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... es geht mir gut" - Das Lied auf meinen Lippen beim heutigen Abendlauf.

Das Wetter lud mich ein zu einem flotten 10 km Run: nicht zu warm und schön feucht. Dabei konnte ich wieder ein äußert abenteuerliches Horn erleben.

Die Witterungsverhältnisse (waschküchenmäßig, schon dunkel) und die späte Stund’ ermunterten meine Beine das Tempo heute mal anzuziehen, zumal mir positiver Weise aufgefallen ist, dass sich meine durchschnittliche Pace momentan nach oben bewegt, was natürlich viele Gründe haben kann: Die Hitze ist weg, bald kommt der Herbst (meine Lieblingsjahreszeit), wöchentliches Barfusslaufen auf der Horner Rennbahn oder einfach nur weil wir (Harry und meine Wenigkeit) regelmäßig und lange genug trainiert haben. Eine Summe vieler Faktoren – die Blütezeit meines Läuferlebens ist angebrochen und die ersten Früchte in Form toller Zeiten (ohne aus der Puste zu kommen) reifen heran. Erntezeit werden die Spätsommer- und Herbstwettkämpfe sein.

Jedoch nun weg mit dem Zeitenkram und hin zum abenteuerlichen Horn. Was man hier abends erleben kann ist unglaublich.

Es fing mal wieder an in unseren Lieblingsgärten. Hundebesitzer voraus heißt für mich (ich habe gelernt): Harry kommt brav an die Leine. Doch was aus der Ferne aussah wie ein Hundebesitzer mit 2 Wintzlingen stellte sich beim Vorbeilaufen heraus als Hundebesitzer mit 1 Wintzling und – man wird es kaum glauben – einer giftspuckenden Kamikaze-Katze. Noch ehe ich mich versah kam das kleine Biest mit buschiger Rute, buschigem Kamm, fauchend und zähnefletschend auf Harry und mich zugelaufen. „HILFE!“ Und ich dachte immer Jogger werden normalerweise von Hunden zerfleischt. Schnell ging es weiter im Sprint und erhöhtem Puls von 165 bpm.

Die nächstfolgenden Vertreter der Gattung Gartengetier sind mir die allerliebsten, wahrlich auch die schlausten, leider jedoch die meist verlausten: Der gemeine Igel – ein friedliebendes Säugetier: Tust du mir nix, tue ich dir nix. So wars dann auch:

Die Gartenbegegnung

Was raschelt denn da im Laub?
Es ists ein Igel, Harry hat ihn erschnüffelt
Plötzlich stehen sie sich gegenüber
Hund und Igel – Aug in Aug

Doch Unverständnis über des Anderen Erscheinung
Erhitzt die Gemüter,
Läßt ihn bellen
und den anderen sich einigeln.

Worauf der Hund von dannen zieht,
Der Igel blinzelt, bis er ihn nicht mehr sieht
Und beide können wieder ihre Wege gehen
Der eine raschelnd, der andere hechelnd

Zufrieden und erfüllt,
welch eine Gartenbegegnung!

Der Puls konnte sich wieder erholen auf 142 bpm. Igel habe so was gemütliches an sich. Wo jedoch ein Igel ist gibt es auch Karnickel, welche Harry immer zu größeren Sprintaktionen anstacheln – also ran an die Leine, es lagen schließlich noch einige km vor uns.

Die nächste Hürde sollte sein: Tierheim Süderstraße. Die Kunst hier ist es nicht nur eine kleine Anhöhe schnellst möglichst zu erklimmen, sondern dies auch auf äußerst leisen Solen zu schaffen. Ziel bei dieser Übung ist es von so wenigen Hunden hinter den Gattern, wie möglich entdeckt zu werden, was sich normalerweise als sehr schwierig erweist, wenn einer der 4-Beiner Alarm gibt und die anderen Kumpels einstimmen.
Heute ist es uns außergewöhnlich gut gelungen. Entweder haben die schon geschlafen oder wurden gerade ausgeführt. Zu hören waren lediglich 3 oder 4 Hunde.
Hinter der Anhöhe ging es weiter im Dunkel über Stock und Stein am Schwimmbad vorbei und ab in Richtung Billwerder Garteninsel.

Juhu wieder Gärten und neue Herausforderungen warten: Kopfrechnen.
Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist hier 10 km/h. Also habe ich mir die gesamte Gartenrunde Zeit gelassen darüber zu sinnieren, ob ich nicht ein übler Geschwindigkeitssünder bin und wie ich die 10 km/h in m/min und dann in km/min umrechne, was dabei herauskommen könnte und ob ich richtigliege, also noch mal nachrechnen … kleines Gehirnjogging, war ja sonst nix los.

So richtig gefährlich wurde es erst wieder auf dem Rückweg durch die Gartenkolonie „Strandhaasen“. Ein kleiner Wadenbeißer folgte uns im sicheren Abstand, laut bellend und aller Welt kundtuend, dass hier ein böser Jogger unerlaubterweise sein Revier streifte. Wir konnten ihn locker abhängen, schließlich ging es uns immer noch verdammt gut.

Und so musste auch der tollste Auslauf für „running“ Anja und Wuffke mal zu Ende gehen. Die letzte Anhöhe, Horner Rampe, flogen wir förmlich empor. Was für ein Läufchen, ja es geht mir gut!

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Das macht Spass zu lesen...

und animiert heute abend auch eine große Runde zu drehen.

LG
Spindoc
Der mit dem Hund läuft!

Toller Bericht und

mit "dem" Lied läufts bei mir auch immer gut. Muss ich mir mal wieder auf den MP-Player laden

lg
Ulli

carpe diem-Nutze den Tag

*gg*

dat sing ich auch gerne mal lauthals mit... und dreh mich dann immer mal um, ob keiner guckt... ;)

Schönet Läufchen...weitermachen...

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...gar nicht verrückt, ist auch nicht normal...

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