moin zusammen,

ich frage mich, welche herangehensweise sinnvoller ist, wenn man sich für einen wettkampf eine bestimmte endzeit vorgenommen hat:

ist es besser sich die min/km auszurechnen und jeden km diese zeit zu laufen, oder

sollte man langsamer beginnen, um sich am ende zu steigern?

oder hängt das ganze auch von der schwierigkeit der strecke ab?

freue mich auf tipps!

gruß!
botellon

pace

Je länger die Strecke, desto wichtiger ist m.E. ein gleichmässiger Laufrhytmus. Das kann und sollte man auch trainieren. Bei kürzeren Strecken (bis 10km) starte ich schneller als meine Durchschnittszeit, weil ich zum Ende hin etwas langsamer werde. Das ist sicher auch eine Erfahrungssache. Ich würde jedem Läufer dazu raten, am Anfang etwas schneller zu laufen und im Training zu schauen, wie es einem mit dem Tempo geht.
Ich möchte z.B. nächste Woche die 5km unter 20 min laufen und werde wahrscheinlich die ersten beiden km in einem Tempo von ca. 3:45-3:50 m/km laufen. Aber im Ganzen ein hoffentlich gleichmässiges Tempo beibehalten.
Gruss, Volki

Immer diese einfachen Fragen mit komplizierter Antwort

im Prinzip ist es besser langsamer zu beginnen und dann die zweite Hälfte etwas flotter zu laufen. Der Unterschied sind aber je nach deiner Geschwindigkeit nur ein paar Sekunden pro Kilometer und das ganze bezieht sich auch eher darauf, wenn du gut trainiert wirklich an der Grenze läufst. Die meisten bekommen es nicht hin, wie die Statistiken immer wieder zeigen.

Es hängt natürlich auch vom Profil ab, im Endeffekt gehts ja um die verbrauchten Körner pro Kilometer - wenn du hinten die Steigungen hast siehts anders aus, als wenn alles platt ist.

Ich machs einfach so, das ich mir die Durchschnittspace für den ganzen Lauf ausrechne und dann als Marschtabelle in die Hand schreibe. Die Geschwindigkeit ist dabei so gewählt, das ich sie sicher laufen kann. Wenn ich dann unterwegs merke, das da noch mehr drin ist, steiger ich etwas unterwegs und merke mir in Sek pro Kilometer die Steigerung um weder zu sehr zurück zu fallen bzw zu flott zu werden. Zudem kann ich auch einfach noch die Differenzen zu dem Plan im Kopf halten, i.e. wenn ich an einer Steigung z.B. 10 sek verloren habe kann ich das die nächsten 2 km wieder aufholen.

Ist relativ einfach und ich brauch auf kein grosses Tabellenwerk - in der Regel benutze ich auch meine Handtabelle gar nicht, da die Sekunden-Differenzrechnerei schon reicht.

Matthias

Zwischenzeitenrechner

Ich hab grad einen guten Zwischenzeitenrechner gefunden:

http://www.lauftipps.ch/planung/zwischenzeiten_tabelle_wettkampf.php

Einen richtigen Wettkampf hab ich noch vor mir, ich bin aber schon mal einen Probe HM mit der geplanten Stretegie und Geschwindigkeit gelaufen.
Da hat es sich bewährt auf der ersten Hälfte in einem relativ sicheren Tempo zu laufen. Als ich bemerkt habe dass ich noch Reserven habe, konnte ich in der zweiten Hälfte das Tempo noch leicht steigern und die letzten 2-3 Kilometer konnte ich noch alles mobilisieren was ich noch an Energie hatte. Den Schlussspurt bin ich pro Kilometer fast eine Minute schneller gelaufen als am Anfang.

Ich werde meinen ersten HM auch genau nach der geprobten Strategie aufbauen. Ich kann mir nichts übleres vorstellen als wenn man zu schnell startet und dann schon Mitte der Strecke fertig ist und sich so über den Rest der Strecke quälen muss.

Danke!

Danke für eure Kommentare. Sehr interessant, wie jeder so an die Sache ran geht.

Da bei meinem Lauf die Steigungen tatsächlich erst nach der Hälfte auftauchen, werde ich vermutlich bis dahin etwas Kraft sparen und danach das Tempo forcieren, so dass ich auf meinen Schnitt komme.

Viele Grüße!

Empfehlung von Steffny

Hallo,

im Laufbuch von Herbert Steffny wird empfohlen, z.B. für den Marathon, die ersten 10km etwas langsamer als die angestrebte Pace zu laufen, die nächsten 20km schneller als die Pace, die nächsten Kilometer im angestrebten Schnitt und die letzten 5km alles geben, was noch drin ist.

Ich habe das Konzept auf einen HM übertragen und bin damit gut gelaufen. Werde es im Oktober beim Köln Marathon auch so umsetzen.

Vor allem die ersten Kilometer darf man sich nicht verrückt machen lassen und seine Pace kann man in den Gewühl sowieso noch nicht laufen.

Viele Grüße, Klaus

The way to a man´s stomach is through his mouth - H. Simpson

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