihilo nihil

Nacktschnecken-cross

Ohha, da ging bei Deinem Lauf so ziemlich fast alles in die Hose,
gut das Du überhaupt in einem Stück wieder zu Hause angekommen bist.
Wenn ich irgendwo außerhalb Hamburgs in unbekanntem Terrain laufe, hab ich Kartenfetischist immer eine Karte dabei, für Dich ab jetzt Pflicht:-)
Der nächste lange wird garantiert viel besser.
Gruß; Marco
You´ll never kenndenweg alone

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