Hallo zusammen,

ich habe im rechten Knie ein sicher diagnostiziertes Tractus-Scheuer-Syndrom/Läuferknie. Dies kann aufgrund einer winzigen Erhöhung auf dem rechten Wadenbeinkopf theoretisch immer wieder auftreten. Dagegen arbeite ich nun zum einen mit einem Medi-Tape/Kinesio-Tape und viel, viel unterstützender Gymnastik. So weit, so gut, alles im Griff.

Nun habe ich aber bedingt durch diese Tractus-Probleme unbewusst meinen Laufstil rechts geringsfügig geändert und rolle nun nicht mehr verstärkt über die Außenkante des Schuhs, sondern recht zentral über die Ferse ab. Ergebnis: eine (noch leichte) Reizung der Fasziitis plantaris-Sehne (ist das richtig??), was sich seit 2-3 Wochen darin äußert, dass ich beim normalen Laufen oder bei Ruhe nicht die geringsten Probleme habe, aber während längerer Läufe (so ab 15 km) bei extremen Bewegungen (z.B. scharfe Rechtskurve) leichte Schmerzen bekomme (nur dabei, danach ist wieder ok) und auch 1-2 Tage nach dem Laufen bei Druck auf die entsprechende Stelle spüre, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Den Gang zum Orthopäden habe ich mir gleich gespart, eine Aussage wie "2 Wochen Ruhe" kann ich derzeit (mitten in der Marathonvorbereitung) nicht brauchen (oder hoffe, dass es andere Methoden gibt). Ich ging also am letzten Freitag zu meinem Orthopädischen Schuhmachermeister, der meine Einlagen hergestellt hat. Diese haben aufgrund des früheren Laufstils rechts innen eine Verstärkung und Erhöhung und genau dort tut es weh. Er hat diese Stelle dann dahingehend geändert, dass ich nun - mit Laufbandanalyse nachgewiesen - wieder gerade laufe. Ich habe nun jobgedingt 5 Tages nicht trainieren können, hatte aber immer noch ganz leichte Schmerzen bei Druck. Gestern abend bin ich nun wieder 9 km in schnellem Tempo gelaufen und hatte danach - zwar weniger als früher - immer noch die Probleme bei Belastung.

Der Schuhmacher gab mir noch dem Tipp, die Fußsohlen stärker zu traineren, u.a. mit einem Igelball. Auf dem stehe ich gerade :-) Dazu nehme ich bei Frühstück und abends Coolpacks auf die Stelle und reibe mich nachts mit Voltaren Gel ein. Ich habe auch übers Wochenende den Fuß unten mit einigen Längs- und Quertapes versorgt, habe aber keinen wirklichen Unterschied gespürt.

Ich möchte nun unbedingt vermeiden, dass sich dieses derzeit noch zu vernachlässigende Probleme zu etwas chronischem oder zu einem Fersenstorn entwickelt. Immerhin stehen auf meinem Trainingsplan für die kommenden 10 Wochen jeweils 50-70 km.

Soviel zur Situation. Ich bin über jeden Tipp dankbar, so dass ich mein Training aufrechterhalten kann! Vielen herzlichen Dank!

Viele Grüße
Thomas

Das mit dem Igelball

hat bei meinem Mann gut gewirkt, er hatte aber auch noch Massagen verschrieben bekommen. Wichtig ist, dass der Igelball relativ lange Stacheln hat und nicht zu leicht nachgibt - und es dauert etwas, rechne mit drei Wochen. Vielleicht solltest du das mit den Massagen noch probieren. Wir waren jedenfalls auch mitten in der Marathonvorbereitung und momentan ist alles gut.
Ich drück die Daumen!!
tuboturtle

Hallo turboturtle, wieviel

Hallo turboturtle,

wieviel hat denn dein Mann mit dem Igelball gemacht? Ich kann jetzt gerne den ganzen Tag das Ding unterm Schreibtisch hin und her schuckeln, aber möchte es auch nicht übertreiben...

Gibt es da Erfahrungswerte?

Danke
Thomas

Plantarfascitis

Hallo Thomas,

dein Ursprungsproblem das Tractus-Syndrom betrifft viele, viele Fersenläufer ganz verstärkt, daher ist deine Laufstiländerung auch nicht ganz glücklich. So wird es vermutlich früher oder später noch zusätzlich zu echten Knie- und auch Hüftproblemen kommen. Das Tractus-Syndrom kann man mit richtiger Gymnastik und Dehnen und Massagen in den Griff bekommen. Bei der Plantarfacitis hilft nur Kühlen, Fußmuskulaturtraining und Training mit dem Igelball. Viele Läufer weichen auch auf andere Schuhe aus (manchmal sind auch die hochtechnisierten Dämpfungssysteme schuld)und verspüren schnelle Besserung. Würde auf jeden Fall das Training runterfahren, denn wenn sich diese dicke, fette Sehne richtig entzündet, endet das mit ziemlicher Sicherheit in einer langen Laufpause und das muss ja nicht sein.
Also etwas kürzer treten, kühlen, Fußgymnstik und vielleicht mal andere Schuhe probieren und ich empfehle dir das gesunde Mittelfußlaufen um weitere Zipperlein zu vermeiden.
Liebe Grüße aus Rodgau
clabi

Ein ähnliches Problem habe ich aktuell ebenfalls...

jedoch ohne die Kniebeschwerden vorher. Schade eigentlich... ;-)

Und die Sehne unten im Fuß muckelte meist nur beim normalen Gehen.
Und wenn ich die Laufschuhe gerade angezogen habe. Dann muss ich auch erstmal ein paar Schritte und Hopser damit machen, danach ist alles wieder ok. Beim Laufen merke ich gar nichts. Bis jetzt jedenfalls.

Bekam aber die gleichen Tips:
- Fußmuskeltraining (ein Tuch mit den Zehen aufheben etc. pp)
- ausführliches Dehnen der Sehne (großen Zeh zum Körper hin ziehen, dann spannt sich die Sehen merklich)
- Igelball (habe ich noch nicht)
- Schuhe wechseln (meine vorhergehenden Nike + orthopäd. Einlagen gaben nach 400 km z.B. schon sichtbar (Falten) im Fersenbereich nach, dadurch höhere Schehrbelastung u.a. auf die Achillessehne, die bisher immer mal wieder muckelte. Besonders, als ich spontan versuchte, von Ferse auf Mittel-Vorfuß umzustellen...)

- neue, erstmal deutlich schwerfälliger zu laufenden Pearl Izumi (PerlSYNCROGUIDE 2, inkl. Pronationsstütze und zusätzlicher Ballenauflage) verordnet. Da die auch noch eine Nr. größer ausgefallen sind, macht das Laufen auf den ersten Metern/ Kilometern gar keinen Spaß mehr. Aber das liegt wohl an den noch nicht daran gewöhnten Muskeln. Dafür soll die Dämpfung des Materials gerade bei den langen Läufen kaum nachlassen und den Füßen weiterhin Halt geben. Ich hoffe, das merke ich auch irgendwann mal!

- Eisbad (mehrmals einige Minuten) für die Füße nach dem Laufen (Eimer mit kaltem Wasser und eine Packung Eiswürfel rein)
Kühlt einerseits (entzündungshemmend) und fördert im Anschluss die Durchblutung.

Zusätzlich mache ich fast täglich die exzentrischen Übungen für die Achillessehne (2-3 Sätze a 5-15 mal langsam Auf-ab an einer Kante), trage hin und wieder MBT-Schuhe und hoffe wie Du, dass das Ganze bis einschließlich Marathon im Oktober hält bzw. sich wieder beruhigt.

Besser geworden ist es jedenfalls schon. Und das OHNE den Igel! ;-)

Andererseits ist aufgrund der steigenden km-Zahlen es auch völlig normal, wenn die Füße im wahrsten Sinne des Wortes "platt" werden. Auch dadurch kommt die Sehne unter Spannung. (Deshalb Dehnen und Kräftigen des Fußgewölbes).

Ist schon lustig, wie man hier quasi nebenbei zum Mediziner mutiert. ;-)

Ach so: Drauf kommt manchmal Dolobene. Aber keine Ahnung, obs hilft.

Gute Besserung!

L.

Wer im Wald sitzt, sollte nicht so laut rufen!

Hallo! Der Igelball und

Hallo!
Der Igelball und Massagen sind schon mal ein guter Weg. Aber du mußt auch das laufen etwas reduzieren (auch wenn es der Plan nicht erlaubt). Barfuß training ist auch eine gute Sache, such dir eine Wiese und fang langsam mit dem Barfuß laufen an (5-10Min. dann langsam steigern). Hat mir gut geholfen.
Desweiteren habe ich spezielle Einlage bekommen die das Würfelbein (os cuboideum) entlastet, das ist meist auch ein Grund von Fasziitis Plantaris Problemen.
Voltaren Gel ist genau wie andere Schmerzgels ein reines Placebo Medikament, weil es nicht richtig zum Schmerz vordringt. Ibohexal in 600 oder 800 stärker sind ein besseres Entzündungshemmendes Mittel.

Gruß

Livestrong

Hallo Leute, etwas

Hallo Leute,

etwas reduzieren sollte möglich sein, immerhin habe ich noch 10 Wochen Zeit und schon einige Läufe zwischen 20 und 25 km absolviert. Die ganz langen Dinger können auch erst in 2-3 Wochen starten.

Trotzdem sieht es für mich so aus, als ob in der Kräftigung der Muskelpartien meine ganz persönliche Lösung liegt. Je stärker ich da werde, umso weniger sind meine Sehnen belastet. Ist ja überall im Körper so.

Kombinieren werde ich diese Übungen mit Kühlen nach den Läufen, Kinesio-Tape während der Läufe und Ibuprofen-Salbe. Die gibt es auch rezeptfrei (Ibutop) und mit Ibuprofen habe ich als Schmerzmittel generell meine besten Erfahrungen.

Dann werden wir mal schauen. Ich denke, dass ich die Entwicklung - vor allem auch die Änderung der Einlagen kombiniert mit einem nagelneuen Paar Schuhe, das ich seit 14 Tagen habe und erst 10 km damit gelaufen bin - Adidas Adistar Cushion 6) - nun beobachten werde. Ich melde mich dann wieder ;-)

Danke euch allen!

Gruß
Thomas

Hallo Thomas

er hat das abends beim fernsehen gemacht, ca. 20 Minuten lang. Ich glaube, das wird irgendwann unangenehm und dann hört man von selbst auf. Aber wie gesagt - es dauert...
Viel Geduld und Besserung!!!!
tuboturtle

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